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Christopher Lichtenstein: Klangkultur mit Haltung

Christopher Lichtenstein

Mit Beginn der Spielzeit 2025/26 wird Christopher Lichtenstein neuer Generalmusikdirektor (GMD) am Theater Osnabrück und Chefdirigent des Osnabrücker Symphonieorchester. Orchesterdirektor Alexander Wunderlich spricht mit ihm über seine Vision und seinen Start in Osnabrück.

Ein Dirigent für die Zukunft: Christopher Lichtenstein über seine Vision für Osnabrück

Alexander Wunderlich: Welche künstlerische Vision bringst du nach Osnabrück mit?

Christopher Lichtenstein: Ich habe ein klares Ziel vor Augen: In fünf Jahren soll das Orchester ein klangliches Profil entwickelt haben, das bei all den unterschiedlichen spieltechnischen Anforderungen des breiten Repertoires immer seine Spielkultur im Fokus hat und dabei einen ausgeglichenen und eher weichen Klang pflegt.

Gibt es einen Komponisten, der für deinen Start in Osnabrück besonders wichtig sein wird?

Das Werk Edward Elgars liegt mir besonders nahe, seit ich zum ersten Mal seine 1. Sinfonie gehört habe, die nur wenig mit „Pomp and Circumstance“ zu tun hat. Seine Musik ist zutiefst emotional und hochsensibel. Auch in den dunkelsten Stellen seiner Musik klingt eine tiefe Zuversicht an; für mich ist dies eine missverständliche Botschaft, dass wir in unserem Leben trotz aller Widerstände und Schwierigkeiten immer auf das Gute und Wahre hoffen können. Damit geht eine ungeheure Demut einher, die Elgars Musik eine stille Größe verleiht.

Wie möchtest du das Repertoire am Theater Osnabrück weiterentwickeln?

Unser Orchester deckt ein breites Spektrum ab - wir sind keine Spezialisten, sondern vielfältig gefordert. Mir ist wichtig, weniger bekannte Werke - besonders aus der Zeit von 1850 bis 1950 stärker zu präsentieren. Komponisten wie Honegger, Elgar oder Britten verdienen mehr Aufmerksamkeit, da ihre Musik oft zu Unrecht übersehen wird.

Welche Rolle spielt für dich die Förderung junger Musiker*innen innerhalb eines Theaterbetriebs?

Junge Dirigent*innen haben es oft schwer, da Autorität mit Alter assoziiert wird. Zum Glück ändert sich das: Heute Leitung liegt der Fokus auf Charisma und Kompetenz. Bei uns bildet ein junges Dirigententeam gemeinsam mit mir die unterstützt vom Orchester, was ein starkes Zeichen für Offenheit und Professionalität ist. Als Beispiel möchte ich unsere neuen Kapellmeister anführen, die gemeinsam mit mir ein eher junges Dirigententeam bilden werden.

Welche Rolle spielt für dich kulturelle Bildung und Musikvermittlung?

Das kulturelle Bildungsniveau ist gesunken - ein Ergebnis politischer Vernachlässigung. Deshalb müssen wir als Theater neue, niedrigschwellige Wege finden, Musik zugänglich zu machen und als selbstverständlichen Teil der Allgemeinbildung zu vermitteln.

Was reizt dich an der Position des GMD in einem Stadttheater wie Osnabrück?

Mich reizt die Lebendigkeit des deutschen Repertoiretheaters. Am Morgen dirigiert man eine Konzertprobe, am Abend hat man eine Opernvorstellung und am nächsten Tag womöglich ein Konzert. Dieser „Betrieb“ kann sehr inspirierend sein, da man die Werke immer wieder neu betrachtet, eben mit den Eindrücken, die man aus den anderen Dirigaten mitnimmt.

1. SINFONIEKONZERT
Werke von Honegger,
Tschaikowsky, Elgar

Arthur Honegger „Rugby“
Symphonique Nr. 2
Peter. I. Tschaikowsky Ouvertüre
„Romeo und Julia“
Edward Elgar Sinfonie Nr. 1
As-Dur
Dirigent: Christopher Lichtenstein
Mit: Osnabrücker Sinfonieorchester
Sonntag, 28.09.2025, 18 Uhr, und Montag,
29.09.2025, 19.30 Uhr, jeweils in der Osnabrück-Halle


Silvester und Neujahr

Vorverkaufsstart

Bereits am Dienstag, 9. September 2025, startet der Vorverkauf für Silvester und Neujahr. Um beschwingt ins 2026 zu starten bietet das Theater Osnabrück zwei ganz besondere Stücke: Mit dem „Vetter aus Dingsda“ landet das Publikum mitten in einer virtuosen Verwechslungskomödie im Swing der 1920er Jahre. Wer ist wer und wie mit wem verlobt, verheiratet, geschieden, verschwägert oder einfach nur verliebt? Drei Spielende schmieden im emmatheater in „fünf minuten stille“ den Plan einmal fünf Minuten nichts zu sagen. Einfach Schweigen ist aber schwerer als gedacht und nun jagt eine krude Geschichte die nächste und jeder Spieler*in buhlt mit neuen Eitelkeiten um die Aufmerksamkeit des Publikums.

Tickets an der Theaterkasse oder unter theater-osnabrueck.de


Boris Pistorius: Aufbruch

Präsentation des Fotobuchs von Herlinde Koelbl und Gespräch

Boris Pistorius ist seit Beginn seiner Amtszeit als Verteidigungsminister der beliebteste Politiker Deutschlands. Mit klaren Worten und konkreten Plänen formt er die Bundeswehr zu einer wehrhaften Armee und prägt das Bild Deutschlands national wie international neu. Doch wer ist der Mensch hinter dem Minister? Einblicke hierzu bietet das neue Foto- und Interviewbuch der renommierten Fotografin Herlinde Koelbl, das sie zusammen mit Boris Pistorius selbst vorstellen wird.

Sonntag, 5. Oktober 2025, 19.30 Uhr, Theater am Domhof

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