"Wir haben im Grunde alles einmal auf links gedreht“, sagt Lukas Wittrock, der den Umbau vor Ort begleitet hat. Der Shop wurde nahezu vollständig entkernt, Decke, Boden, Technik und Kühlzelle erneuert. Die Schäden durch die Explosion waren erheblich, sodass ein umfassender Wiederaufbau notwendig wurde.
Statt den alten Zustand wiederherzustellen, nutzten die Betreiber die Gelegenheit für ein neues Konzept. Der Shopbereich wurde deutlich vergrößert, während der Bistrobereich kleiner ausfällt. "Wir haben gemerkt, dass warme Speisen wie Pommes oder Curry von unseren niederländischen Kunden weniger nachgefragt werden“, erklärt Wittrock. Stattdessen wurde das Tabakangebot erweitert, teilweise mit Selbstbedienung, was zugleich das Personal entlastet.
Auch technisch hat sich im Innenbereich einiges getan. Ein neuer Geldautomat ist niedriger angebracht und damit barriereärmer. Im Kassenbereich sorgt ein neues System für schnellere Abläufe: Wer ein Brötchen und Kaffee bestellt, erhält einen QR-Code und kann das Getränk anschließend selbst an der Maschine abrufen.
"So vermeiden wir Wartezeiten und schaffen mehr Tempo“, sagt Wittrock. Gleichzeitig bleibt der persönliche Kontakt erhalten - ein wichtiger Bestandteil des Standorts. Neu gestaltet wurde auch der Aufenthaltsbereich. Trotz reduzierter Fläche gibt es weiterhin Sitzmöglichkeiten, bewusst etwas abseits vom Tankfeld.
Gerade Pendler, Taxifahrer oder Hotelgäste nutzen dieses Angebot regelmäßig. Parallel zum Umbau wurde auch das Außengelände weiterentwickelt. Jannik Onneken, zuständig für die Ladeinfrastruktur, erläutert, dass für den Ladepark zusätzliche Fläche erworben wurde. Entstanden ist eine überdachte Anlage mit acht Ladepunkten, an denen mit bis zu 300 Kilowatt geladen werden kann. Damit wird der Standort auch für E-Auto-Fahrer zunehmend attraktiv.


Die Überdachung bietet zudem Schutz bei schlechtem Wetter. Für die Energieversorgung wurde ein neuer Transformator installiert. Künftig soll die Anlage durch Photovoltaik ergänzt werden. Geplant sind außerdem zusätzliche Ladepunkte für E-Bikes sowie weitere Serviceangebote wie zusätzliche Staubsaugerplätze.
Auch im klassischen Kraftstoffbereich gibt es Neuerungen: In Kürze soll HVO100 angeboten werden, ein alternativer Diesel, der insbesondere für Unternehmen mit Emissionszielen interessant ist. "Die Nachfrage steigt, deshalb haben wir das umgesetzt“, so Wittrock.
Die Neueröffnung selbst fällt bewusst zurückhaltend aus. Statt großer Showeffekte setzen die Betreiber auf ein Gewinnspiel mit regionalem Bezug. Zu gewinnen gibt es unter anderem ein E-Bike, Karten für ein Familienkonzert und ein Weintasting.
"Uns war wichtig, den Kunden nach der langen Zeit etwas zurückzugeben“, sagt Wittrock. Dass der Wiederaufbau in vergleichsweise kurzer Zeit gelungen ist, führen die Verantwortlichen auch auf die Zusammenarbeit mit regionalen Handwerksbetrieben zurück. "Wir hatten starke Partner an unserer Seite, die flexibel reagiert haben. Ohne das wäre dieser Zeitplan kaum zu halten gewesen", betont Wittrock.