Wer bei Günther John an der Meppener Straße nur zum Tanken hält, bekommt längst mehr als ein paar Liter Kraftstoff. „Tanken und Mehr“ ist bei ihm keine bloße Ergänzung im Namen, sondern wörtlich zu nehmen. Zum Betrieb gehören heute eine Autovermietung, Anhängerverkauf und -verleih, eine Werkstatt, ein kleiner Nutzfahrzeughandel sowie ein Café- und Bistrobereich. Neu hinzu kommt zur Wiedereröffnung ein Wohnmobilstellplatz.
„Hauptsächlich sind es die Autovermietung, die Tankstelle und der Anhängerverkauf“, sagt John. Allein in der Vermietung stehen rund 60 Fahrzeuge zur Verfügung. Das Angebot sei in den vergangenen 26 Jahren Schritt für Schritt gewachsen. Aus der klassischen Tankstelle ist so über die Jahre ein Betrieb mit mehreren Standbeinen geworden, die heute eng ineinandergreifen. Gerade die Autovermietung hat sich zu einem wichtigen Teil des Unternehmens entwickelt. Wer einen Mietwagen benötigt, einen Anhänger kaufen oder leihen möchte oder mit seinem Fahrzeug in die Werkstatt muss, findet vieles an einem Standort.
Der Neubau nach dem Brand ist für ihn deshalb nicht nur Ersatz für das zerstörte Gebäude, sondern der bislang größte Meilenstein in der Entwicklung des Unternehmens. Zugleich hat John die Gelegenheit genutzt, den Betrieb gezielt neu auszurichten, ohne seine gewachsenen Standbeine aus dem Blick zu verlieren.
Das zeigt sich besonders im Shop. Mehr Platz, eine freundlichere Gestaltung, eine neue Auslage und ein eigener Bistro- und Kaffeebereich sollen dafür sorgen, dass der Halt in Herbrum nicht bei Zapfsäule und Kasse endet. Belegte Brötchen und Dinge für unterwegs oder das Wochenende gehören ebenso zum Angebot. „Wir decken so ziemlich das Spektrum ab, was man an Artikeln für ein gelungenes Wochenende, die kleine Pause zwischendurch oder als letzten Stopp vor dem Feierabend braucht“, sagt John.
Neu ist auch das Angebot für Reisende
Zeitgleich mit der offiziellen Wiedereröffnung geht ein Wohnmobilstellplatz in Betrieb. Vier Wohnmobile finden dort Platz. Dusche und Toilette stehen zur Verfügung, dazu können die Gäste die weiteren Angebote des Unternehmens nutzen. „Die können natürlich auch unseren Service hier in Anspruch nehmen“, erklärt John. Frische Brötchen, Einkäufe oder eine Wohnmobilwäsche – all das ist vor Ort möglich.
Bei aller Angebotsbreite soll der persönliche Kontakt aber nicht verloren gehen. Was guten Service ausmacht, klingt bei John entsprechend wenig kompliziert: „Eine freundliche Begrüßung, eine gute Behandlung“ und vor allem, dass der Kunde nicht einfach stehen gelassen werde. Man müsse sich eines Anliegens annehmen und „ein offenes Ohr und Auge für die Bedürfnisse des Kunden“ haben.
18 Menschen arbeiten heute als Team im Unternehmen. Einige Mitarbeiter sind seit zehn oder zwölf Jahren dabei. Und obwohl der Betrieb längst eine Größe erreicht hat, die weit über eine kleine Tankstelle hinausgeht, bleibt John für viele Kunden selbst der erste Ansprechpartner.
Da wird nicht nur nach einem Mietwagen oder Anhänger gefragt, sondern auch einmal nach einem Rat. Genau das gehört für ihn offenbar genauso zum Alltag wie das eigentliche Geschäft.
Die Größe des Betriebs und die Nähe zum Kunden schließen sich für John nicht aus - im Gegenteil. Und ganz fertig ist er mit seinen Ideen offenbar noch nicht. Auf die Frage, wie er die Zukunft seines Betriebs sieht und ob noch mehr geplant ist, fällt die Antwort gewohnt knapp aus: „Ja, da ist noch ein bisschen mehr, worüber man sich Gedanken macht. Aber das darf noch etwas reifen.“ Was genau, verrät er noch nicht. fe