Am 21. September 1912 stand in einem Artikel der Ems-Zeitung: „Zum ersten Mal in Rhede! Nur 3 Tage. Der weltberühmte Dompteur Schulze ist mit seinen 15 erstklassigen und dressierten Löwen und Tigern in Rhede eingetroffen.“

Es wird von einer Löwenmutter und ihren vier sechs Monate alten Jungen und einer Tigermutter und ihren drei dreizehn Wochen alten Jungen geschrieben. Die wilden Raubtiere sind nun Gott sei Dank nicht mehr auf dem Marktgelände in Rhede zu finden, doch es zeigt wieder einmal, wie die Traditionsveranstaltung sich mit der Zeit gewandelt hat und wie viele Erwähnungen es in alten Quellen doch gibt. „Es gibt verschiedene Einblicke in das Markttreiben früherer Tage, man könnte ein Buch darüber schreiben“, sagt Gerd Conens.
Der berühmte und alte Rheder Markt, dessen Tradition bis weit ins Mittelalter zurückreicht, wurde 1231 das erste Mal erwähnt. Doch wie alt der Markt wirklich ist, weiß niemand. Durch die fast vollständige Zerstörung Rhedes im Zweiten Weltkrieg ist vieles unwiederbringlich verloren. ac
Spannende alte Fakten
Der Markt war früher als emsländische Börse anerkannt. Es wurde unter anderem behördlicherseits der Wertsatz für Roggen festgesetzt, nach dem sämtliche Steuern und Abgaben bezahlt wurden.
Hier fand die jährliche Eichung von Goldwaagen und Gewichten statt
Zusätzlich zum Getreidemarkt gab es einen Linnenmarkt und natürlich den Pferdemarkt, zu dem im Jahr 1925 über 500 Pferde aufgetrieben wurden.
Der Markt fand über Jahrhunderte immer am 1. Dienstag nach Matthäi statt. Wenn Matthäi selbst (21. September) ein Dienstag war, konnte er zum frühesten Termin abgehalten werden.
Seit 1957 findet der Rheder Markt immer am dritten Wochenende, sonntags und montags, im September statt.