Rund 350 junge Menschen haben in diesem Sommer ihre Ausbildung im Handwerk erfolgreich abgeschlossen. Bei den zahlreichen Lossprechungsfeiern im Gebiet der Kreishandwerkerschaft Osnabrück wurden sie gemeinsam mit ihren Familien, Freunden, Ausbildungsbetrieben und vielen Gästen aus Handwerk, Politik und Gesellschaft gefeiert. Ob im großen, festlichen Rahmen oder in kleinerer, persönlicher Runde: Jeder dieser Abende ist ein besonderer Moment. Vor allem aber markiert er einen wichtigen Schritt: Aus Auszubildenden sind qualifizierte Fachkräfte geworden.

Und diese Fachkräfte werden gebraucht. In einer Zeit, in der Künstliche Intelligenz immer mehr Aufgaben übernehmen kann, stellt sich auch die Frage, welche Tätigkeiten in Zukunft noch Menschen brauchen. Die Antwort des Handwerks ist ziemlich eindeutig: sehr viele. Denn Handwerk bedeutet nicht nur, Arbeitsabläufe nach Vorgabe auszuführen. Es bedeutet, Probleme zu erkennen, Lösungen zu entwickeln, mit Erfahrung zu arbeiten und auch dann einen Weg zu finden, wenn der Plan einmal nicht funktioniert.
Eine KI kann Informationen verarbeiten und Vorschläge machen. Sie kann aber kein Werkstück in die Hand nehmen und beurteilen, ob es wirklich gelungen ist. Sie kann nicht spüren, was ein Kunde braucht, nicht mit Erfahrung auf eine unerwartete Situation reagieren und nicht mit Kreativität aus einer Herausforderung eine Lösung machen. Dafür braucht es Menschen – Menschen mit Können, Leidenschaft und Verantwortungsbewusstsein.
Genau dafür stehen unsere neuen Gesellinnen und Gesellen. Sie haben in den vergangenen Jahren gelernt, ausprobiert, Fehler gemacht, daraus gelernt und schließlich ihre Prüfungen bestanden. Einige wissen schon heute, wohin ihr Weg führen soll. Andere werden ihre nächsten Schritte erst noch planen. Vielleicht folgt eine Meisterausbildung, ein Studium oder irgendwann die Übernahme des eigenen Familienbetriebs. Sicher ist: Mit dem Gesellenbrief stehen ihnen viele Möglichkeiten offen.
Wie vielfältig diese Möglichkeiten sind, zeigen auch die unterschiedlichen Berufe unserer Gesellinnen und -gesellen. Sie bauen, gestalten, reparieren, versorgen, installieren und schaffen Dinge, die unseren Alltag überhaupt erst möglich machen. Ohne Handwerk gäbe es weder Strom und Licht noch funktionierende Gebäude, individuelle Produkte oder viele der Dienstleistungen, die für unsere Lebensqualität selbstverständlich geworden sind.
Das Handwerk verbindet. dabei Tradition und Fortschritt. Moderne Technik, Digitalisierung und auch Künstliche Intelligenz werden die Arbeitswelt verändern und neue Möglichkeiten schaffen. Sie ersetzen aber nicht das Können der Menschen, die ihr Handwerk verstehen und diese Technologien einsetzen. Im Gegenteil: Je komplexer die Anforderungen werden, desto wichtiger werden Fachkräfte, die Verantwortung übernehmen und wissen, was sie tun.
Unser Dank gilt deshalb allen, die unsere neuen Gesellinnen und Gesellen auf ihrem Weg begleitet haben: den Ausbildungsbetrieben sowie den Ausbilderinnen und Ausbildern, den Lehrkräften, Prüfungsausschüssen und Innungen ebenso wie den Familien und Freunden, die ebenfalls ihren Anteil an diesem Erfolg haben. Wir bedanken uns zudem auch bei denen, die uns bei der Berichterstattung zu den Lossprechungsfeiern tatkräftig unterstützt haben, insbesondere bei Herrn Eckseler von der NOZ, dessen engagierter Einsatz es uns ermöglicht hat, die Leistungen unserer Nachwuchskräfte so umfassend zu präsentieren.
Und unseren neuen Gesellinnen und Gesellen sagen wir: Seien Sie stolz auf das, was Sie erreicht haben. Bleiben Sie neugierig, probieren Sie Neues aus und nutzen Sie die Möglichkeiten, die Ihnen offenstehen.
Denn Ihre Ausbildung ist nicht das Ende eines Weges. Sie ist der Anfang. Und eines dürfen Sie dabei ruhig selbstbewusst sagen: Wo KI an Grenzen stößt, fängt Handwerk an.