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Wie fühlt sich ein Herzinfarkt an?

Bei Frauen strahlt der Brustschmerz vor allem in den Rücken und Oberbauch aus. Es besteht Verwechslungsgefahr mit Magenschmerzen. Foto: Christin Klose/dpa-mag

Wie man einen Infarkt rechtzeitig erkennt und warum zögern lebensgefährlich ist

Bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute: „Time is Muscle“ (Zeit ist Muskel) lautet für Medizinerinnen und Mediziner das Motto. Denn bei einem Infarkt sorgt ein Gefäßverschluss dafür, dass der Herzmuskel nicht mehr ausreichend durchblutet und mit Sauerstoff versorgt wird. Je länger dieser Zustand anhält, desto mehr Herzmuskelgewebe stirbt ab – es droht eine Herzschwäche.

Tückisch ist auch, dass ein Herzinfarkt jederzeit in ein Kammerflimmern übergehen kann. Das Herz schlägt dann völlig chaotisch über 300-mal pro Minute Innerhalb weniger Sekunden droht dann ein Herzstillstand. Doch was sind die Warnzeichen, bei denen man unbedingt an einen Herzinfarkt denken und schnell medizinische Hilfe holen sollte?

Die Deutsche Herzstiftung, der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen und die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände liefern einen Überblick.

Schmerzen strahlen eher in den linken Arm aus

Ein Warnzeichen sind plötzlich einsetzende starke Schmerzen im Brustkorb. Sie zeigen sich im Ruhezustand und dauern länger als fünf Minuten an. Oft sitzen sie ausschließlich hinter dem Brustbein. Die Schmerzen können dabei auch in andere Bereiche des Körpers ausstrahlen. Etwa in die Arme, wobei der linke Arm eher betroffen ist als der rechte. Auch Oberbauch, Rücken, Hals, Kiefer und Schulterblätter können schmerzen. Hier zeigt sich bei Frauen eine Besonderheit: Bei ihnen strahlt der Brustschmerz oft in Rücken und Oberbauch aus – es besteht Verwechslungsgefahr mit Magenschmerzen.

Apropos Verwechslungsgefahr: Ein Herzinfarkt kann auch für ein starkes Brennen im Brustkorb sorgen, das sich ähnlich wie Sodbrennen anfühlt. Typisch zudem ist ein massives Gefühl von Enge und ein heftiger Druck – Betroffene berichten oft von einem „Elefant auf der Brust“.

Herzinfarkt: Es kann Vorboten geben

Ein Herzinfarkt kommt in vielen Fällen aus heiterem Himmel – aber nicht immer. Die Deutsche Herzstiftung verweist auf Daten, aus denen hervorgeht, dass rund die Hälfte der Patientinnen und Patienten 24 bis 48 Stunden vor dem Infarkt Vorboten erlebt. Typisch sind dabei kurze Phasen von Brustkorbenge oder ein kurzes Brennen hinter dem Brustbein – einige Betroffene wachen nachts mit diesen Beschwerden auf. Wer hinter seinen Beschwerden einen Herzinfarkt vermutet, sollte keine Scheu haben, den Notruf unter der Nummer 112 zu wählen.

Wichtig: Wer sich zum Notruf nicht durchringen kann, sollte sich auf keinen Fall selbst ans Steuer setzen, um die nächste Klinikambulanz aufzusuchen, warnt die Deutsche Herzstiftung. In diesem Fall gilt: sich unbedingt fahren lassen.
dpa


Zahl des Monats

100.000

Rund 100.000-mal am Tag schlägt unser Herz, versorgt jede Zelle mit Sauerstoff und Nährstoffen und hält uns buchstäblich in Gang. Und doch schenken wir diesem körpereigenen Kraftwerk oft erst Aufmerksamkeit, wenn es aus dem Takt gerät. Herzgesundheit entsteht nicht zufällig – sie beginnt im Alltag und bei uns selbst.

