Zwei Jahre lang herrschte Stille am Beckenrand. Wo einst Abrisspläne drohten, glitzert nun wieder azurblaues Wasser. Durch eine beispiellose ehrenamtliche Kraftanstrengung hat Surwold sein Freibad saniert für einen Bruchteil der offiziellen Kosten. -
Nachdem das Bad von 2022 bis 2024 leer stand und die Aussichten düster waren, markiert der 9. Mai 2026 nun den Beginn einer neuen Ära. Um 14 Uhr öffnet das Bad offiziell seine Pforten und das nach geschätzten 7500 Stunden ehrenamtlicher Arbeit. Die Ausgangslage schien aussichtslos. Experten hatten die Sanierungskosten auf 7,8 Millionen Euro taxiert. Als erhoffte Fördermittel in Höhe von 3,5 Millionen Euro ausblieben, schien das Schicksal der Anlage besiegelt.
Die Initiatoren - allesamt Personen mit unterschiedlichen Fachkompetenzen - setzten sich zusammen. Sie gründeten einen Förderverein und rechneten vor: Der Gemeindeanteil hätte bei ca. 4,5 Millionen Euro gelegen und sie wollen mit ca. drei Millionen Euro das komplette Bad sanieren.



„Wir sanieren das Bad nicht für uns sechs, sondern für alle“, betonten sie von Anfang an und sagten: „Wir brauchen euch alle, eure persönliche Präsenz.“ Und die Gemeinde hörte den Ruf. In den vergangenen Monaten wurde das Freibad zur größten Baustelle der Region und zum sozialen Herzstück.
7.500 ehrenamtliche Stunden wurden geleistet. von Ein Einsatz, der einen theoretischen Lohnwert 350.000 Euro darstellt. Ob Klempner, Maurer, Elektriker oder die Arbeitsgruppe fürs Pflastern und die Gartenarbeit: Jeder packte mit an. Manchmal war das halbe Dorf auf den Beinen, an manchen Abenden standen auch nur zwei oder drei auf der Baustelle.
Die Initiatoren betonen: „Das Wichtigste war, dass alle da waren. Wir haben durch die Arbeit sogar wieder ganz neue Leute im Dorf kennengelernt und es waren einfach tolle Stunden zusammen.“
Die Liste der Unterstützer und Helfer ist lang. Die einzelnen Bürger Surwolds waren zur Stelle und auch die Mitglieder der ansässigen Vereine - laut den Organisatoren war „irgendwann jeder mal da.“


Trotz Schwierigkeiten bei der Wasseraufbereitung, die das Projekt um Monate zurück warf, und einem langen Winter, ist das Werk nun vollbracht. Das 50-MeterBecken ist bereit für Wettkämpfe und Familien. Besonders nachhaltig: Die Wassertemperatur von 25 bis 26 Grad wird komplett über eine neue Photovoltaikanlage gespeist.
Für die Eröffnung rechnen die Verantwortlichen mit rund 1.000 Besuchern. Wenn am 9. Mai 2026 die große Party steigt, zu der alle Bürger Surwolds und der Nachbarorte eingeladen sind, wird eines klar sein: In Surwold ist ein Denkmal für den Zusammenhalt entstanden. Ann-Christin Blankmann