Grenzen wohnt immer Ambivalentes inne: Einerseits schützen, strukturieren, ordnen und erlauben sie das Miteinander in einem Raum mit gemeinsamen Spielregeln. Andererseits rücken jetzt wieder Grenzen ins Zentrum politischer Imagination, die einmauern, einengen und nationalstaatliches Denken befördern sollen.
Wo ist die Utopie Europa noch zu finden, und wie kann sie auch mit den Mitteln der Kunst neu befragt werden?
Ist doch die geistige Geburtsstunde des modernen Europas die Aufklärung und ihre intellektuellen Kinder - eine Strömung, die die universelle Menschenwürde und die Vernunft als zentrale Ideen vertritt. In dem Moment, in dem Vernunft wichtiger wird als Herkunft oder göttliche Ordnung, konnte erst das über Grenzen und Staatlichkeiten hinaus agierende Miteinander entstehen, und auch Wissen konnte öffentlich und teilbar ausgetauscht werden.
Wo stehen wir mit diesen Ideen und Idealen heute, in einer Welt, die das Ausgrenzende sucht und sich abschottet? Und wie kann die Kunst uns helfen, wieder offener über die Welt zu denken? Das Theater Osnabrück verhandelt seit fünf Jahren gemeinsam, maßlos und transkulturell über Grenzen und ihre Grenzen. Auf den folgenden Seiten erfahren Sie mehr zum neuen Spielplan und den großen Highlights.
Saisonstart wieder mit Beach und Theaterfest
Ab dem 7. August präsentiert das Theater gemeinsam mit dem Marketing Osnabrück wieder vier Wochen lang den Theater Beach. Zur Kulturnacht am 29. August öffnet das Theater bereits ab 14 Uhr zu einem Theaterfest.