Viele von uns kennen das: Familie, Job, ständige Terminkoordinationen, endlose To-do-Listen – und irgendwann meldet sich der Körper mit bleierner Müdigkeit, innerer Unruhe und dem Gefühl, nicht mehr richtig in Schwung zu kommen. Dann ist es höchste Zeit, sich bewusst zu machen: Herz und Blutdruck reagieren sensibel auf Stress, Bewegungsmangel und eine unausgeglichene Ernährung. Ein beginnender Bluthochdruck gilt als einer der größten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Als wichtigstes Organ ist unser Herz auf die richtige Versorgung angewiesen. Das fängt mit einer ausgewogenen Kost mit viel Gemüse, Fisch, Nüssen, Vollkorn und pflanzlichen Ölen an. Magnesium trägt zur normalen Muskelfunktion und zum Elektrolytgleichgewicht bei, Kalium unterstützt einen normalen Blutdruck und Vitamin B1 trägt zu einer normalen Herzfunktion bei.

Der richtige Lebensstil zählt, hier gibt es ebenfalls wichtige Stellschrauben. Wer ausreichend schläft, sich regelmäßig bewegt, bewusst Pausen einlegt und auf Stressreduktion achtet, unterstützt sein Herz unmittelbar. Nicht zuletzt sollten Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt regelmäßig wahrgenommen werden. Herzgesundheit ist kein Projekt, das man einmal startet und dann abhakt. Sie entsteht im Alltag, in den kleinen Entscheidungen.
djd


Tipps des Monats

Mandeln essen

Regelmäßiger Mandelverzehr scheint das Darmmikrobiom positiv zu beeinflussen, die Vermehrung gesunder Darmbakterien zu fördern und die Produktion kurzkettiger Fettsäuren wie Butyrat zu erhöhen. Das kann wiederum positive Effekte auf überschüssiges Körperfett und Stoffwechselgesundheit haben. Experten sagen: „Nach sorgfältiger Prüfung jahrzehntelanger wissenschaftlicher Erkenntnisse kommen wir zu dem Schluss, dass Mandeln die Herz- und Stoffwechselgesundheit nachweislich unterstützen. Der tägliche Verzehr, sei es als Snack, in Salaten oder anderen Gerichten, verbessert das Lipidprofil im Blut sowie die allgemeine Ernährungsqualität und auch die Lebensqualität.“
ots


Neues Früherkennungsprogramm für Lungenkrebs

Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert wenige Minuten

Lungenkrebs gehört in Deutschland zu den gefährlichsten Krebserkrankungen: Jährlich sterben etwa 45.000 daran. Das größte Problem liegt darin, dass die Krankheit oft erst bemerkt wird, wenn sie bereits weit fortgeschritten ist. An dieser Stelle soll das Lungenkrebs-Früherkennungsprogramm nun Abhilfe schaffen. Schätzungsweise 5,5 Millionen Menschen haben in Deutschland Anspruch auf das neue Präventionsangebot. Es richtet sich gezielt an Personen, die ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs aufweisen. Anspruch auf die Untersuchung haben gesetzlich Versicherte im Alter zwischen 50 und 75 Jahren, die seit mindestens 25 Jahren ohne lange Unterbrechung geraucht haben. Wer wissen möchte, ob er für das Lungenkrebsscreening infrage kommt, sollte zuerst seinen Hausarzt aufsuchen. Sind alle Kriterien erfüllt, überweist dieser die Patienten an eine radiologische Praxis. Diese muss besondere Qualitätsanforderungen erfüllen und über eine entsprechende Genehmigung verfügen. Das Herzstück des Screenings ist die Niedrigdosis-Computertomografie.

Unternehmen aus der Region

Mythos des Monats

Kein Kaffee bei Bluthochdruck – stimmt das?

Wer von Bluthochdruck betroffen ist, darf sich durchaus Kaffee gönnen. Denn: Die Annahme, dass das Koffein bei Bluthochdruck schädlich sei, konnten wissenschaftliche Untersuchungen nicht bestätigen, so die Deutsche Herzstiftung. Zwar kann Kaffee den Blutdruck kurzfristig ansteigen lassen. Das passiert aber vor allem dann, wenn der Körper nicht an Koffein gewöhnt ist. Trinkt man regelmäßig Kaffee, steigt der Blutdruck weniger stark an – oder gar nicht. Wer seine Herz im Blick hat, sollte laut Deutscher Herzstiftung am Tag maximal 400 Milligramm Koffein zu sich nehmen. Das entspricht vier Tassen Kaffee.
dpa

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