Im Zentrum stehen Werke des klassischen Repertoires, die in neue Zusammenhänge treten, flankiert von spannenden Erst- und Wiederentdeckungen, starken Solist:innen und besonderen Konzertorten. Die Spielzeit 2026/27 verspricht eindrucksvolle Abende, in denen sich Tradition und Gegenwart, sinfonische Kraft und feine Klangrede auf vielfältige Weise begegnen.
Den Auftakt bildet am 5. Oktober das 1. Sinfoniekonzert in der Osnabrück-Halle. Ludwig van Beethovens Ouvertüre zu „Fidelio“ setzt mit ihrem emphatischen Gestus ein Zeichen für Mut, Freiheit und Hoffnung. Daran schließt sich mit dem Klavierkonzert des dänischen Komponisten Matias Vestergård Hansen ein neues Werk an, das im gemeinsamen Auftrag zweier dänischer Orchester und des Osnabrücker Symphonieorchesters entstanden ist. Mit Gustav Piekut übernimmt ein hochkarätiger Solist den Klavierpart. Lukas Foss' Elegie für Anne Frank öffnet einen stillen, nachdenklichen Raum, bevor Arthur Honeggers 3. Sinfonie den Abend mit einem bewegenden Appell an Menschlichkeit und Frieden beschließt.
Im November führt der Elgar-Zyklus weiter in die Welt des großen sinfonischen Erzählens. Josef Spacek gestaltet Edward Elgars Violinkonzert mit jener Mischung aus Noblesse, Tiefe und Virtuosität, die dieses Werk auszeichnet. Im Anschluss entfaltet Beethovens „Eroica“ ihre historische Sprengkraft und bleibt doch bis heute ein klingendes Bild künstlerischer Freiheit.
Auch das 3. Sinfoniekonzert im Dezember setzt mit Verdi, Prokofjew und Elgar auf Kontraste von dramatischer Zuspitzung, pianistischer Energie und psychologischer Feinarbeit. Christopher Park übernimmt den Solopart in Prokofjews Klavierkonzert Nr. 2; Elgars Falstaff rundet den Abend mit Ironie, Weisheit und feiner Charakterzeichnung ab.
Besondere Akzente setzt das 4. Sinfoniekonzert mit dem Osnabrücker Musikpreis 2026. Lisa Streichs Ishjärta eröffnet einen Abend fragiler Schönheit, bevor das Werk für die Preisträgerin oder den Preisträger des Musikpreises im Zentrum steht. Amy Beachs Gaelic Symphony bringt schließlich als erste Sinfonie einer amerikanischen Komponistin klangliche Opulenz und romantische Wärme ins Programm. Mit Daniela Musca am Pult stellt sich dabei erstmals eine neue Dirigentin in Osnabrück vor.
Es folgen Konzerte voller französischem Esprit, klassischer Formkunst und orchestraler Farben. Cécile Chaminades Concertino für Flöte und Orchester steht im 5. Sinfoniekonzert neben Bizet, Milhaud und Haydn. Im 6. Sinfoniekonzert begegnen sich Hindemith, Mahler und Dvorák: ein Abend mit großer emotionaler Spannweite, in dem Marie Seidler mit Mahlers Kindertotenliedern einen besonderen Schwerpunkt setzt. Junge Musiker*innen des Niedersächsischen Jugendsinfonieorchesters wirken an Dvoráks 6. Sinfonie mit und machen diesen Konzertabend zu einem generationenübergreifenden Erlebnis.
Einen Höhepunkt bildet im Mai 2027 Mendelssohns Oratorium Paulus im Hohen Dom zu Osnabrück. In der eindrucksvollen Architektur des Raumes entfaltet das Werk unter der Leitung von Clemens Breitschaft seine geistige und klangliche Dimension. Mit dem Open Air Klassik unter den Sternen schließlich klingt die Saison im Juni festlich aus: Wagner, Rodrigo und Beethoven sorgen unter freiem Himmel für einen Sommerabend voller Klangpracht, bevor zusätzlich ein weiteres Konzert mit Filmmusik das Publikum ins Freie locken wird.
So zeigt sich die neue Saison als vielstimmiges Panorama: berührend, überraschend und voller künstlerischer Energie. Das Osnabrücker Symphonieorchester beweist erneut, wie lebendig, vielfältig und gegenwärtig sinfonisches Musizieren heute sein kann.
Tipp: Bereits seit 12. Mai sind die unterschiedlichen Konzertabos buchbar.