
Die Verabredung ist klar: Das Publikum erscheint zum Zuschauen, die Spieler*innen zum Spielen und Sprechen auf der Bühne. Aber der Beginn dieses Abends läuft anders ab. Es soll geschwiegen und nicht gesprochen werden. Eine Theaterverweigerung? Auch die drei Schauspieler*innen, sind sich nicht ganz einig über die Verabredung: Wozu sind sie heute Abend gebeten? Geht es um ein Theaterstück? Gibt es Rollen? Sind sie etwa Marionetten? Oder sind sie ganz privat auf der Bühne, die ihre Rollen abgelegt haben und sich einmal den, wie sie finden, drängenden Aufgaben unserer Gegenwart widmen wollen?
Anna Werner beschreibt das so: „Die drei auf der Bühne sind hochmotiviert. Sie kämpfen mit Haut und Haar, nur um diese fünf Minuten Stille zu erreichen. Endlich mal die Fresse halten und nichts sagen und hören zu müssen. Klingt traumhaft, fast paradiesisch in unseren so lauten Zeiten. Aber ist so ein Zustand oder gar Sehnsuchtsort überhaupt zu erreichen und dann auszuhalten? JA! Da sind die drei sich einig und machen sich auf die Reise!“
Leo Meier lässt in seinem Stück drei Menschen mit sprachlicher Leichtigkeit und urkomischem Sprachwitz scheinbar nebenbei die zentralen Themen der Gegenwart und das Bangen um eine unsichere Zukunft besprechen und diskutieren.
Seine Komödie changiert zwischen absurdem Theater und politischer Comedy und entlarvt dabei eine Gemeinschaft, die sich immerfort weiter erklären muss, obwohl es nichts mehr zu offenbaren gibt. Aber der Versuch, die Welt zu retten, ist es wert... Komischer und ernster ist Schweigen wohl niemals gewesen.
Tipp: Auch an Silvester um 16 Uhr und 20 Uhr zu erleben!
Fünf Minuten Stille
Leo Meier
Inszenierung: Anna Werner
Bühne und Kostüme: Margrit Flagner
Musik: Hans Könnecke
Mit: Lua Mariell Barros Heckmanns, Hans-Christian Hegewald, Michi Wischniowski
Premiere
Samstag, 25.10.2025,
19.30 Uhr,
emma-theater