Was für ein Abend! Glanz, Emotionen und jede Menge Handwerk – am Samstagabend des 09. August 2025 erlebte das Alando Ballhaus in Osnabrück eine ganz besondere Sommer-Lossprechungsfeier. Rund 270 junge Fachkräfte durften sich endlich offiziell Gesellin bzw. Geselle nennen. Eingeladen hatte die Kreishandwerkerschaft Osnabrück, und etwa 1000 Gäste waren gekommen, um mitzufeiern. Damit wurde die Veranstaltung einmal mehr zur großen Bühne für das Handwerk – und zu einem Abend, den keiner so schnell vergisst.
Schon der Auftakt versprach einiges: Die Showgruppe Big Bombastic der Tanzschule Hulllegte einen energiegeladenen Auftritt hin. Mit akrobatischen Moves und dynamischen Choreografien brachten die Tänzerinnen und Tänzer den Saal sofort in Stimmung. Kein Wunder, schließlich haben sie schon internationale Stars wie Robin Schulz, Alan Walker oder Culcha Candela begleitet.



Durch das Programm führte gewohnt charmant Moderator Moritz Zachow. Mit Witz, Leichtigkeit und einem guten Gespür für das Publikum sorgte er dafür, dass sich die knapp zweistündige Veranstaltung kurzweilig darstellte.
„Das Handwerk lebt“
Gleich zu Beginn ergriff Kreishandwerksmeister Siegward Schneider das Wort. In seiner Ansprache wurde klar: Hier geht es nicht nur um Urkunden, sondern um die Zukunft einer ganzen Branche. „Das Handwerk lebt und wie!“, betonte er mit Nachdruck. An die frischgebackenen Gesellinnen und Gesellen gerichtet, hob er deren besondere Leistungen hervor: „Unsere Zukunft braucht kluge Köpfe und geschickte Hände – genau da kommen Sie ins Spiel. Wenn ich heute in diese Runde schaue, weiß ich: Unsere Zukunft ist in besten Händen.“ Worte, die bei vielen Gästen für Gänsehaut sorgten.
Auch Osnabrücks Oberbürgermeisterin Katharina Pötter war anwesend und würdigte die Absolventinnen und Absolventen. Sie betonte, dass deren Erfolg nicht nur Hoffnung gebe, sondern auch Ansporn sei, weiterhin gute Bedingungen für das Handwerk in Osnabrück zu schaffen.
Feierlicher Moment
Nach den Grußworten betraten die Obermeisterinnen und Obermeister der Innungen die Bühne. Der zentrale Moment jeder Lossprechung stand bevor: die traditionelle Lossprechungsformel. Stellvertretend für alle trugen Anja Klanke-Luzniack von der Friseur-Innung Osnabrück und Rainer Welp von der Bäcker- und Konditoren-Innung zu Osnabrück die feierlichen Worte vor. Damit war es offiziell: Die Auszubildenden sind nun Gesellinnen und Gesellen – losgesprochen von den Pflichten der Lehre und bereit, ihren weiteren Weg im Beruf zu gehen.
Gesellenbriefe
Dann folgte der Höhepunkt des Abends: die Übergabe der Gesellenbriefe. Fachkräfte aus 17 verschiedenen Innungen erhielten ihre Urkunden – von den Tischlern über die Bäcker bis hin zu den SHK- und Elektroberufen. Auch die Kaufleute für Büromanagement, die zur Handwerkskammer Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim gehören, waren Teil der Feier.
Innung für Innung wurden die jungen Menschen aufgerufen und unter großem Applaus auf die Bühne gebeten. Für viele war es ein bewegender Moment: die offizielle Anerkennung ihrer Arbeit, verbunden mit Stolz und der Freude, einen wichtigen Lebensabschnitt erfolgreich gemeistert zu haben.
Innungssiegerinnen/-sieger
Natürlich gab es auch besondere Auszeichnungen. Neun Absolventinnen und Absolventen durften sich über den Titel „Innungssiegerin“ bzw. „Innungssieger“ freuen – eine Ehrung für hervorragende Leistungen während der Ausbildung.
• Tischler-Innung Osnabrück, Innungssiegerin: Ilsa Hagemann, Betrieb: Sandra Hehmann
• Bau-Innung Osnabrück Stadt und Land, Innungssiegerin: Charlotte Pottkamp, Betrieb: Schomöller Zimmerei und Dachdeckerei
• Maler- und Fahrzeuglackierer-Innung Osnabrück, Innungssieger Maler und Lackierer: Jan Steinmetz, Betrieb: Birkemeyer Malermeister Innungssieger Fahrzeuglackierer: Sascha-Pascal Schulz, Betrieb: Koopmann GmbH
• Friseur-Innung Osnabrück Innungssiegerin: Melissa Kilbasoglu, Betrieb: Bernd Kramer und Carolin Kramer
• Straßenbauer-Innung Osnabrück-Emsland, Innungssieger: Nils Berling, Betrieb: Dieckmann BAUEN + UMWELT
• Bäcker- und Konditoren-Innung zu Osnabrück, Innungssiegerin Konditoren: Sophia Mayer, Betrieb: Diana Coppenrath und Iris Coppenrath
• Freie Fleischer-Innung zu Osnabrück, Innungssieger Fleischer: Leon Wrobbel, Betrieb: Beermann GmbH & Co. KG
• Innung der Raumausstatter und Sattler Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim, Innungssiegerin: Hanna Rohmann, Betrieb: Ulrich Hörnschemeyer und Martin Hörnschemeyer
Leon Wrobbel hatte seine Prüfung bereits im Winter abgeschlossen und studiert inzwischen Veterinärmedizin, um später als Lebensmittelprüfer zu arbeiten – ein Beispiel dafür, wie vielfältig die Wege nach der Ausbildung sein können.
Vater-Sohn-Moment
Einer der bewegendsten Momente des Abends spielte sich ab, als Mario Bauer, Obermeister der Dachdecker-Innung, seinem eigenen Sohn Felix den Gesellenbriefüberreichte, was den Papa verständlicherweise sehr stolz machte. Aber auch der Junior unterstrich: „Das ist eine der wahrscheinlich schönsten Situationen, die man erleben kann – mit dem eigenen Vater auf so einer besonderen Bühne zu stehen und seinen Gesellenbrief zu bekommen“.
Feier bis tief in die Nacht
Nach all den Ehrungen und Gratulationen leitete Thorsten Coch, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Osnabrück, den Übergang in den inoffiziellen Teil ein. Er dankte allen Beteiligten, bevor es für die Gäste kulinarisch weiterging. Bei gutem Essen und geselligem Beisammensein klang der offizielle Teil aus – doch die Feier war damit noch lange nicht vorbei.
Im Alando Palais ging es anschließend ausgelassen weiter. Frischgebackene Gesellinnen und Gesellen, ihre Familien, Freunde und Ausbilder feierten bis in die Nacht hinein. Lachen, Tanzen und viele persönliche Gespräche prägten das Bild. Es war ein Abend, der zeigte, wie lebendig, vielfältig und zukunftsorientiert das Handwerk ist.
ue