Kinder und Jugendliche wachsen heute in einer Welt voller Möglichkeiten auf - erleben aber zugleich oft Druck, Unsicherheit und emotional fordernde Situationen. Kommen belastende Gefühle oder soziale Konflikte hinzu, braucht es zeitnahe Unterstützung. Doch die Versorgungslage ist angespannt: Viele Familien empfinden die Suche nach geeigneter Therapie als herausfordernd und stehen vor langen Wartezeiten.
Mit der neu eröffneten Praxis Libra ist in Bersenbrück nun ein Ort entstanden, der Kinder und Jugendliche sowie ihre Familien in belastenden Lebenssituationen begleitet und mit einem niedrigschwelligen Zugang dazu beitragen möchte, die Versorgung vor Ort bedarfsgerechter zu gestalten.
Die Anliegen sind dabei vielfältig: Sorgen, Ängste, Unruhe, Traurigkeit, innere Leere, Rückzug oder Wut gehören zu den Themen, die Kinder und Jugendliche beschäftigen. Auch Themen rund um Selbstwert, Identität und Orientierung können Anlass sein, Unterstützung in Anspruch zu nehmen. „Aber Kinder stehen nie isoliert im Raum“, sagt Vera Fleddermann. „Konflikte in Familie, Schule oder Freundschaften und Mobbingerfahrungen wirken oft weit über das hinaus, was von außen sichtbar wird. Daher lohnt es sich, auch die dahinterliegenden Dynamiken gemeinsam anzuschauen.“
Belastungen zeigen sich jedoch selten nur auf einer Ebene - Gefühle, Beziehungen und körperliches Erleben greifen häufig ineinander. Deshalb wird in der Praxis Libra auch die körperliche Perspektive mitgedacht, etwa wenn sich seelische Belastungen in psychosomatischen Symptomen wie Bauchschmerzen oder Schlafproblemen zeigen.
Diese ganzheitliche Sicht spiegelt sich auch im beruflichen Weg von Vera Fleddermann wider. Als Sozialpädagogin bringt sie den Blick auf Beziehungen und Lebensumstände mit. Ihre Ausbildung zur Heilpraktikerin erweitert diesen um die körperliche Ebene, während die zusätzliche Qualifikation im Bereich Psychotherapie (nach dem Heilpraktikergesetz) die innere Erlebniswelt und psychische Prozesse vertieft in den Fokus rückt. In der Praxis greifen diese Perspektiven bewusst ineinander.
„Jeder junge Mensch ist - einzigartig mit einer ganz eigenen, individuellen Geschichte, eigenen Ressourcen und eigenen Bedürfnissen“, sagt Fleddermann. Entsprechend individuell gestaltet sie die therapeutische Arbeit: Je nach Anliegen werden unterschiedliche bindungsorientierte und traumasensible Methoden miteinander kombiniert. Dazu gehören zum Beispiel Aufstellungsarbeit, um Beziehungen sichtbar zu machen, sowie Entspannungsübungen und Impulse zur Regulation des Nervensystems.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt für Vera Fleddermann auf der sogenannten Imaginationsarbeit. Dabei geht es darum, die innere Erlebniswelt mit ihren unterschiedlichen Facetten verstehen und einordnen zu lernen. Das Sichtbarmachen innerer Anteile kann helfen, Gefühle besser zu verstehen und Orientierung zu finden. Imaginative Übungen ermöglichen es, einen inneren sicheren Ort oder stärkende Helferfiguren zu entwickeln.
Der Name Libra - die Waage - mit dem Leitsatz „Leben wa(a)gen“ steht dabei sinnbildlich für das Bemühen, die verschiedenen Ebenen wieder ins Gleichgewicht zu bringen. „Kinder und Jugendliche erleben oft sehr viel mehr, als sie in Worte fassen können“, sagt Vera Fleddermann. „Mir ist wichtig, einen Ort zu schaffen, an dem junge Menschen sich wirklich gesehen fühlen - mit allem, was sie bewegt. Veränderung beginnt oft dort, wo jemand zuhört, aushält und bleibt.“ рm
Kontakt:
Praxis Libra
Lohweg 5, 49593 Bersenbrück
Tel.: 05439 8099550
E-Mail: info@praxis-libra.de
Web: www.praxis-libra.de