

„Handwerk kann glamourös“ – was im ersten Moment vielleicht überrascht, zeigt sich in diesen Wochen bei den Winterlossprechungen im gesamten Gebiet der Kreishandwerkerschaft Osnabrück ganz deutlich: Wenn junge Menschen ihre Ausbildung erfolgreich abschließen und in den Gesellenstand erhoben werden, ist das ein Moment von Strahlkraft – ganz gleich, ob im großen festlichen Rahmen oder in kleinerer, persönlicher Runde.
Jede Lossprechung, ob in der Berufsschule, in einem Hotel oder im Osnabrücker Alando Ballhaus, ist Ausdruck derselben Botschaft: Hier werden Leistungen sichtbar gemacht, die Respekt und Anerkennung verdienen. Hinter jeder Urkunde stehen Jahre des Lernens, Übens, Mitdenkens und Anpackens. Es sind junge Frauen und Männer, die Verantwortung übernehmen für Qualität, für Sicherheit, für Nachhaltigkeit und für die Zukunft unserer Region.
„Handwerk kann glamourös“ bedeutet dabei weit mehr als eine festliche Bühne oder einen besonderen Veranstaltungsort. Es ist ein bewusstes Signal gegen überholte Klischees. Das Handwerk ist weder verstaubt noch rückwärtsgewandt. Es ist Hightech und Tradition zugleich. Es arbeitet an intelligenten Gebäudetechniken, an nachhaltigen Energielösungen, an moderner Mobilität und an individuellem Design. Es sichert Wasser, Wärme und Licht – und schafft zugleich Schönheit, Individualität und Lebensqualität. Unsere neuen Gesellinnen und Gesellen stehen für diese beeindruckende Bandbreite. Sie sind Teil der „Wirtschaftsmacht von nebenan“ und tragen dazu bei, dass unsere Städte und Gemeinden funktionieren und sich weiterentwickeln. Viele von ihnen denken bereits weiter – bis hin zum Meisterbrief oder zur eigenen Unternehmensführung. Sie übernehmen Betriebe, entwickeln neue Ideen und führen Bewährtes in die Zukunft.
Eine Ausbildung im Handwerk ist kein Plan B. Sie ist eine bewusste Entscheidung für Können, für Sinnhaftigkeit und für echte Gestaltungsmöglichkeiten. Sie eröffnet Karrierewege, schafft sichere Perspektiven und bietet Raum für unternehmerisches Denken. Vor allem aber schafft sie Stolz – auf das eigene Werk und auf das, was man mit den eigenen Händen und dem eigenen Kopf erschafft.
Unser Dank gilt allen, die diesen Weg begleiten: den Betrieben, den Ausbilderinnen und Ausbildern, den Lehrkräften, den Familien sowie den vielen ehrenamtlich Engagierten in unseren Innungen. Sie alle tragen dazu bei, dass aus Auszubildenden qualifizierte Fachkräfte werden. Wir bedanken uns zudem auch bei denen, die uns bei der Berichterstattung zu den Lossprechungsfeiern tatkräftig unterstützt haben, insbesondere bei Herrn Eckseler von der NOZ, dessen engagierter Einsatz es uns ermöglicht hat, die Leistungen unserer Nachwuchskräfte so umfassend zu präsentieren.
Lassen Sie uns ein Zeichen setzen: für mehr Wertschätzung, für mehr Sichtbarkeit und für mehr Begeisterung für das Handwerk. Denn eines ist klar – und das haben unsere Wintergesellinnen und -gesellen eindrucksvoll bewiesen: Handwerk kann glamourös. Und vor allem kann es Zukunft.