Ein gefräßiger Onkel versucht, seine reiche Nichte kleinzuhalten, um weiter ihr Erbe verprassen zu können. Aber die Jugend wehrt sich. Und damit hat der Onkel die Rechnung ohne die Wirtin gemacht.
Für Regisseur Christian Thausing ist der „Vetter aus Dingsda“ ein wahres Operettenjuwel und perfekt für ein Theater wie Osnabrück geeignet, denn es braucht ein eingespieltes Ensemble. Und das findet er hier. „Ein Geschenk für mich als Regisseur!“, schwärmt der gebürtige Österreicher, der zum ersten Mal am Theater Osnabrück inszeniert und dann ausgerechnet gleich eine Berliner Operette.
Während es in den meisten anderen Werken dieser Gattung oft um reifere Liebende oder gar Ehepaare geht, handelt der „Vetter“ von wirklich jungen Menschen, die am Anfang ihres Lebens und ihrer Liebe stehen und frech gegen die Alten aufbegehren. Das macht das Stück so reizvoll und trotz aller unterschwelligen Ironie authentisch. Florian Wugk, der den geheimnisvollen Ersten Fremden spielt und seit dieser Spielzeit als Tenor fest im Ensemble ist, findet: „Es ist eine Mischung aus Roadmovie und Coming of Age und daher für mich absolut nachvollziehbar.“
Ein weiterer Trumpf ist Künnekes umwerfende Musik. „Denn“, so Thausing, „obwohl er immer gern als großer Opernkomponist Karriere gemacht hätte und viele Nummern einen Eindruck von seinem großen musikalischen Esprit verraten, besteht gerade die große Qualität des 'Vetters' darin, dass sich die Musik und somit die Figuren in bester Komödienmanier über sich selbst lustig machen und zu wundervollen, liebenswerten Karikaturen werden. Was als große Oper beginnt, endet meist in einer absurden schrillen Tanznummer.“
Und deshalb wird auf der Bühne getanzt bis zum Umfallen. In fast jeder Nummer versteckt sich ein Standardtanz – Tango, Foxtrott oder Walzer – der das kleine Ensemble unter der Leitung von Gastchoreograph Seân Stephens „Let's dance“– verdächtig herausfordert.
„Der Tanz verbindet und setzt Energien frei, die man als Zuschauer spüren wird“, ist sich Christian Thausing absolut sicher. „Wir erzählen ein modernes Märchen vom Erwachsenwerden, von Familienbanden und natürlich von der Liebe. Aber auch vom Essen. Und wenn ich sehe, welchen Spaß wir trotz allen Schweißes auf der Probe haben, dann kann ich nur sagen – die Operette lebt wie nie zuvor, denn es gibt unzählige Leute hinter und auf der Bühne, die die Operette lieben und somit zu neuem Leben erwecken. Vor allem hier in Osnabrück.“
Also nichts wie hin nach Dingsda.
Der Vetter aus Dingsda
Operette von Eduard Künneke
Musikalische Leitung: Benjamin Huth
Inszenierung: Christian Thausing
Choreographie: Sean Stephens
Bühne: Timo Dentler
Mit: Susanna Edelmann, Marlene Metzger, Jan Friedrich Eggers, Nadia Steinhardt, Daniel Preis, Florian Wugk, Dominic Barberi, Mark Hamman, Silvio Heil
Premiere
Samstag, 15.11.2025,
19.30 Uhr, Theater am Domhof
Was gehört fast genauso zu Weihnachten wie Lebkuchen und Glühwein?
Natürlich die Weihnachts- und Neujahrskonzerte des Osnabrücker Symphonieorchesters. Unter der Leitung von Benjamin Huth spielt das Orchester am 21. Dezember zwei festliche Konzerte um 16 Uhr und um 19.30 Uhr. Es darf sich auf gemeinsames Singen, musikalische Traditionen und fantasievolle Überraschungen gefreut werden. Auch das Neujahrskonzert am 01.01.2026, aus keinem Konzertkalender wegzudenken, verspricht musikalische Blüten unter anderem von Strauss, Delibes, Elgar oder Tschaikowsky – festlich, charmant und voller Esprit. Weihnachtskonzert Sonntag, 21.12.2025, 16 und 19.30 Uhr, Theater am Domhof
Neujahrskonzert
Donnerstag, 01.01.2026,
17 Uhr, Osnabrück-Halle
Und was machen Sie Silvester?
Theater natürlich
Im Theater am Domhof wird sich mit der Operette „Vetter aus Dingsda“ im lässig-flotten Swing der 1920er Jahre in das neue Jahr getanzt. Und im emma-theater könnte es unter dem Motto „fünf minuten stille“ besinnlich werden. Aber wie das in unserer heutigen Zeit so ist, wird die Stille in den Krach getrieben. Die etwas andere Komödie changiert zwischen absurdem Theater und politischer Comedy – komischer und ernster ist Schweigen wohl niemals gewesen.
Spieltermine Theater am Domhof:
Mittwoch, 31.12.2025, 15 und 19 Uhr
Spieltermine emma-theater:
Mittwoch, 31.12.2025, 16 und 20 Uhr