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Vom Ruß zum Wirkungsgrad: Moderne Schornsteinfeger messen heute vor allem die Effizienz und Umweltverträglichkeit der Heizsysteme. Foto: IMAGO/Wolfinger

Schornsteinfeger verbinden jahrhundertealte Tradition mit moderner Technik und Beratung

Schornsteinfeger gelten als echte Glücksbringer. Was heute in dem Beruf gefragt ist – und warum man in diesem auch Zeit am Schreibtisch und in Kellern verbringt – ein Überblick.

Viele Menschen glauben daran, dass Schornsteinfeger Glück bringen. Der Glaube kommt aus dem Mittelalter und hat sich bis heute erhalten. Einmal an die Schulter fassen oder einen der goldenen Knöpfe berühren – für die Handwerker in ihrer schwarzen Berufskleidung gehört diese Tradition einfach zum Berufsalltag dazu. Für sie ist es ein schöner Brauch, an dem sie gerne festhalten und den sie von Generation zu Generation weitergeben. Eng mit der Tradition verbunden ist auch die schwarze Zunftkleidung, die tatsächlich als funktionale Arbeitskleidung zum Schutz vor Ruß, Staub und Flammen getragen wird. Abhängig vom Auftrag sind die Schornsteinfeger allerdings ebenso in moderner Arbeits- und Messkleidung anzutreffen. Auch diese ist fast immer in Schwarz, gut erkennbar am Handwerkszeichen mit den Schultereisen und den vier Farben, und knüpft damit an den hohen Wiedererkennungswert an.

Was erwartet mich in der Ausbildung?

Tradition trifft Handwerk: Auch heute noch gilt der Besuch des Schornsteinfegers bei vielen Hausbesitzern als gutes Omen. Foto: IMAGO/Wolfinger
Tradition trifft Handwerk: Auch heute noch gilt der Besuch des Schornsteinfegers bei vielen Hausbesitzern als gutes Omen. Foto: IMAGO/Wolfinger

Schornsteinfeger wird man über eine ganz normale dreijährige Berufsausbildung. Es ist naheliegend, danach seine Meisterprüfung abzulegen. Die braucht man, wenn man sich zum Beispiel irgendwann selbstständig machen und auf einen Bezirk bewerben will. Als klassischer Schornsteinfeger hat man zum einen seine tägliche Büroarbeit und geht zum anderen zu den Menschen und macht dort eine Feuerstättenschau. Schornsteinfeger sollte man in jedem Fall kommunikationsfreudig sein und keine Angst vor Höhe haben. Der Beruf des Schornsteinfegers ist absolut zukunftsorientiert und das merkt man gerade in diesen Tagen. Die Beratung geht immer stärker hin zur individuellen Planung. Die Schornsteinfeger empfehlen nicht einfach diese oder jene Wärmepumpe, sondern schauen sich das Haus genau an, fragen nach den finanziellen Möglichkeiten der Menschen und klären, ob schon mal etwas am Gebäude gemacht wurde. Rund 11.000 Energieberater in Deutschland sind auch Schornsteinfeger.

Welche Schulfächer sind wichtig?

Die Fächer Chemie, Mathe und Deutsch spielen in der Berufsschule eine große Rolle. Das sind die Fächer, in denen man in der Schule nicht allzu schlecht gewesen sein sollte. Neben diesen Fächern gibt es noch die sogenannte überbetriebliche Lehrlingsunterweisung. Dabei erkunden die Auszubildenden Bereiche, die bei ihrer täglichen Arbeit nicht direkt eine Rolle spielen. Dabei geht es auch um Gifte und Altlasten wie Asbest. Angehende Azubis brauchen vor allem Kommunikationsfähigkeit und -willen. Denn den Großteil ihrer Zeit verbringt ihr in den Häusern und Wohnungen von Menschen. Ihr solltet außerdem offen, ehrlich und zuverlässig sein. sein. Soziale Kompetenz, technische Fähigkeiten und Schwindelfreiheit – das sind ebenso Fähigkeiten, die jeder Schornsteinfeger braucht. Nach der bestandenen Prüfung stehen den Gesellen dann verschiedene Wege offen: Sie können in einem Schornsteinfeger-Meisterbetrieb ihrem Handwerk nachgehen oder die Meisterprüfung in Angriff nehmen.

In Zukunft werden die Schornsteinfeger ihre fachliche Expertise auf klimafreundliche Technologien konzentrieren, auf eine systemübergreifende Beratung und Betreuung in einem klimaneutralen Gebäudebestand, wie Deutschland ihn bis zum Jahr 2045 anstrebt. Dies fängt bereits bei der Ausbildung an: Seit dem Wintersemester 2024/25 bietet das Schornsteinfegerhandwerk ein neues kombiniertes Ausbildungsmodell an: ein Bachelor-Studium im Fachbereich „Erneuerbare Energien“ mit gleichzeitiger Berufsausbildung Die berufliche Ausbildung wird damit um akademische Inhalte ergänzt und bietet dem Handwerkernachwuchs zusätzliche Perspektiven. Parallel bereiten sich die Schornsteinfegerbetriebe mit Qualifizierungsmaßnahmen auf die neuen Aufgaben vor, sodass sie auch weiterhin eine umfassende und unabhängige Betreuung aller Wärmesysteme anbieten können.
dpa/ac

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