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Vom Baby bis ins Alter

Frische Grüntöne in Kombination mit abgetöntem Weiß wirken auch im Alter aktivierend. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn at

Die besten Wandfarben nach Altersgruppen

Je nach Alter, Charakter und emotionaler Verbindung ändern sich unsere Farbvorlieben im Leben. Denn Babys nehmen Farben anders wahr als Erwachsene. Und 50-Jährige anders als 80-Jährige.

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Warum das so ist und was sich daraus für die Gestaltung von Innenräumen ergibt: Die Antworten geben zwei Experten, die sich täglich mit der Wirkung von Farbe beschäftigen.

Babys: Grün und Rotviolett beruhigen

Zwar mögen Kinder intensive Farben, aber man sollte große Wandflächen damit meiden. Besser mit ruhigen Farbtönen streichen, schon das Spielzeug bringt Farbtupfer in den Raum. Foto: Laura Ludwig/dpa-tmn
Zwar mögen Kinder intensive Farben, aber man sollte große Wandflächen damit meiden. Besser mit ruhigen Farbtönen streichen, schon das Spielzeug bringt Farbtupfer in den Raum. Foto: Laura Ludwig/dpa-tmn

Nach dem Unterschied zwischen hell und dunkel ist Rot die erste Farbe, die Babys wahrnehmen können. Die roten Farbsehzellen sind im Zentrum der Netzhaut angesiedelt. „Genau da, wo die schärfste Stelle unseres Sehens ist“, sagt Axel Buether, Farbforscher und Professor an der Bergischen Universität Wuppertal. Was nicht bedeutet, dass das Babyzimmer leuchtend rote Wände braucht. „Rot zieht zwar magisch an, versetzt uns aber auch in einen Erregungs- und Aktivierungszustand“, so Prof. Buether. Besser sei ein warmes Rotviolett, damit sich die Kleinen geborgen fühlen. „Naturnahe Grüntöne haben ebenfalls einen beruhigenden Effekt“, sagt der Kinderpsychologe Jan-David Freund, der sich beim Spielwarenhersteller Haba mit psychologischen und pädagogischen Aspekten der Produktentwicklung beschäftigt. 

Er empfiehlt etwa, ein solches Grün gezielt rund um den Wickeltisch oder die Schlafsituation zu nutzen. Auch Lichtquellen und Schwarz-Weiß-Muster sind interessant für Babys. „Allerdings sollten die Übergänge weich gehalten werden“, rät Jan-David Freund. Denn gerade Neugeborene können Farben noch nicht selektiv wahrnehmen. Sie seien also den Reizen c von Wandfarben, Vorhängen und Teppichen voll ausgesetzt. 

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Kinder: Lernen, Spielen, Schlafen

Kinder wachsen in die Farbkultur ihrer Eltern hinein. Die ist zum einen durch die Wohnräume zu Hause geprägt, zum anderen von all den fröhlichen Farben, die der Kindheit zugeschrieben werden. „Sie vermitteln Vitalität, Lebensfreude und Individualität“, sagt Buether. Hinzu kommt, dass Kinder die Farben in einem Kontext erleben und zu deuten beginnen. „Angst machen ihnen häufig dunkle Farben wie Schwarz und dunkles Grau“, sagt Farbforscher Buether. Daher sollte man die Spielumgebung und das Kinderzimmer mit hellen Farbtönen gestalten. 

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Zwar mögen Kinder intensive Farben. Allerdings kann zum Beispiel ein starkes Grün auch hyperaktiv machen. Daher empfiehlt Axel Buether, die Sättigung des Farbtons zu mildern, je größer die Wandfläche ist, die damit gestrichen wird. Eine Lösung sind auch Pastelltöne. Gestaltungsexperte Freund findet einen Anstrich des Kinderzimmers in einem hellen Naturton gut. „Kinder bringen mit ihren Kunstwerken viel Farbe ins Zimmer.“

Erwachsene: Blasse Farben für Gestresste

Spätestens im Erwachsenenalter haben sich unsere Farbvorlieben gefestigt. „,Frauen tendieren häufig zu warmen, Männer zu kühlen Farbtönen“, sagt Prof. Axel Buether. Doch die Vorlieben passen nicht immer zur optimalen Raumgestaltung, zu der Experten raten. Hier kommt es auf das Temperament des Bewohners an. Ruhigeren, eher introvertierten Menschen rät Axel Buether, eine Wand mit aufhellenden, reinen Farben zu streichen. Weiß sei keine Lösung, es gebe keinen Halt im Raum. Häufig gestresste, unruhige oder extrovertierte Charaktere fühlen sich wohler, wenn die Wandfarben nicht besonders satt sind. Solchen Menschen empfiehlt Buether Erd- und Sandtöne sowie ein Salbeigrün. Es hat einen Grauanteil, weshalb es blasser wirkt als andere Grüntöne.

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Senioren: Helle, frische Farben halten fit

Im Alter nehmen die Augen vieler Menschen nicht mehr das volle Farbspektrum wahr. Die Linse färbt sich gelb, wodurch Farben matter erscheinen. „Es entsteht eine Filterung des Blauanteils und eine erhebliche Reduktion der Lichtstärke“, sagt Axel Buether. Insbesondere Blau, Blaugrün oder Violett lassen sich mit der Zeit immer weniger unterscheiden. Besser sind frische Türkis- und Grüntöne in Kombination mit abgetöntem Weiß; sie wirken auch im 1. Alter aktivierend. Zudem helfen - deutliche Farbkontraste bei der - Orientierung. Die im Alter gerne gewählten „Seniorenfarben“ wie Beige und Grau sind aus farbpsychologischer Sicht nicht zu empfehlen. dpa/tmn 

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