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Vorsorge im Alltag

Zwei Finger, 30 Sekunden zählen, mal zwei nehmen – fertig ist der Minutenpuls. Foto: Bernd Diekjobst/dpa-mag

Den Puls richtig deuten

Die Experten der Deutschen Herzstiftung raten dazu, den Puls immer mal wieder selbst zu messen, und zwar nicht nur im Alter. Warum, wie geht das und wie ordnet man den Messwert richtig ein?

Die Selbstmessung hilft beim Aufspüren von Herzrhythmusstörungen

Jeder Herzschlag sollte einen Pulsschlag ergeben: Bei Herzrhythmusstörungen wie dem Vorhofflimmern ist das aber nicht immer der Fall, das Herz pumpt dann zu wenig Blut, um eine Pulswelle auszulösen. Nicht jedes Stolpern des Herzens ist direkt gefährlich. Manchmal aber doch: So kann ein Vorhofflimmern einen Schlaganfall oder eine Herzschwäche zur Folge haben. Gut also, wenn rechtzeitig auffällt, dass das Herz nicht so schlägt, wie es soll. Hier kommt die Pulsmessung ins Spiel. Fällt der Puls wiederholt besonders hoch oder niedrig aus oder wirkt unregelmäßig, sollte man dem nachgehen.

Den Puls sollte man im Ruhezustand messen. Laut der Deutschen Herzstiftung kann man das gut morgens nach dem Aufstehen erledigen. Wer tagsüber misst, sollte vorher einige Minuten gesessen oder gelegen haben. Nun Mittel- und Zeigefinger mit sanftem Druck auf die Innenseite des Handgelenks legen. Wichtig: Dafür sollte man nicht den Daumen nehmen – er hat seinen eigenen Puls, was die Wahrnehmung verfälschen kann. Nun 30 Sekunden lang die Schläge mitzählen, diesen Wert verdoppeln und man erhält den Puls pro Minute.

Bei 60 bis 80 Schlägen pro Minute ist alles im grünen Bereich

Liegt der Messwert zwischen 60 und 80 Schlägen pro Minute, ist der Ruhepuls für einen Erwachsenen im grünen Bereich. Wenn nicht? Dann ist das nicht direkt ein Anlass für Panik. Der Puls ist nämlich eine Momentaufnahme, „ein Spiegelbild des Alltags. Es lohnt sich daher, ihn immer wieder zu kontrollieren“, sagt der Kardiologe Philipp Renz. Mit der Zeit versteht man so den Puls immer besser und erkennt Muster. Fällt beispielsweise immer wieder auf, dass der Ruhepuls über 90 liegt, ist das ein Hinweis auf eine stärkere Belastung des Herz-Kreislauf-Systems, so die Deutsche Herzstiftung. Dann gilt: ärztlich abklären lassen. Selbiges gilt, wenn der Puls immer wieder zu niedrig ist. Vor allem, wenn zum aus der Reihe tanzenden Puls Symptome wie Schwindel oder Ohnmacht kommen, ist zeitnahes Abklären angesagt. Ein EKG liefert dann Aufschluss darüber, ob eine Herzrhythmusstörung dahintersteckt.

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Koffein, Geschlecht, Fieber: All das beeinflusst maßgeblich den Puls

Wer unter großer Anspannung steht, sagt gern: „Ich hab' Puls“ – da ist etwas dran. Unter Stress schlägt das Herz nämlich schneller. Was ebenfalls den Puls erhöht: Kaffee, Energydrinks – also Koffein. Außerdem: Frauen haben einen höheren Ruhepuls als Männer. Im Schnitt sind es laut der Deutschen Herzstiftung drei Schläge mehr pro Minute. Wer viel Ausdauersport treibt, hat auch einen eher niedrigeren Ruhepuls.
dpa

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