Die Erneuerung der Mindener Straße in Osnabrück-Lüstringen hat begonnen. Im ersten Bauabschnitt zwischen der Kreuzung Burg Gretesch und der Einmündung in die Straße „Auf dem Winkel“ ist die Straße inzwischen vollständig gesperrt. Die Arbeiten sollen in diesem Abschnitt noch bis zum Frühjahr 2028 dauern.
Das sorgt nicht nur bei Pendlern und anderen Autofahrern für Unmut, die teilweise Umwege von mehreren Kilometern in Kauf nehmen müssen. Denn die ausgeschilderte Umleitung führt für den Verkehr in beide Richtungen weiträumig über die Darumer Straße und die Belmer Straße.
Besonders hart trifft die Vollsperrung die Geschäftsleute entlang der Mindener Straße. Für einige von ihnen ist die Situation nicht nur ärgerlich, sondern teilweise auch existenzbedrohend. „Die Umsatzeinbußen waren sofort spürbar“, sagt Norbert Wempe, Inhaber des VGH-Versicherungsbüros an der Mindener Straße. Offenbar meiden die Menschen den gesperrten Bereich.
Auch der Edeka-Markt Kallmeyer bekommt die Folgen der Baustelle deutlich zu spüren. Wegen der Vollsperrung musste Inhaber André Kallmeyer nach eigenen Angaben bereits Mitarbeiter entlassen. Seit Beginn der Sperrung verzeichnet der Markt demnach einen Rückgang bei Umsatz und Kundenzahl von bis zu 25 Prozent. Kurzarbeit sei für den Markt von der Bundesagentur für Arbeit nicht genehmigt worden, da die maximale Bezugsdauer von zwölf Monaten überschritten würde, sagt Kallmeyer.
Trotzdem wollen die Geschäftsleute in dem betroffenen Bereich die Fahnen hochhalten. „Seit dem Beginn der Sanierung der Mindener Straße stehen wir Betriebe in Lüstringen vor großen Herausforderungen“, sagt André Kallmeyer. Die Vollsperrung erschwere die Anfahrt und führe dazu, dass viele Kunden den Eindruck hätten, die Geschäfte seien nur schwer erreichbar. Alle betroffenen Betriebe seien weiterhin geöffnet und über die ausgeschilderten Umleitungen problemlos erreichbar.
Unternehmen „Die möchten sich bei allen Kundinnen und Kunden bedanken, die ihnen trotz der Baustelle die Treue halten“, so der Inhaber des Edeka-Marktes weiter. Jeder Einkauf, jeder Besuch und jeder Auftrag helfe dabei, Arbeitsplätze vor Ort zu sichern und die Vielfalt im Stadtteil zu erhalten. „Gemeinsam möchten wir ein Zeichen setzen: Lüstringen lebt und wir freuen uns auf Ihren Besuch.“
asr