Schließen
Um Ihre Registrierung abzuschließen, gehen Sie in Ihr E-Mail-Postfach und folgen dem Link in der Bestätigungsmail. Danach können Sie den Artikel frei lesen. E-Mail erneut senden
Präsentiert von

Schloss Hünnefeld

Tradition trifft Leben: Geschichte und Gegenwart eines Adelsguts

Am 17. März 1447 gelangte Schloss Hünnefeld in den Besitz von Albert Freiherr von dem Bussche. Foto: Schloss Hünnefeld
Am 17. März 1447 gelangte Schloss Hünnefeld in den Besitz von Albert Freiherr von dem Bussche. Foto: Schloss Hünnefeld

Schloss Hünnefeld wurde 1146 erstmals erwähnt und ist seit 1447 im Besitz der Familie von dem Bussche. Die mittelalterliche Burganlage bestand einst aus einer Ober- und einer Unterburg. Letztere wurde um 1600 abgetragen, um Platz für neue Gebäude zu schaffen. Zwischen 1600 und 1614 entstand das heutige Herrenhaus in Spätrenaissance-Architektur mit dreiflügeliger Anlage und Ehrenhof. 1658 wurde der Südflügel ergänzt. Die Anlage wird von Wassergräben umgeben und besitzt einen Taubenturm (1710), der französischen Vorbildern nachempfunden ist.

Bemerkenswert ist der Schlosspark: Ursprünglich barock, wurde er um 1800 in einen englischen Landschaftsgarten umgestaltet und 1840 durch exotische Bäume ergänzt. Die „Weltinsel“ im Park spiegelt barocke Gartenphilosophie wider.

Die Familiengeschichte ist eng mit dem benachbarten Schloss Ippenburg verbunden. Nach der Erbteilung 1598 fiel Hünnefeld an Gerhard-Clamor von dem Bussche. Seine Mutter Anna von Ascheberg führte das Gut nach dem Tod ihres Mannes 1573 weiter - eine beachtliche Leistung für die damalige Zeit. Clamor Eberhard, ihr Enkel, erwarb später das Gut Streithorst; sein Sohn begründete die Linie von dem Bussche-Streithorst. Dessen Nachkomme Axel von dem Bussche wurde als Widerstandskämpfer gegen Hitler bekannt.

Unternehmen aus der Region

Christoph von dem Bussche, ein weiterer bedeutender Familienangehöriger, erweiterte den Besitz und gründete das bis heute bestehende „Hünnefelder Stammlegat“. Kulturell hervorgetreten ist auch Johann Friedrich von dem Bussche durch seinen Briefwechsel mit dem Aufklärer Justus Möser.

Heute wird das Schloss von mehreren Generationen der Familie bewohnt. Es ist privat, aber Cafébesucher können den Park betreten. Führungen sind auf Anfrage möglich. Seit 2014 finden standesamtliche Trauungen im historischen Kreuzgewölbe, der ehemaligen Kapelle, statt. Freifrau Luise von dem Bussche-Hünnefeld begleitet die Paare dabei. Hochzeitsgesellschaften können den Empfang im Café Alte Rentei oder im Kornspeicher ausrichten.

Ein weiteres Angebot ist der RuheForst Schloss Hünnefeld, ein Waldfriedhof. Er ermöglicht naturnahe Beisetzungen in sogenannten RuheBiotopen - eine würdevolle Abschiedskultur im Einklang mit der Natur. ue/pm

Meine Favoriten:
Alle Orte: