Wenn zwei sich streiten, leidet der Dritte: Das gilt zumindest für Kinder, deren Eltern sich so sehr nicht mehr verstehen, dass sie sich trennen wollen. Auch wenn das dann geschieht, bleiben sie aber Eltern – und sollten versuchen, dieser Rolle gerecht zu werden. Wie kann das funktionieren, auch wenn man nicht mehr zusammen lebt?
Wenn Kinder in ihrer Entwicklung einen Schritt zurück machen, kann das mit der Trennung der Eltern zusammenhängen. Weniger selbstständiges Verhalten im Alltag, emotionaler Rückzug durch Einstellung der Kommunikation bis hin aggressivem Sozialverhalten können Anzeichen dafür sein, dass ein Kind unter der neuen Situation leidet.
Bei jüngeren Kindern können auch Einnässen oder der Wunsch, wieder im Bett der Eltern zu schlafen, Symptome für eine trennungsbedingte Regression sein. Die Veränderung wird von ihnen häufig als Bedrohung wahrgenommen. Deshalb neigen sie auch dazu, sich an ein Elternteil zu klammern, um den Verlust in Grenzen zu halten.
Während bei Vorschulkindern oft Schuldgefühle entstehen und sie sich für die Trennung der Eltern mitverantwortlich fühlen, erheben ältere Kinder nicht selten gegenüber dem einen oder dem anderen Elternteil den Vorwurf, die Trennung verursacht zu haben. Bei Geschwisterkindern wird häufig beobachtet, dass sie sich die Loyalität zu den Eltern aufteilen und dadurch ein Geschwisterkonflikt entsteht.

Auch für Jugendliche kann die Trennungssituation belastend sein, wenn sie sich für ihre Eltern verantwortlich fühlen und sie sich den Umständen hilflos ausgeliefert fühlen. All das appelliert wiederum an die Verantwortung der Eltern, sich so zu verhalten, dass die Kinder in keinem Fall irgendeine Mitschuld an ihrer Trennung empfinden.
Kein Trennungsstreit vor den Kindern
Auch sollte den Kindern möglichst nicht vermittelt werden, dass Streit zwangsläufig zu Trennung führt. Denn der gehört schließlich zu jeder Beziehung dazu und kann bestenfalls konstruktiv aufgelöst werden und damit sogar befreiend wirken.
Nichtsdestotrotz sollte gerade während oder nach einer Trennung offener Streit vor den Augen oder Ohren der Kinder vermieden werden. Hält man die Kinder nicht aus den eigenen Paarkonflikten heraus, kann deren Zeugenschaft bestehende Loyalitätskonflikte noch wesentlich verschärfen.
Umgekehrt gilt es, die Kinder nicht als Spielball für die eigenen Interessen missbräuchlich zu instrumentalisieren, indem man etwa vor ihnen schlecht über das jeweils andere Elternteil redet oder gar Schuldzuweisungen äußert. Stattdessen ist es wichtig, den Kindern zu zeigen, dass gerade auch nach der Trennung weiterhin Kontakt besteht, um gemeinsame Absprachen, was die Neustrukturierung des Familienalltags betrifft. Denn Eltern bleiben Eltern, auch wenn sie getrennt voneinander leben.
Zum Wohle der Kinder sollte deshalb mit ihnen gemeinsam darüber gesprochen und entschieden werden, wie das nicht mehr räumliche Zusammenleben organisiert werden kann. Weit verbreitet ist dabei das sogenannte Wechselmodell, bei dem das Kind mal bei dem einen und mal bei dem anderen Elternteil lebt – entweder zeitlich zu gleichen Teilen oder asymmetrisch, wobei häufig die Mutter den größeren Anteil oder die Hauptverantwortung übernimmt.
Weiterhin die Elternrolle ausfüllen
Dabei ist entscheidend, dass beide Elternteile dem jeweils anderen auch nach der Trennung weiterhin Vertrauen in deren Elternsein schenken. Nur dann kann auch das positive Bild, das Kinder von ihren Eltern haben, aufrechterhalten werden. Die Trennung muss dabei kein Tabuthema sein. Ganz im Gegenteil sollte sich offen darüber ausgetauscht werden in einem Sinne, in dem man nicht als gekränkter Ex-Partner mit seinen Kindern spricht, sondern weiterhin in der Rolle der verantwortungsbewussten Mutter oder des verantwortungsbewussten Vaters. Nur dann kann Raum für neu erlebte Nähe entstehen als Basis für Einander Zuhören und Miteinander Sprechen, aber auch für gemeinsame Erlebnisse im Sinne von „Qualitätszeit“ und somit das Schaffen neuer schöner Erinnerungen auch nach der Trennung.
