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Bürger gründen Bad in Bad Essen: Am Anfang war die Solequelle

Das alte Badehaus in Bad Essen um 1913. Repro: Wolfgang Huge/Foto: Archiv

1860 gründete ein Bürgerkomitee im Schött-Tal eine Badeanstalt rund um die Solequelle. Der Kurort entwickelte sich rasch weiter und trägt seit 1902 den Namen "Bad Essen“.

Die Geschichte des Kurortes und späteren Heilbades „Bad Essen“ beginnt im August 1860, als sich ein "Comitee“ trifft, um über die Nutzung der im Schött-Tal zutage tretenden Sole für gesundheitliche Anwendungen zu beraten.

Das genaue Datum des Treffens ist nicht mehr überliefert, denn von den Anfängen dieses Komitees berichtet ein Schreiben, das aus dem Jahr 1862 stammt und auf den 15. September datiert ist. Auf eigene Kosten und Gefahr traf diese Gruppe eine folgenreiche Entscheidung zur eigenmächtigen Errichtung einer Trink- und Badeanstalt im Essener Tal. Hier, wo seit jeher eine Solequelle zutage trat, die auch in früheren Zeiten bereits zu häuslichen, landwirtschaftlichen und gesundheitlichen Zwecken genutzt worden war, sollte eine Trink- und Badeeinrichtung entstehen. 

In unmittelbarer Nähe des zum Tal herunterfließenden Mühlenbachs wurde die Solequelle durch eine Umleitung des süßen Wassers isoliert und ein Bassin geschaffen, in dem sich die Sole sammeln konnte. Einige Schritte südlich von der oberflächlichen Salzquelle wurde dann ein Bohrloch bis zur Tiefe von 116 Fuß getrieben, aus welchem sich eine neue Salzquelle, jedoch mit höherem Salzgehalt ergab. 

Wie den Akten zudem zu entnehmen ist, ging es dem Komitee um die Errichtung einer Badeanstalt sowie einer Trinkhalle. Man sprach davon, im Kleinen beginnen zu wollen“, „da an eine großartige Anstalt überhaupt hier nicht zu denken ist und eine spätere Vergrößerung nicht ausgeschlossen bleibt“. Entsprechend der eingereichten Kalkulation sollten "ein den gegenwärtigen Bedürfnissen entsprechendes Badehaus mit etwa acht Baderäumen und einem Sturzbade, wobei die Bäder durch Dämpfe erwärmt werden sollen, für höchstens 8000 Taler“ errichtet werden. 

Unternehmen aus der Region

Für eine spätere Erweiterung wurden bereits bei Antragstellung weitere 2000 Taler in das Aktienvolumen eingerechnet. Aus der Rentabilitätsberechnung erfahren wir weitere Details aus der Planung des Vorhabens, das bereits 1863 umgesetzt werden sollte. Die maximale Leistungsfähigkeit der Quellen sah der Verein bei 70 bis 80 Bädern pro Tag, doch sollten in der Kalkulation lediglich 50 bei einer ein hunderttägigen Badesaison berücksichtigt werden. Die daraus errechnete Einnahme von 1220 Talern und 20 Groschen sollte nicht nur zur Kostendeckung reichen, sondern auch noch eine Verzinsung der Einlagen von mindestens 6 Prozent sichern.

Unternehmen aus der Region

Insgesamt 77 Einwohner aus Essen, Harpenfeld, Lockhausen, Wittlage, Wehendorf und sogar aus Hannover erklärten sich bereit, dem zu gründenden "Trink- und Badeanstaltsverein“ beizutreten. Was folgte, war die Gründung der ins Auge gefassten Aktiengesellschaft und die Zustimmung des Königlich-Hannoversche Ministeriums des Innern zum "Trink- und Badeanstalts-Verein zu Essen“ vom 21. Mai 1863. Noch im selben Jahr nahm die Aktiengesellschaft ihre Tätigkeit auf und begann mit dem Bau eines ersten Badehauses, einem roten Ziegelsteinbau. 

Das Solebadehaus lag am Ortsausgang, von wo aus sich das vor rauen Winden geschützte Tal zwischen Born und Sonnenbrink erstreckte. Auch wurden in der Nähe der Solequelle Vorrichtungen zur Durchführung von Trinkkuren geschaffen, auch wenn diese zunächst noch von ganz einfacher Art waren. So standen dem Kurgast hier eine Schwengel Pumpe und ein an einer Kette befestigter Becher zur Verfügung, um ein wenig Solewasser zu sich nehmen zu können. Der von Tuffstein eingerahmte Brunnen wurde nach dem Essener Bürger Pelzer als "Heinrichsquelle“ bezeichnet, als Anerkennung für die Verdienste Pelzers um den Badeverein. Seit dem Jahr 1902 führt der Ort Essen den Namenszusatz Bad“ Heinrich

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