Zwei Schlösser prägen die Region rund um Bad Essen: Schloss Hünnefeld und Schloss Ippenburg. Heute werden beide von unterschiedlichen Zweigen der Familie Von dem Busche geführt. Das Adelsgeschlecht aus dem Ravensberger Landin Ostwestfalen, wird 1225 erstmals erwähnt.
Die Geschichte der Ippenburg reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück: 1345 wird die sie erstmals als "castrum Ybbenborg“ erwähnt. 1390 ging sie durch Kaufan Johann von dem Bussche über, der trotz bischöflicher Auflagen eine wehrhafte Anlage errichten ließ. Daher geriet Johann später in Streit mit dem Bischof. Dieser belagerte die Ippenburg, musste jedoch nach einiger Zeit seine Truppen abziehen und belegte den Burgherrn mit einem Bann. Johann musste deshalb nach seinem Tode im Feld neben der Burg begraben werden. Erst als seine Nachfahren eine Buße von 500 Talern zahlten, durfte der Leichnam in die Kirche überführt werden.
1421 weihte man eine Kapelle im Erdgeschoss. Ab 1600 wurden die Vorburg und Festungswerke mehrfach umgestaltet. Nach dem Dreißigjährigen Krieg errichtete die Familie ein Herrenhaus nördlich des ursprünglichen Standorts, das ebenfalls eine Hauskapelle besaß. Ein Blitz zerstörte 1756 Teile des Hauses; 1862 musste es abgetragen werden. An seiner Stelle entstand zwischen 1862 und 1867 das heutige Schloss. Graf Wilhelm von dem Bussche beauftragte den Bau, der von 1930 bis in die 1990er Jahre mehrfach renoviert wurde. Die neugotische Ausstattung blieb erhalten. Im Jahr 1811 hatte man zuvor die verfallene spätmittelalterliche Burg abgerissen.
Der Schlosspark entwickelte sich über Jahrhunderte von einem funktionalen Nutzgarten zu einer der schönsten Gartenanlagen Norddeutschlands und war 2010 Teil der Landesgartenschau in Bad Essen. Ursprünglich war die sumpfige Niederung durch Gemüse- und Rübenanbau sowie Schafhaltung geprägt. Erst im 17. Jahrhundert entstanden erste Ziergärten. Im 19. Jahrhundert ließ George von dem Bussche die Anlage nach englischem Vorbild gestalten. Später verwilderte der Park weitgehend, der äußere Bereich wurde zum Forst.
Seit den 2000er Jahren wurde die Anlage grundlegend überarbeitet, es entstand unter anderem das Rosarium. Heute ist Schloss Ippenburg von weitläufigen, kunstvoll gestalteten Gärten umgeben und ist ein beliebter Ausflugsort für Familien, Naturliebhaber und Gartenbegeisterte. Auf über 60.000 Quadratmetern entfaltet sich ein lebendiges Gartenparadies mit blühenden Beeten, versteckten Rückzugsorten und kreativen Spielbereichen, das Menschen jeden Alters begeistert. Jedes Jahr warten in der Saison spannende Highlights auf die Besucherinnen und Besucher. ue/pm