Wie lebt es sich mit Demenz? Was verändert sich im Leben? Was bedeuten Erinnerungen, wenn sie plötzlich verschwinden und alles mitnehmen, was uns ausgemacht hat?
So begann die Recherche zum Thema Demenz. Erfahrungsberichte von Betroffenen, Angehörigen und Fachkräften zeigten dabei eines besonders deutlich: die Wichtigkeit der Ehrenamtlichen. Sie begleiten Betroffene, entlasten Angehörige, gestalten Begegnungen und schaffen soziale Teilhabe.
Weil diese hochrelevante Arbeit oft unsichtbar bleibt, möchte das Theater sie mit einem Tag für Ehrenamtliche rund um die Generalprobe des Tanzstückes „Bevor ich es vergesse...“ würdigen - für alle Ehrenamtlichen in der Demenzpflege. Ein Tag voller Austausch, Entspannung und spannender Einblicke: die gemeinsam mit dem Gesundheitszentrum centrumed stattfinden. Tipps und Tricks für den Alltag. Jan Schriever von centrumed wird einen Kurzimpuls zur Selbstfürsorge geben. „Um sich für Menschen einzusetzen, braucht es nicht nur Zeit für andere. Es ist umso wichtiger, diese Zeit auch sich selbst zu nehmen. Kleine Tools, die man gut im Alltag anwenden kann, bringen Energie und Gelassenheit.“ Auch ein Bewegungsimpuls wird Teil des Nachmittags sein. centrumed Ergotherapeut*innen zeigen Übungen, die die Ehrenamtlichen in ihre Arbeit übernehmen können. „Bewegung aktiviert nicht nur den Körper, sondern auch das Gehirn. Jede Bewegung setzt einen Impuls und schafft wichtige Voraussetzungen dafür, dass unser Gedächtnis leistungsfähig bleibt, so Ergotherapeutin Maria Novales Woodside.
Im Anschluss folgen eine Theaterführung sowie der Besuch der Generalprobe des Tanzabends „Bevor ich es vergesse...“, der vom Erinnern und Vergessen erzählt. Mit dem Ehrenamtstag eröffnet das Theater Osnabrück Gesprächsräume - aber auch darüber hinaus in Einführungen und Vermittlungsformaten. Es sollen Menschen sichtbar werden, die es im Alltag häufig nicht sind. Bei der Premiere wird die Osnabrücker Alzheimergesellschaft informieren.
BEVOR ICH ES VERGESSE... Tanz
Choreographie und Sound: Antonin Comestaz
Bühne und Kostüme: Sophia Debus
Mit: Jeongmin Kim, Barbara Minacori, Emelie Söderström Ambre Twardowski, Emanuela Vurro, Luigi Imperato, Esaúl Llopis Castelló, Bojan Micev, Richard Nagy, John O'Gara, Merel Bastiaans, Lihi Maslo, Francesco Cento, Lina Tolstova
Premiere Samstag, 24.10.2026, 19.30 Uhr, Theater am Domhof
3 kurze Fragen: Choreograph Antonin Comestaz

Bevor ich es vergesse... was bedeutet dieser Titel?
Ein universeller Satz, den wir alle in unserem Alltag häufig sagen und doch kann er viele Bedeutungen haben. Er erinnert an eine kleine Erledigung, aber eben auch daran, die eigene Geschichte noch zu erzählen, bevor ich sie vergesse.
Was wird in diesem Abend erzählt?
Es ist ein Abend, der uns in eine Welt eintauchen lässt, in der nichts mehr so ist, wie es mal war. Er lässt uns hinterfragen, was unsere erste Erinnerung ist. An was wir uns gerne erinnern und wer wir selbst sind, wenn diese Erinnerungen plötzlich nicht mehr da sind.
Welche Rolle spielt Musik?
Unser ganzes Leben lang begleiten uns Melodien, aber auch Sounds und Geräusche. Manche stehen klar für einen Lebensabschnitt, anderes ist eher beiläufig. Sie rufen immer Erinnerungen in uns wach. Oft auch dann, wenn wir alles andere schon vergessen haben.