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Heute Ohrenweh, morgen Sprachprobleme

Kinder neigen schneller zu Mittelohrentzündungen, das kann langfristig Folgen für die Entwicklung haben. Foto: DJD/Homöopathisches Laboratorium/Getty Images/ozgurcankaya

Wie Mittelohrentzündungen die kindliche Sprachentwicklung behindern können

Viele Eltern kennen das, Ohrenschmerzen bei Kindern kommen und gehen. Was dabei leicht übersehen wird: Wiederkehrende Mittelohrentzündungen beeinflussen das Hören mitunter so stark, dass sie langfristig die Sprachentwicklung beeinträchtigen können. Umso wichtiger ist es, bei ersten Anzeichen früh zu reagieren und mögliche Zusammenhänge zu kennen.

Kinder sind anfälliger

Gerade kleine Kinder sind anfällig für Mittelohrentzündungen: Ihre Ohrtrompete ist noch kürzer und verläuft flacher als bei Erwachsenen, so können Krankheitserreger leichter ins Mittelohr gelangen. Häufig sammelt sich dabei Flüssigkeit hinter dem Trommelfell, ein sogenannter Paukenerguss.

Die Folge: Das Gehör ist zeitweilig so gedämpft, als würden die Kinder Ohrstöpsel tragen. Was zunächst harmlos klingt, kann sich summieren.

Eine Studie der University of Florida zeigt, dass Kinder mit wiederkehrenden oder chronischen Mittelohrentzündungen später häufiger Probleme bei der Hörverarbeitung und Sprachentwicklung haben. Vor allem leidet die Fähigkeit, feine Lautunterschiede zu erkennen eine wichtige Grundlage für den Spracherwerb sowie später für Lesen und Schreiben. Gerade Eltern, deren Kinder häufig betroffen sind, sollten daher wachsam sein und typische Warnzeichen früh erkennen. Dazu zählen plötzlich auftretende Ohrenschmerzen, Quengeln, Hörprobleme oder ein Druckgefühl im Ohr, oft begleitet von Fieber und allgemeinem Krankheitsgefühl. Wer solche Symptome bemerkt, sollte nicht zögern, ärztlichen Rat einzuholen.

Ergänzend kommen, je nach ärztlicher Empfehlung, unterstützende Maßnahmen in Betracht. Auch homöopathische Präparate werden bei ersten Anzeichen eingesetzt. Sie können die Abheilung der entzündeten Schleimhäute im Ohr unterstützen sowie zur Linderung von Schmerzen beitragen. Neben der Behandlung können Eltern auch selbst dazu beitragen, die Genesung zu unterstützen. In den ersten Tagen ist es sinnvoll, dem Kind viel Ruhe zu gönnen und auf ausreichend Flüssigkeit sowie eine ausgewogene Ernährung zu achten.

Wichtig ist außerdem, dass die Nase möglichst frei bleibt, damit die Belüftung des Mittelohrs nicht zusätzlich erschwert wird. Eine Möglichkeit kann der kurzfristige Einsatz von Nasensprays sein. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass beim Baden oder Duschen kein Wasser in die Ohren gelangt.
djd


Heuschnupfen: Augenreiben ist tabu

Jucken und brennen die Augen, ist das lästig. Auch wenn Heuschnupfen-Geplagte dafür etwas Selbstdisziplin brauchen: Am besten verkneifen sie sich, die Augen zu reiben. „Das verschafft zwar kurzfristig Linderung, kann die Beschwerden aber langfristig verstärken“, sagt Augenarzt Seleman Bedar. Durch das Reiben werden nämlich Entzündungsstoffe freigesetzt, die bei ohnehin gereizten Augen alles andere als hilfreich sind. Und: „Im schlimmsten Fall verursacht man sogar kleine Verletzungen“, so Bedar. So können etwa kleine Kratzer auf der Hornhaut entstehen. Brennen oder jucken die Augen, können antiallergische Augentropfen Linderung bringen. Gut zu wissen für alle, die mit Kontaktlinsen im Auge den Alltag bestreiten: „Pollen bleiben manchmal daran haften“, sagt Seleman Bedar. Daher lautet sein Rat, in der Pollensaison auf Tageslinsen umzusteigen, die nach der Benutzung in den Müll wandern. So erspart man sich, die Sehhilfen von Pollen-Überresten reinigen zu müssen. Oder man steigt gleich auf die Brille um, die in einem gewissen Maß auch als „Pollenblocker“ funktioniert, also davor schützt, dass der Blütenstaub ins Auge fliegt. Wer allerdings Monats- oder Jahreslinsen nutzt, sollte sie nach dem Tragen penibel reinigen. Sogenannte Peroxidsysteme reinigen dem Kuratorium Gutes Sehen zufolge besonders gründlich und enthalten anders als All-in-one-Systeme in aller Regel keine Konservierungsmittel. dpa


2,6 Millionen

Selbst mäßiger Straßenlärm kann sich einer Studie zufolge auf Herz und Kreislauf auswirken. Das Umweltbundesamt nennt Straßenverkehr als dominierende Lärmquelle und verweist auf eine Erfassung der Belastung vor einigen Jahren. Der zufolge sind bundesweit 2,3 Millionen Menschen ganztags Pegeln von mehr als 65 Dezibel ausgesetzt, nachts sind es bei 2,6 Millionen Menschen Pegel von mehr als 55 Dezibel. Folgen sind unter anderem ein schnellerer Herzschlag und eine verminderte Elastizität von Blutgefäßen, schreibt eine Forschungsgruppe um Thomas Münzel von der Universitätsmedizin Mainz. Die Forscher hatten bei 74 Teilnehmenden unterschiedliche Situationen simuliert: Nächte ohne zusätzlichen Lärm sowie Nächte, in denen über Lautsprecher Straßenlärm 30 oder 60 Mal für jeweils eine Minute und 15 Sekunden eingespielt wurde.
dpa

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