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Und es wurde warm ums Herz

In der kalten Jahreszeit ist der süße, gewürzte Glühwein besonders beliebt. Foto: IMAGO/YAY Images

Wie aus gewürztem Wein ein beliebtes Wintergetränk entstand

Es beginnt damit, dass die Tage kürzer und die Jacken dicker werden. Am Ende kommt der Wunsch nach einem wärmenden, feinwürzigen Genuss: Es ist Glühweinzeit. Kaum ein anderes Getränk wird so sehr mit der stimmungsvollsten Zeit des Jahres in Verbindung gebracht. Doch woher stammt eigentlich der Glühwein? Die Spur führt Jahrhunderte zurück bis ins alte Rom.

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Genussreise in die Antike

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Gewürzter Wein ist älter als Weihnachten. Bereits die alten Römer verfeinerten ihren Rebensaft mit Gewürzen, Zucker und Honig, um ihn zu aromatisieren und haltbarer zu machen. Dabei notierten sie eine Empfehlung, die heutigen Vorgaben recht nahekommt: Sie fügten dem Wein Zimt, Lorbeer, Sternanis, Koriander und Thymian hinzu. 

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Erhitzt getrunken haben sie das Ganze jedoch nicht. Auch im Mittelalter war kalt getrunkener Würzwein verbreitet und beliebt. Dem „Hypocras“, einem stark gesüßten roten Wein, schrieb man sogar medizinische Eigenschaften zu. Da Gewürze sehr teuer waren, wurde dieser Wein jedoch überwiegend an den Höfen der Fürsten und Könige sowie von reichen Adligen getrunken. In Sachsen war eine weiße Variante des Gewürzweins unter dem Namen „Claret“ bekannt.

Eine geistreiche Idee

Über die Jahrhunderte wurden Rezepte für gewürzten Wein weitergegeben und dabei immer wieder um neue Ideen ergänzt. Das älteste bekannte Glühweinrezept Deutschlands stammt von August Raugraf von Wackerbarth. 

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Im Dezember 1834 stand er im winterlichen Belvedere seines Radebeuler Weinguts. Es war kalt, und der eisige Schnee funkelte auf der barocken Anlage. Während die Tropfen aus den Trauben der letzten Lese in den Kellern reiften, suchte der Raugraf nach einem Trank, der die Kälte vergessen macht und Wärme ins Herz bringt. 

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Er fügte allerlei exotische Gewürze wie Safran, Anis oder Granatapfel in weißen Wein und hatte eine zündende Idee: Er erwärmte die Flüssigkeit - der Glühwein war erfunden. Lange verschollen, wurde das besondere Rezept des Raugrafen Ende 2013 im Sächsischen Hauptstaatsarchiv in Dresden zwischen allerlei weinbautechnischen Daten wiederentdeckt.
djd

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