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7. Sinfoniekonzert des Osnabrücker Symphonieorchester

Concerto grosso im Wandel der Zeiten im Theater am Domhof: Von Corelli, Händel und Bach bis Schnittke entfaltet das Sinfoniekonzert eine Entwicklung zwischen barocker Tradition und moderner Reflexion

Ricardo Magnus
Ricardo Magnus

Wie klingt ein barockes „Concerto grosso“ – und was geschieht, wenn ein Komponist des 20. Jahrhunderts dieses historische Modell mit den Ohren der Gegenwart betrachtet? Das 7. Sinfoniekonzert des Osnabrücker Symphonieorchesters unter der Leitung des Gastdirigenten Ricardo Magnus spannt genau diesen Bogen und lädt dazu ein, drei Jahrhunderte Musikgeschichte in einer dramaturgischen Linie zu erleben. 

Den Auftakt bildet das Concerto grosso D-Dur op. 6 Nr. 1 von Arcangelo Corelli. Elegante Melodien, klare Satzstrukturen und das Wechselspiel zwischen Solistengruppe (Concertino) und Orchester führen mitten in die Klangwelt des italienischen Barocks – ein repräsentativer und stilprägender Beginn.

Darauf folgt das Concerto grosso B-Dur op. 3 Nr. 1 von Georg Friedrich Händel. Festliche Fanfaren, kantable Linien und kontrastreiche Satzfolgen verleihen der Musik eine ausgeprägt theatralische Geste und lassen Georg Friedrich Händels Stil in farbiger Vielfalt aufscheinen.

Mit dem ersten der Brandenburgischen Konzerte erweitert Johann Sebastian Bach die Möglichkeiten der Gattung. Virtuose Tutti-Passagen, tänzerische Sätze und konzertante Soli verbinden höfische Festlichkeit mit kompositorischer Experimentierfreude.

Den Blick aus der Gegenwart wirft schließlich das Concerto grosso Nr. 1 von Alfred Schnittke. Barocke Gesten erscheinen hier wie durch ein modernes Prisma: Sie werden gebrochen von Dissonanzen, abrupten Stilwechseln und werden von intensiver Expressivität konterkariert. So wird das historische Modell zum Reflexionsraum über Zeit und musikalisches Hören.

Für das Orchester bedeutet dieses Programm einen ständigen Perspektivwechsel zwischen barocker Transparenz, kammermusikalischer Präzision und Schnittkes vielschichtiger Klangsprache – ein Konzertabend, an dem das Concerto grosso als lebendige, immer wieder neu befragte Form erfahrbar wird.

7. SINFONIEKONZERT

Arcangelo Corelli Concerto grosso D-Dur op. 6 Nr. 1
Georg Friedrich Händel Concerto grosso B-Dur op. 3 Nr. 1
Johann Sebastian Bach Brandenburgisches Konzert Nr. 1 FDur BWV 1046
Alfred Schnittke Concerto grosso Nr. 1
Musikalische Leitung: Ricardo Magnus

Sonntag, 10.05.2026, 18.00 Uhr und
Montag, 11.05.2026, 19.30 Uhr
Theater am Domhof

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