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Gegenwind souverän begegnen: Strategien für mehr Sicherheit in Krisen-Calls und Feedbackrunden. Foto: IMAGO

So meisterst du unangenehme Gespräche im Job

Der Kunde lädt zum Krisen-Call, die Vorgesetzte will wissen, warum das Projekt stockt: Jeder kennt diese Gespräche, die man am liebsten vermeiden würde. Wir haben hier einige Tricks, Tipps und Vorschläge für euch, wie ihr diese Situationen souverän überstehen könnt.

Schwierige Gespräche gehören zum Berufsleben – ob es um eine Gehaltsverhandlung, eine Konfliktsituation im Team oder ein Kritikgespräch mit dem Vorgesetzten geht. Viele zögern, solche Gespräche zu führen, weil sie Angst vor negativen Konsequenzen oder Zurückweisung haben.

Die Hemmschwelle

Doch das verschärft die Situation oft nur. „Wer ein konfliktbehaftetes Thema anspricht, riskiert, die eigene Position oder eine bestehende Beziehung zu gefährden“, sagt die Kommunikationstrainerin Imke Leith. Doch: Je mehr man solche Gespräche meidet, desto größer werde oft die Hemmschwelle, sie irgendwann zu führen. Wer sich dem Austausch jedoch stellt – auch wenn er herausfordernd sein mag-, gewinne nicht nur an Klarheit, sondern auch an Selbstbewusstsein und Souveränität.

Unsicherheit überwinden

Statt bei Unsicherheit den Kopf in den Sand zu stecken, lohnt es sich, die eigenen Ängste bewusst zu hinterfragen. Eine einfache Frage hilft oft weiter: Was ist das Schlimmste, das passieren kann? Viele Befürchtungen relativieren sich, wenn man die Antworten darauf aufschreibt oder mit Dritten bespricht. Mit den Konsequenzen, die tatsächlich eintreten könnten, sollte man sich jedoch auseinandersetzen, Alternativen durchdenken oder eine innere Haltung dazu entwickeln.

Klare Ziele haben

Viele Experten raten, sich vorab immer zu überlegen, warum das Gespräch wichtig ist und welches Ziel man verfolgt. Eine klare innere Haltung helfe, selbstbewusst aufzutreten und Kontrolle zu behalten. Deshalb lohnt es sich auch, Zeit in die Vorbereitung zu investieren und sich zu überlegen:

• Welche Argumente stützen mein Anliegen?
• Welche Gegenargumente könnten kommen – und wie reagiere ich darauf?
• Welche Kernbotschaft will ich vermitteln?

Klarheit und präzise Vorbereitung sind somit das A und O. Das gibt Sicherheit. Und: Je genauer man weiß, was man erreichen will, desto sicherer fühlt man sich auch. Gleichzeitig hilft häufig die Gewissheit, dass man sich selbst nichts beweisen muss. Denn dein Wert hängt nicht davon ab, wie dein Gegenüber entscheidet.

Körpersprache einsetzen

Um souverän durch ein herausforderndes berufliches Gespräch zu kommen, sollte man auch auf die eigene Körpersprache achten, denn unsere Körpersprache signalisiert innere Stärke. Eine aufrechte Haltung, ruhige Gesten und ein offener Blick zeigen, dass man hinter seinem Anliegen steht. Eine feste, aber freundliche Stimme signalisiert zusätzlich Entschlossenheit. Gerade wer mit Gegenwind rechnet und deshalb unsicher ist, sollte auf körperliche und mentale Präsenz setzen. Visualisiere dich im Gespräch, atme bewusst tief ein und aus – das beruhigt das Nervensystem und hilft, fokussiert zu bleiben. Auch eine Anker-Geste könne helfen und zusätzlich Stabilität geben – etwa das bewusste Ablegen der Hände auf den Tisch. Ein bewährter Trick ist auch die Power Pose vor dem Gespräch. Das geht so: zwei Minuten lang aufrecht stehen, Schultern zurück, Hände in die Hüften. Das signalisiert dem Körper Selbstsicherheit und beeinflusst die Ausstrahlung.

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Fragen stellen

Wer fragt, der führt – das ist ein grundlegendes rhetorisches Prinzip. Fragen lenken ein Gespräch und zwingen das Gegenüber zur Reflexion. Gleichzeitig verhindert man, dass man sich in eine Verteidigungshaltung drängen lässt. Statt eine Konfrontation zu riskieren, könnt ihr auch gezielt Fragen einsetzen. Etwa: Was stört dich an meinem Vorschlag? Welche Alternativen siehst du? Was wäre für dich eine gute Lösung? So nimmt man dem Gesprächspartner in einem schwierigen Gespräch den Wind aus den Segeln. Anstatt eine pauschale Ablehnung auszusprechen, muss sich die andere Person konkret mit dem Thema auseinandersetzen – und fühlt sich gleichzeitig gehört.

Auf Kurs bleiben

Wenn das Gespräch doch eine falsche Richtung einschlägt oder emotional aufgeladen wird, ist es wichtig, die Kontrolle zurückzugewinnen. Ein Trick: Das Gegenüber beim Namen ansprechen und eine gezielte Frage stellen, um wieder auf Kurs zu kommen. Denn wenn Menschen ihren Namen hören, hören sie auf – im doppelten Sinne. Sie hören und sie hören auf zu reden – für einen kurzen Moment. Diese Technik zwingt das Gegenüber, sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren. Falls Emotionen hochkochen oder das Gespräch ins Stocken gerät, hilft es, bewusst das Tempo zu senken. Langsam sprechen, gezielt Pausen machen. Das bringt Ruhe. Es kann auch helfen, freundlich eine Pause vorzuschlagen. Oder das Gespräch, falls nötig, zu vertagen. Etwa mit den Worten: Ich habe das Gefühl, dass wir gerade nicht weiterkommen. Lass uns in Ruhe noch einmal Gedanken machen und das Gespräch morgen fortsetzen.
dpa

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