Für die Kinder ist es zudem wichtig, dass neben einem regelmäßigen, verbindlichem Umgangskontakt zu beiden Elternteilen auch ihre sonstigen Sozialkontakte bestehen bleiben - von den Schuloder Kindergartenfreunden über den außerschulischen Musik-, Theater- oder Kunstunterricht und dem Sportverein bis hin zu Verbindungen zu anderen Familienmitgliedern wie etwa den Großeltern.
mali
ZAHL DES MONATS
Wie viel darf der Ranzen wiegen?
Im Grundschulalter sollte ein leerer Ranzen nicht mehr als 1,3 Kilogramm wiegen (bei einem Innenraumvolumen von mindestens 15 Litern). Im Mittel- und Oberstufenalter liegt der Richtwert beträgt circa 1,5 Kilogramm (bei einem Innenraumvolumen mindestens 25 Litern) Und noch ein Trage-Tipp: Der Ranzen soll sich an den Rücken„ankuscheln“, so ein Hinweis der Aktion Gesunder Rücken.
dpa
TIPP DES MONATS
Was tun bei einem Fieberkrampf?
Einen Fieberkrampf des eigenen Kindes vergessen Eltern nicht so schnell. „Es ist schrecklich, das anzuschauen“, sagt auch Tim Niehues, Chefarzt eines Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin. „Das Kind ist nicht mehr ansprechbar, hat Zuckungen, man hat sofort Angst.“ Mitunter färbt sich auch der Bereich um die Lippen blau. Nach drei bis vier Minuten ist der Spuk in aller Regel vorbei. Schätzungsweise einem Prozent der Kinder passiert so ein Fieberkrampf irgendwann einmal. Was genau dahintersteckt, ist bisher nicht bis ins Detail bekannt. Klar ist aber: Es ist die rasche Temperaturänderung im Körper, die die Symptome auslöst. Eltern dürfen aber aufatmen: So bedrohlich ein Fieberkrampf auch wirkt, so harmlos ist er am Ende. „Er führt nicht dazu, dass das Gehirn in irgendeiner Form geschädigt wird“, kann Tim Niehues beruhigen. Dennoch: „Es sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, der beurteilt, ob nicht noch mehr dahintersteckt, etwa eine Hirnhautentzündung.“ Auch wenn Eltern keine bleibenden Schäden befürchten müssen: Während des Krampfes kann es zu Verletzungen kommen. Um das Risiko zu senken, rät das Portal „kindergesundheitinfo.de“ des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) Eltern diese Dinge: Beim Kind bleiben und es beruhigen. Harte Gegenstände in der Nähe des Kindes lassen sich durch Decken und Kissen abpolstern. Das senkt die Verletzungsgefahr. Kinder sollten während eines Fieberkrampfes weder essen noch trinken – es besteht Erstickungsgefahr. Der Nachwuchs sollte möglichst seitlich und stabil liegen, Mund und Nase sollten frei sein. Eng anliegende Kleidung können Eltern lockern, damit das Kind möglichst gut Luft bekommt.
dpa
MYTHOS DES MONATS
Zahngel hilft bei den ersten Zähnen
Wenn die ersten Zähnchen durchbrechen, ist das für Familien eine herausfordernde Zeit. Ist da der Griff zu speziellen Zahnungsgelen, -cremes und -ölen sinnvoll? Eher nicht. Sie bringen nur wenig, ist das Fazit der Zeitschrift „Öko-Test“. Zwar empfehlen verschiedene Fachgesellschaften sanfte Massagen der Kauleiste, wenn die Zähne durchbrechen. Dabei ist aber nicht die Rede davon, dass das mit einem Gel geschehen sollte. Die Produkte bringen nach Ansicht von „Öko-Test“ keinen Mehrwert.
dpa