Wer seinen Nachlass regeln möchte, greift häufig zum handschriftlichen Testament. Schnell geschrieben, bequem zu Hause verwahrt und oft der Anfang – Als großer Probleme. Rechtsanwalt und Notar kennt man zahlreiche Fälle, in denen ein handschriftliches Testament zu Streit, Verzögerungen oder gar vollständiger Unwirksamkeit geführt hat. Einige häufige Problembereiche verdeutlichen, warum das notarielle Testament die sicherere Lösung ist.
1. Wenn die Worte zu viel Interpretationsspielraum lassen
Ein Mandant hatte seinen zwei Kindern „je die Hälfte des Hauses“ vermacht. Tatsächlich gehörten ihm jedoch zwei Immobilien. Meinte er beide? Oder nur sein Wohnhaus? Die Erben stritten zwei Jahre lang – mit Anwälten, Sachverständigen und erheblichen Kosten. Ein notarielles Testament hätte die Vermögensverhältnisse präzise aufgenommen und klare Formulierungen gewählt. Es wäre sofort eindeutig gewesen, was gemeint war.
2. Wenn Formfehler alles zunichtemachen
Ein weitverbreitetes Problem: Das Testament war zwar unterschrieben, aber auf dem Computer getippt oder von einer anderen Person geschrieben und nur vom Erblasser unterschrieben worden. Ergebnis: Das Testament war vollständig unwirksam. Die gesetzliche Erbfolge trat ein – entgegen dem eigentlichen Willen des Erblassers. Beim notariellen Testament ist die Form stets gewährleistet. Unwirksamkeiten durch formale Fehler sind ausgeschlossen.
3. Wenn Angehörige den letzten Willen anfechten
In einem anderen Fall vermachte eine Seniorin ihr Vermögen ihrem langjährigen Lebensgefährten. Die Kinder behaupteten, die Mutter sei zum Zeitpunkt I der Errichtung nicht mehr geschäftsfähig gewesen. Ein notarielles Testament dokumentiert stets die – Feststellung der Testierfähigkeit. Ein Notar beurkundet nicht, wenn Zweifel bestehen, oder muss diese dokumentieren und sich ggf. vor der Beurkundung einer ärztlichen Einschätzung bedienen.
4. Wenn das Schriftstück unauffindbar ist
Ein handschriftliches Testament, das in irgendeiner Schublade verschwindet, verschwindet oft für immer. Es könnte auch durch eine testamentarisch benachteiligte Person zerstört werden. Das Amtsgericht erfährt nicht automatisch davon – mit der Folge, dass der Nachlass ohne Berücksichtigung des Testaments verteilt wird. Ein notarielles Testament wird dagegen zentral im Zentralen Testamentsregister registriert und beim Amtsgericht hinterlegt. Es kann nicht „verlorengehen“.
5. Wenn Gestaltungsmöglichkeiten verschenkt werden
Viele Erblasser ahnen nicht, welche Vorteile eine abgestimmte Nachlassplanung bietet. Handschriftliche Testamente berücksichtigen steuerliche Freibeträge und Gestaltungsvarianten meist nicht. Ein notarielles Testament bietet nicht nur rechtliche Klarheit – oft mit erheblichen finanziellen Vorteilen für die Erben.
6. Ein notarielles Testament macht in der Regel einen Erbschein obsolet
Bei einem notariellen Testament akzeptieren Banken, Versicherungen und Grundbuchämter die notarielle Urkunde nebst Eröffnungsprotokoll des Nachlassgerichts als Nachweis der Erbenstellung. Ein kosten- und zeitintensiver Erbschein wird in der Regel nicht mehr benötigt. Das spart den Erben Geld und Zeit.
Fazit
Ein handschriftliches Testament scheint einfach und kostengünstig. Die Folgekosten, möglichen Streitigkeiten und Risiken sind jedoch erheblich. Ein notarielles Testament sorgt für Rechtssicherheit, schützt vor Formfehlern, verhindert Unklarheiten und stellt sicher, dass Ihr letzter Wille so umgesetzt wird, wie Sie es wünschen.