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Gegen Wärme und Kälte

Warum sich eine Dämmung oft lohnt

Eine gute Dämmung zahlt sich nicht nur finanziell aus, auch der Wohnkomfort wird erhöht. Foto: Kai Remmers/dpa-tmn
Eine gute Dämmung zahlt sich nicht nur finanziell aus, auch der Wohnkomfort wird erhöht. Foto: Kai Remmers/dpa-tmn

Eine gute Gebäudedämmung bringt viele Vorteile. Wer eine neue Dämmung für sein Dach und die Fassade plant, verbessert nicht nur seinen Wohnkomfort im Sommer wie im Winter. Entgegen mancher Vorurteile rechnet sich die Maßnahme auch finanziell.

In der Regel sei diese Maßnahme günstiger als eine neue Heizung und spare viel CO₂ ein, sagt Christian Handwerk, Energieexperte bei der Verbraucherzentrale NRW. Die Dämmung von Dach oder Wand lohne sich fast immer. Daher steht die Gebäudedämmung häufig an erster Stelle, wenn es um Energieeffizienz-Maßnahmen an einer Immobilie geht.

An warmen Sommertagen ist die Dämmung ein effektiver Hitzeschutz - insbesondere im Dachgeschoss. Denn Dachziegel können sich im Sommer auf bis zu 80 Grad Celsius aufheizen, so die Verbraucherzentrale Bayern. Eine fachgerechte Isolierung kann den Wärmeeintrag spürbar reduzieren.

Unternehmen aus der Region

Im Winter hilft die Dämmung im Dachgeschoss hingegen, Heizkosten zu reduzieren. „Ein unsaniertes Haus verliert etwa 20 Prozent seiner Wärme über das Dach“, sagt Sigrid Goldbrunner. Die Energieexpertin bei der Verbraucherzentrale Bayern schätzt, dass je nach Ausgangszustand durch eine Dachdämmung Einsparungen von mehreren Hundert Euro im Jahr möglich sind. Ein Beispiel: Wenn man eine ungedämmte Außenwand 16 Zentimeter dick dämmen lässt, lässt die Wand nur noch 10 bis 20 Prozent der ursprünglichen Energiemenge durch, so Goldbrunner. 

So könne sich die Investition bei einem Ziegelmauerwerk in der Regel nach weniger als 15 Jahren rechnen. Zwar amortisiere sich eine Dachdämmung häufig nicht ganz so schnell, trotzdem lohne sich die Maßnahme laut Goldbrunner in vielen Fällen. Zumal durch die energetische Aufwertung oft auch der Immobilienwert steigt. Am besten holen sich Hauseigentümer Angebote von Fachbetrieben ein und lassen sich zu möglichen Dämmmaterialien, Dämmarten sowie der sinnvollen Reihenfolge der Maßnahmen beraten. Einen Anhaltspunkt dazu bietet etwa der Dämmatlas der Verbraucherzentrale Energieberatung.

Übrigens: Wichtig ist, dass die Gebäudedämmung durch einen Fachbetrieb ausgeführt wird, um Wärmebrücken oder Schäden bei der Anbringung zu vermeiden. Dann kann eine Dämmung auch das Risiko von Schimmelbildung reduzieren. dpa/tmn


Worauf kommt es an?

Die Auswahl des Dämmstoffes

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen mineralischen, synthetischen und natürlichen Dämmstoffen. Doch welcher Dämmstoff passt, wann am besten?

„Private Bauherren und Modernisierer sollten bei der Auswahl von Dämmstoffen nicht nur auf die Dämmwirkung achten, also wie gut ein Material Wärme zurückhält“, rät Erik Stange vom Bauherren-Schutzbund. Bauherren sollten die Entscheidung für einen Dämmstoff vielmehr im Gesamtzusammenhang des Bauvorhabens treffen. 

„Es kommt darauf an, dass der Dämmstoff zur konkreten Bausituation passt - ob Neubau oder Sanierung - und zu den individuellen Anforderungen, etwa in puncto Nachhaltigkeit oder Schallschutz“, so Stange. Er zählt wichtige Kriterien auf, die bei der Entscheidung eine Rolle spielen können: Brandschutz, Feuchte-Verhalten, Wärmeleitfähigkeit, ökologische Verträglichkeit, spätere Entsorgung.

Häufig ist es also Abwägungssache. „Mineralwolle etwa ist nicht brennbar und vielseitig einsetzbar, während synthetische Stoffe wie Polystyrol eine sehr gute Dämmleistung bei geringem Gewicht bieten, aber ökologisch weniger vorteilhaft sind“, erklärt Stange.

Besonders wichtig ist die Wärmeleitfähigkeit des Materials. Je niedriger dieser Wert ist, desto besser eignet sich das Material grundsätzlich zur Dämmung. Liegt dieser zwischen 0,03 und 0,05 Watt pro Meter und Kelvin, handelt es sich um einen guten Wert, erklärt Stange. Bei einer Wärmeleitfähigkeit unter 0,03 Watt pro Meter und Kelvin sprechen Experten von einem sehr guten Dämmstoff. dpa/tmn

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