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Kassen zahlen nun auch für Frauen ab 50

Wird Darmkrebs früh erkannt, ist er oft heilbar. Deshalb sollte man die Angebote zur Vorsorge in Anspruch nehmen. Foto: Benjamin Nolte/dpa

Neu bei Darmkrebsvorsorge: Früherkennungsuntersuchungen sind jetzt fünf Jahre eher möglich

Oft spürt man lange nichts: keine Schmerzen, keine Beschwerden. So geht es vielen - bis eine Routineuntersuchung plötzlich den Verdacht auf Darmkrebs ergibt. Eine Diagnose, die das Leben auf den Kopf stellen kann.

Genau deshalb ist die Früherkennung so wichtig: Sie hilft, den Krebs zu entdecken, bevor er gefährlich wird - oder überhaupt entsteht. Darauf weist das Bundesgesundheitsministerium hin.

Für Frauen ist die Vorsorge nun schon ab einem früheren Alter eine Krankenkassenleistung. Was bisher nur Männern ab 50 angeboten wurde, gilt seit April des Vorjahres auch für sie: der Anspruch auf eine Darmspiegelung zur Früherkennung von Darmkrebs. Bisher war dies erst ab 55 Jahren möglich.

Damit haben alle gesetzlich Versicherten ab 50 Jahren nun den gleichen Zugang zu den wichtigsten Früherkennungsmaßnahmen - entweder durch eine Darmspiegelung (und eine weitere im Abstand von zehn Jahren) oder durch einen Stuhltest alle zwei Jahre.

Wer sich für den Stuhltest entscheidet, erhält ihn in der Arztpraxis, nimmt ihn mit nach Hause und gibt ihn dort wieder ab. Der Test sucht nach verstecktem Blut im Stuhl, das auf mögliche Veränderungen im Darm hinweisen kann. Wird etwas gefunden, übernimmt die Krankenkasse die weitere Abklärung durch eine Darmspiegelung.

Der Anspruch auf die Vorsorgeleistungen gilt automatisch - unabhängig davon, ob man ein Einladungsschreiben von der Krankenkasse erhalten hat oder nicht. Alle Versicherten werden mit Erreichen des 50. Lebensjahres von ihrer Krankenkasse postalisch zur Teilnahme am Darmkrebs-Screening eingeladen, wie der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken (G-BA) erklärt. Weitere Briefe folgen, wenn Versicherte 55, 60 und 65 Jahre alt werden und dem Einladungsverfahren nicht widersprechen. 

Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland, ist aber bei frühzeitiger Diagnose gut heilbar. Bei einer Darmspiegelung können gutartige Vorstufen, sogenannte Polypen, direkt entfernt werden, bevor sie sich zu Krebs entwickeln. Die Untersuchung selbst dauert meist nicht länger als 30 Minuten - und kann Jahre an Gesundheit schenken.

Darauf wurde jetzt auch beim Aktionstag Darmgesundheit des Klinikums aufmerksam gemacht. Bei der Veranstaltung, die erstmals im jährlichen Darmkrebsmonat März angeboten wurde, konnten sich Besucherinnen und Besucher über Vorsorge, (Früh-)Erkennung und Behandlungsmöglichkeiten von Darmkrebs und Ernährungsmedizin informieren. U.a gab es Vorträge, Info-Stände und es konnte etwa bei Bewegungsübungen mitgemacht werden. Auch ein „Schnell-Check“ zur Bewertung des persönlichen Darmkrebsrisikos und ein Ratespiel zu Darmthemen wurden angeboten.

Laut Dr. Corinna Petz, Chefärztin der Klinik für Hämatologie und Onkologie und Leiterin des Onkologischen Zentrums am Klinikum, wurde der Aktionstag gut angenommen. Viele Menschen nutzten die Gelegenheit, sich in Vorträgen und an Ständen zu informieren, Kontakte zu knüpfen oder sich günstige Möglichkeiten für Bewegung zeigen zu lassen. „Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen - deswegen ist es wichtig, das Thema immer wieder anzusprechen und auf die besondere Bedeutung von Vorsorge und Früherkennung hinzuweisen“, so Petz.

Unternehmen aus der Region

Nach Infos der Ärztin erkranken in Deutschland jährlich etwa 55.000 Menschen an Darmkrebs. „Je früher der Krebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen“, so Petz. „Bei rechtzeitiger Diagnose kann eine Darmkrebserkrankung durch die Entfernung von Polypen sogar verhindert werden. Deswegen ist die Früherkennung besonders wichtig - und es sollte nicht vernachlässigt werden, Vorsorgeangebote zu nutzen.“ 
dpa/tmn/lin

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