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Seine eigenen Rechte im Arbeitsrecht kennen

Anita Grotegeers Rechtsanwältin und Fachanwältin für Familienrecht und Autorin dieses Beitrages. Foto: fotogen.de

Wichtige arbeitsrechtliche Grundlagen: Arbeitsvertrag, Ausschlussfristen, Kündigungsschutz und Fristenwahrung sowie typische Risiken und Handlungspflichten im Arbeitsverhältnis aus anwaltlicher Perspektive

Aus meiner anwaltlichen Praxis zeigt sich immer wieder, dass frühzeitige Informationen hier entscheidend sind.

Hierbei verdient bereits der Arbeitsvertrag besondere Aufmerksamkeit. Regelungen zu Überstunden, Vergütungen oder Kündigungsfristen sind nicht immer eindeutig formuliert und zu verstehen.

Der Arbeitsvertrag ist daher sorgfältig vor Unterschrift zu prüfen, um spätere Nachteile zu vermeiden.

Dies gilt insbesondere auch in einem Arbeitsvertrag bezüglich sogenannter Ausschlussfristen. Oft ist in den Arbeitsverträgen festgehalten, dass innerhalb einer bestimmten Frist Lohnansprüche, Überstundenvergütungen etc. entfallen können, wenn sie nicht rechtzeitig geltend gemacht werden.

Werden sie dann rechtzeitig geltend gemacht, gibt es oft eine weitere Stufe, in der eine gerichtliche Geltendmachung erfolgen muss. Wer diese Fristen versäumt, verliert auch, wenn er im Recht ist, den Prozess. Daher ist es wichtig, diese Klauseln zu kennen. Nur so kann man spätere Nachteile vermeiden.

Unternehmen aus der Region

Vielen ist nicht bewusst, dass eine Kündigung auch zwingend schriftlich erfolgen muss. Das Gesetz schreibt insoweit ein Schrifterfordernis eindeutig vor. Anderenfalls ist die Kündigung unwirksam. Insoweit reicht eine WhatsApp-Nachricht oder eine E-Mail als Kündigung nicht aus.

Im Falle einer Kündigung ist zudem schnelles Handeln erforderlich.

Ein typischer Fall aus der Praxis: Ein Arbeitnehmer erhält eine Kündigung und geht davon aus, dass er noch genug Zeit hat. Er unternimmt zunächst nichts. Erst nach Ablauf mehrerer Wochen sucht er rechtlichen Rat. Zu diesem Zeitpunkt ist die Klagefrist jedoch bereits verstrichen – mit der Folge, dass die Kündigung nicht mehr angegriffen werden kann.

Unternehmen aus der Region

Folglich muss der Arbeitnehmer, trotz eigentlich rechtlich unwirksamer Kündigung wegen Verjährung der Klagefrist, die Kündigung seines Arbeitsverhältnisses hinnehmen.

Der Grund liegt darin, dass es bei Kündigungen des Arbeitsverhältnisses nur eine Klagefrist von 3 Wochen gibt, um rechtlich gegen eine Kündigung vorzugehen. Diese Frist ist eine Ausschlussfrist, ist strikt und sollte keinesfalls versäumt werden.

Anderenfalls wird auch eine unwirksame Kündigung als wirksame Kündigung betrachtet und das Arbeitsverhältnis endet, ohne Möglichkeit, dann noch dagegen vorzugehen.

Auch im Krankheitsfall bestehen klare Rechte und Pflichten. Arbeitnehmer haben grundsätzlich Anspruch auf Lohnfortzahlung für bis zu 6 Wochen, müssen ihre Arbeitsunfähigkeit jedoch unverzüglich anzeigen und entsprechend auch nachweisen.

Versäumnisse können arbeitsrechtliche Konsequenzen haben.

Beim Urlaubsanspruch zeigen sich ebenfalls Unsicherheiten. Arbeitgeber sind verpflichtet, auf bestehende Ansprüche hinzuweisen. Erfolgt dies nicht, kann Urlaub unter Umständen länger bestehen bleiben als angenommen.

Manchmal kommt es vor, dass man eine Abmahnung im Arbeitsverhältnis vom Arbeitgeber erhält. Diese sollte ernst genommen werden.

Sie sollte auch anwaltlich geprüft werden. Sie kann später Grundlage für weitere arbeitsrechtliche Schritte wie eine Kündigung seitens des Arbeitgebers sein.

Besondere Vorsicht ist auch bei Aufhebungsverträgen geboten. Diese werden häufig kurzfristig vorgelegt und enthalten nicht selten Regelungen, die für Arbeitnehmer nachteilig sind.

Insbesondere ist hier dringend zu beachten, dass mögliche Sperrzeiten beim Bezug von Arbeitslosengeld drohen können.

Aus meiner praktischen Erfahrung lässt sich festhalten: Wer seine Rechte kennt, Fristen beachtet und nicht vorschnell handelt, kann viele Konflikte vermeiden oder zumindest deutlich besser steuern. Diese Ausführungen zeigen, dass Arbeitsrecht nicht nur rein abstrakte Vorschriften, sondern grundsätzlich auch die eigene berufliche und wirtschaftliche Existenz betrifft. Eine anwaltliche Beratung und Vertretung ist daher unerlässlich.

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