
“Guten Morgen alle zusammen, schön, dass ihr da seid zu dieser ersten gemeinsamen Probe“, begrüßen Britta Horwath und László Nyakas die Anwesenden auf Englisch. „Wir freuen uns sehr, dass Thomas Noone und sein Team nun mit uns in diese finale Phase der Stückentwicklung gehen.“
Thomas Noone übernimmt. Er ist sichtlich aufgeregt, spricht ein wenig zu schnell, aber dafür umso begeisterter. Er berichtet von Gesprächen mit der Tanzleitung und der Ursprungsidee, die am Theater Osnabrück thematisierten Partnerländer zusammenzuführen. Vielleicht eine Reise von - Polen durch den Balkan, in die Türkei bis nach Syrien? Aber mit welcher Musik? Was genau wollen wir erzählen?
Zwei Musikstücke von Kinan Azmeh haben ihn besonders beeindruckt. „Sie haben direkt Bilder in meinem Kopf ausgelöst. Da war etwas, das ich erzählen wollte. Eine Geschichte vom Aufbruch, Ankommen und dem Dazwischen. Etwas, das wir alle kennen All our Stories“, berichtet Thomas.
Dramaturgin Britta Horwath reicht einen Stapel Papier in die Runde. Jeder nimmt ein paar Seiten, gibt den Rest weiter. Eine Materialmappe gesammelte Informationen, Hintergrundinfos zum Komponisten, den Musikstücken, Übersetzungen, wissenschaftliche Artikel und Essays alles mit Bezug zum Stück. Inhaltliche Gedanken, die dem Team helfen sollen, in “All our Stories“ einzutauchen.
Es erhebt sich jemand: Isabel Kork. Sie dreht eine Stellwand herum und präsentiert Bühnen- und Kostümentwürfe. Was macht einen Innenraum als Innenraum erkennbar?“, fragt sie in die Runde. Diese Frage habe sie sich gestellt in all den Gesprächen. Diese Innenräume können Heimat, Unterkunft und Zuflucht für verschiedene Menschen sein - wir kommen an, breiten unsere Decke aus, stellen unsere Vase auf den Tisch, es wird unser Raum, bevor wir ihn wieder verlassen.
Auch die Frage nach Individualität, habe sie beschäftigt, sagt Kork und präsentiert auf den ersten Blick gleichförmig wirkende Kostüme. Bei genauem Hinsehen wird klar, sie sind ganz unterschiedlich. Es gibt Nachfragen; interessiert beugen sich die Künstler*innen über Skizzen und Texte. Welchen Aufbau wird das Stück haben? Gibt es tatsächlich eine Sängerin?
Dann klatscht Probenleiter László Nyakas in die Hände. Alle erheben sich. Es ist so weit - die ersten Schritte werden getanzt und die Tänzer*innen lassen sich auf die großen, organischen Bewegungen Noones ein.
All our Stories
Tanzstück von Thomas Noone
Choreographie: Thomas Noone
Musikalische Leitung: Seong-Bin Oh
Musik: Kinan Azmeh Bühne & Kostüme: Isabel Kork
Mit: Dance Company Osnabrück, Osnabrücker Symphonieorchester
Premiere
Sonntag, 25.10.2025,
19.30 Uhr,
Theater am Domhof
Tanz mal! in Osnabrück
Tanzvermittlung und Dance Company bringen Tanz in die Grundschulen
Dass Tanz die körperliche Gesundheit und die geistige Fitness fördert, uns in sozialer Interaktion und psychischem Wohlbefinden unterstützt, ist lange wissenschaftlich belegt.
Warum es der Tanz allerdings noch nicht nachhaltig in die Schulen geschafft hat, bleibt dabei ein Rätsel.
Mit der finanziellen Förderung der Playmobil Stiftung kann das Theater Osnabrück ab sofort das Projekt „Tanz mal!“ für Grundschulen anbieten.
Professionelle Tanzschaffende und Tanzvermittler*innen kommen hier in die Grundschulen in und um Osnabrück, um gemeinsam mit den Kindern den Tanz in seiner Vielfalt zu erleben - dabei heißt es: Tanz schauen, über Tanz sprechen und natürlich auch Tanz ausprobieren.