Rechtzeitig zu Beginn der Feriensaison öffnet der neue Campingplatz in Meppen-Backemude seine Pforten.


Hier ist ab dem 20. Mai modernes Campen in vielen Variationen an einem Badesee und einem Natursee auf rund acht Hektar inmitten der Natur möglich. Geschaffen wurde das touristische Angebot im mittleren Emsland von der Familie Schütte. Heinz-Jürgen Schütte, seine Ehefrau Susanne und ihr Sohn Julius werden den Campingplatz gemeinsam betreiben.
Vor rund sechs Jahren begann für die Landwirtschaftsfamilie Schütte das ehrgeizige Projekt. Gemeinsam betrieben sie ihren landwirtschaftlichen Betrieb und hatten eine Ferienwohnung. Das ursprüngliche Ansinnen, einen Biolegehennenstall zu bauen, wurde ad acta gelegt.
Dafür wurde ein hochwertiges Konzept für den Campingplatz erarbeitet. Hier finden vor allem reine Naturliebhaber optimale Bedingungen für das Camping“, erklärt die Betreiberfamilie bei einem Besuch des Areals.


Das Konzept hat auch die Genehmigungsbehörden (Landkreis, Stadt Meppen) überzeugt, sodass nach den entsprechenden Genehmigungen im März 2023 mit den ersten Bauarbeiten begonnen werden konnte. Diese haben sich dann über etwa drei Jahre hingezogen und wurden nicht zuletzt durch den starken Winter Anfang dieses Jahres etwas verzögert.
Nun ist aber alles fertig und die ersten Gäste werden ab dem 20. Mai in Meppen-Backemude erwartet.
Funde früher Siedler
Auf dem Gelände
Meppen Der neue Campingplatz am Hasetal in Meppen-Backemude, den die Familie Schütte am 20. Mai eröffnet, hat schon jetzt eine jahrtausendelange Geschichte. Bei den Bauarbeiten des modernen Platzes mit Natursee und Badestelle wurden im Sommer 2023 Reste einer großen Siedlung aus dem Frühmittelalter gefunden.
Vermutlich gab es in dem Bereich des neuen Campingplatzes bereits im 6. bis 8. Jahrhundert erste Siedlungen. Der Meppener Ortsteil Backemude liegt mit 15 Metern über Normalnull einige Meter höher als der größte Teil des übrigen Stadtgebietes. Die Tatsache, dass dieser Bereich bei Hochwasser von Hase und Ems nicht überschwemmt wird, machte ihn schon vor Jahrhunderten zu einer bevorzugten Siedlungslage für die Menschen.
Einige Fundamente als Überreste einer alten Festungsanlage in Backemude belegen dies. Bei den im Mai und Juni 2023 durchgeführten Grabungen stellte sich heraus, dass auf dem etwa 6,5 Hektar großen Areal des neuen Campingplatzes bereits vor 2000 Jahren gesiedelt wurde.
Sicher ist, dass spätestens im 6. bis 8. Jahrhundert durchgängig rege Siedlungstätigkeit auf dieser natürlichen Anhöhe stattfand, so das Ergebnis der Grabungen. Demnach belegen Verfärbungen im Boden, die durch verrottete Holzpfosten früherer Gebäude entstanden sind, dass hier Häuser und vermutlich auch Stallungen für das Vieh errichtet wurden.
Dazu kommen greifbare Funde wie Tonscherben, Reste aus Müllgruben, Tierknochen oder Eisenschlacke aus Verhüttungsprozessen. Frühe Meppener haben hier also in direkter Nähe zur Hase vermutlich auch Metallverarbeitung betrieben. Vermutlich haben sich vor vielen Jahrhunderten auch die Vorfahren der Familie Schütte bereits hier angesiedelt, wo nun der neue Campingplatz entstanden ist.
Von Martin Reinholz