
Robert Schäfer
Es ist eine Tradition, die sich weit über die Geschichte der Menschheit hinzieht: Wenn ein Mensch stirbt, bestatten ihn seine Mitmenschen und Verwandten mit Würde. In vielen Kulturen wird so ein Grab dann mit einem Stein geschmückt. Und auch das gibt es schon seit Jahrtausenden. Jedem bekannt sind die Pyramiden in Ägypten. Aber auch hier gibt es eine alte Grabkultur. Gerade in Norddeutschland sind die Megalithgräber, die Großsteingräber, an vielen Stellen erhalten geblieben. Später finden sich Grabplatten in und um die Kirchen, dann Steine auf den Friedhöfen.
Grabstein als Erinnerung zum Verstorbenen

Mittlerweile ist der Grabstein etwas sehr Persönliches und Individuelles, wie Steinmetzmeister Frank Richter zu berichten weiß. „Jeder Mensch ist ein einzigartiges Geschöpf und hat es verdient, nach seinem Tode eine Grabstätte als bleibende Erinnerung zu bekommen. Ein individuell gestalteter Stein, der einen wirklichen Bezug zu dem Verstorbenen hat, hält die Erinnerung lebendig und steht somit als Zeichen für sein Leben“, sagt Richter.
Wenn die Angehörigen zur Beratung kommen, gibt es meist viele Fragen auf beiden Seiten. Für den Steinmetz ist unter anderem die Grabart wichtig - und die Wünsche der Familie. Sollen im Grabstein persönliche Motive aus den Hobbys des Verstorbenen eingearbeitet werden oder sind religiöse Motive gefragt? Oder wünschen sich die Hinterbliebenen ein pflegeleichtes Grabmal? Gerade in diesem Bereich hat sich in den letzten Jahren viel getan. Mit der Gestaltung der Anlagen kann die anfallende Pflege minimiert und dennoch ein persönlicher und emotionaler Ort für die Erinnerung geschaffen werden. „Die bewusste Entscheidung für ein in Stein gehauenes ehrendes Andenken steht auch im Einklang mit unserer Kultur und Tradition“, sagt er.
„Die Beratung beginnt dann mit einem Rundgang durch die Ausstellung“, sagt Richter. Dort können sich die Hinterbliebenen einen ersten Eindruck von den Möglichkeiten machen „Die eigentliche Planung beginnt dann am Rechner“, so der Steinmetz. Mittels moderner Technik entsteht ein 3D-Modell als erster Entwurf.
3D-Modell dient als ein erster Entwurf
Dort können dann unterschiedliche Materialien und Steine, aber auch Kombinationen mit beispielsweise Metallen ausprobiert werden. „Das darf länger dauern“, sagt Richter. „Es war noch nie ein Fehler, sich Zeit zu lassen. Jeder Kunde ist anders.“ Modern, verspielt, aber auch immer wieder ganz geradlinig seien die Wünsche.



Wenn der endgültige Entwurf steht, geht der Steinmetz ans Werk. Die Steine kommen mittlerweile aus allen Teilen der Welt: Skandinavien, Asien, Südamerika, aber auch regional dann meist Sandstein. Grundsätzlich rate er zu harten Steinen wie Granit oder Granitgneisen, wenn es um eine pflegeleichte Gestaltung, so Richter. Dann jedoch greift er für die Oberfläche ganz klassisch zum Meißel.
Traditionelles Handwerk und moderne Techniken
Traditionelles Handwerk trifft auf moderne Techniken. Die Harmonie eines Grabmals liegt dabei in der Gestaltung und perfekten Ausarbeitung von Schrift und Ornament. Größe und Einstellung der Schrift und Ornamente erfordern ein geschultes Auge, sowie handwerkliches Geschick vom qualifizierten Steinmetz.
So entstehen Grabmale ganz nach dem persönlichen Geschmack der Hinterbliebenen, mit dem auch den Wünschen und Vorlieben der Verstorbenen Rechnung getragen werden kann.