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Vom Gemischtwarenladen zum Modehaus

Ein Teil des Teams des Modehauses Haasken vor dem Geschäft an der Kirchstraße. Zum 150-jährigen Bestehen blickt das Familienunternehmen auf eine lange Geschichte zurück. Foto: Ehrhardt

150 Jahre Modehaus Haasken - vier Generationen und Tausende Geschichten

Geld brauchten die ersten Kunden bei Haasken nicht unbedingt. Wer Ende des 19. Jahrhunderts Kleidung oder Lebensmittel einkaufte, konnte auch mit einem Korb Eier oder einem Paket Butter bezahlen. So häufig kamen Naturalien über den Ladentisch, dass Firmengründer Johann Rudolf Haasken in Lathen den Beinamen „Butterschlink“ erhielt.

Unternehmen aus der Region

150 Jahre später erinnert im heutigen Modehaus kaum noch etwas an diese Form des Bezahlens. Die Geschichte des Familienunternehmens ist jedoch bis heute eng mit dem Ort verbunden. 1876 kaufte Johann Rudolf Haasken an der Kirchstraße das Haus des Gastwirts Wübben. Neben der Gastwirtschaft führte er dort einen Gemischtwarenhandel mit Manufaktur- und Kolonialwaren. Zum Sortiment gehörten Textilien ebenso wie Lebensmittel.

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1888 heiratete Haasken Elisabeth Marquering, Tochter eines Papenburger Kapitäns. Als Johann Rudolf Haasken 1897 starb, führte seine Frau das Geschäft zunächst allein weiter. Später unterstützte sie ihr jüngster Bruder Klaus Marquering, der dafür seinen Beruf als Seemann aufgab.

1908 folgte eine wichtige Erweiterung: Für 10.000 Goldmark kaufte die Familie das angrenzende Bankhaus Rawe, auch als Rawensburg bekannt, und eröffnete dort ein Weißwaren- und Handarbeitsgeschäft. Im selben Jahr entstanden zudem Filialen in Dersum und Rhede. Kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs starb Klaus Marquering. Elisabeth Haasken musste die Geschäfte erneut weitgehend allein führen. denn ihre beiden Söhne wurden zum Wehrdienst eingezogen. Nach Kriegsende stieg Sohn Alex in das Unternehmen ein und stellte es nach schwierigen Jahren wieder auf eine stabilere Grundlage. Kunden wurden damals noch mit dem Fahrrad besucht und beliefert. Außerdem kaufte Haasken in der Umgebung Lathens und auf dem Hümmling Wolle an, die über die sogenannte Reichswollverwertung verarbeitet wurde.

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Vom Fahrrad zum Auto

- Nach dem Zweiten Weltkrieg trennte sich die Familie von den Filialen. Als Alex Haasken 1952 starb, ging das Unternehmen an seinen Sohn Hans über. Gemeinsam mit seiner Frau Änne führte er das Geschäft in dritter Generation weiter. Die Kundenbesuche blieben, nur das Verkehrsmittel hatte sich verändert: Statt mit dem Fahrrad ging es nun mit dem Auto zu den Kunden. 1975 endete schließlich auch die Geschichte der Gastwirtschaft. Die frei gewordenen Räume wurden dem Textil- und Bekleidungsverkauf zugeschlagen. Fünf Jahre später, 1980, trat HansRudolf Haasken als vierte Generation in das Familienunternehmen ein. Zwei, die einen großen Teil dieser jüngeren Firmengeschichte persönlich miterlebt haben, sind Margret Westhus, die in diesem Sommer ihr 50-jähriges Firmenjubiläum gefeiert hat, und Claudia Bruns. Seit fast 50 Jahren arbeitet sie bei Haasken. Als sie mit 15 Jahren dort ihre Ausbildung begann, war gerade das 100-jährige Bestehen gefeiert worden. Damals war das Sortiment noch wesentlich breiter als heute. Es gab eine Kinder- und eine Sportabteilung, Wolle, Stickereien, Heimtextilien, Bettwaren und zeitweise sogar Matratzen. Besonders gut erinnert sich Bruns an Kittelschürzen. „Das war der Renner“, erzählt sie. Es gab sie aus unterschiedlichen Materialien, in zahlreichen Farben und sogar getrennt für Alltag und Sonntag. Hinzu kamen Melkerkittel und Trägerröcke - Kleidungsstücke, die heute fast vollständig aus dem Sortiment verschwunden sind. Felicitas Ehrhardt

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