Momentan probt das Schauspielensemble „Frau Yamamoto ist noch da“ von Dea Loher, ein Text, der sich auf poetische und absurde Weise unserer Gegenwart widmet. Für die Hauptrolle, Frau Yamamoto, konnte das Theater Osnabrück die herausragende Angelika Thomas gewinnen, die für die Produktion aus Hamburg anreist.
Beim ersten Telefongespräch ruft Angelika Thomas begeistert aus: „In Osnabrück! Da hatte ich mein Erstengagement!“ Und tatsächlich: Von 1968 bis 1970 war Thomas am Theater Osnabrück engagiert, bevor sie nach Bremen, Köln, Berlin und schließlich nach Hamburg zog.
Am Thalia Theater blieb Angelika Thomas bis 2009, bis zum Ende der Intendanz von Ulrich Khuon. Auch dort spielte sie in Stücken von Dea Loher, unter anderem in „Unschuld“ und „Das letzte Feuer“.
Bei einem Treffen in der Kantine erzählt sie vom Beginn in Osnabrück und von der jetzigen Probenzeit. Sie hat Fotos und Programmhefte aus ihrem Erstengagement mitgebracht, auf denen sie als strahlende Zwanzigjährige zu sehen ist. Die Einstiegsgage betrug 500 Mark, im zweiten Jahr gab es dann 550. „Ich konnte nur auskommen, da ich am Wochenende zu meinen Eltern nach Herford fuhr, und dann habe ich mich satt gegessen, etwas mitgenommen und Wäsche gewaschen“, erzählt Angelika Thomas. „Meine kleine Wohnung war in der Humboldtstraße. Ich bin neulich mit dem Auto vorbeigefahren und habe das Haus sofort erkannt.“
Man merkt, dass Angelika Thomas sich sehr freut, wieder in Osnabrück zu sein. Sie schwärmt davon, wie schön und lebenswert die Stadt sei. Dass sie jetzt, nach über 50 Jahren, hier wieder Theater machen darf, ist für sie Schicksal, und die Arbeit mit dem jungen Team um Alina Fluck empfindet sie als Bereicherung.
Über die Dramatikerin Dea Loher sagt Thomas: „Dea Lohers Sprache ist so reich. Sie schreibt Alltagssprache, aber du kannst kein Wort weglassen, denn sie hat jedes Wort und jede Pause genau bedacht. Da ist nichts zu viel oder zu wenig. Ihre Texte sind unglaublich philosophisch, humorvoll und poetisch.“
In dem Stück ist Frau Yamamoto die älteste Bewohnerin eines Wohnhauses in einer nicht näher benannten Stadt. Während die anderen Figuren zwar Nähe wollen, sind sie scheu und können keine wirkliche Begegnung zulassen. Frau Yamamoto lässt ihre Wohnungstür offen – und das ist ein Sinnbild: Frau Yamamoto lässt das Leben zu, mit schönen Momenten und Schicksalsschlägen. Ihre Energie scheint sich auch auf das Stück abzufärben, das neben eher grotesken Gegenwartsbeschreibungen immer auch Momente des Hoffens zulässt. „Frau Yamamoto ist eine besondere Rolle und auch eine schwierige. Ich habe das Gefühl, ich weiß immer mehr, was Frau Yamamoto nicht ist, und kreise so ein, was sie vielleicht tatsächlich ist. Sie hat viel erlebt und ist sehr alt und hat sich ihre Neugierde auf die Welt bewahrt. Sie hat zu allem eine was sie sieht eine Meinung. Im Laufe der Arbeit habe ich herausgefunden, dass ich immer mehr von mir selber in die Figur einbringen kann.“
Beim gemeinsamen Lesen der alten Zeitungsbeiträge müssen wir lachen. So sagt die junge Angelika Thomas: „Ach, ich bin realistisch und romantisch zugleich. Boulevardstücke liegen mir sehr. Mein Traum wären Musicals, zum Beispiel die Eliza in My Fair Lady.“ Angelika Thomas ruft: „Das hat nicht geklappt, die Eliza ist mir entwischt. Aber mein Traum wurde mit der Großherzogin von Gerolstein im deutschen Schauspielhaus in Hamburg erfüllt.“ Und nun kommt die nächste besondere Rolle. Frau Yamamoto ist noch da.
Frau Yamamoto ist noch da
Dea Loher
Inszenierung: Alina Fluck
Bühne und Kostüme: Marleen Johow Kostüme: Svenja Mangold
Video und Musik: Oskar Smollny Mit: Verena Maria Bauer, Ronald Funke, Stefan Haschke, William Hauf, Hans-Christian Hegewald, Annika Martens, Angelika Thomas, Monika Vivell, Michi Wischniowski
Premiere
Freitag, 13.02.2026,
19.30 Uhr,
Theater am Domhof
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Freitag, 06.03.2026, 19.30 Uhr, emma-theater
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Dienstag, 17.03.2026, 19 Uhr, Theater am Domhof/Oberes Foyer
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Montag, 04.05.2026, 19.30 Uhr, Theater am Domhof