Vorsicht … Legende! Neulich hat es mich wieder in den Skulpturenwald am Landegger Berg bei uns in Haren verschlagen. Der wirkt jetzt im Mai beim satten Grün so richtig mystisch.
Und da kam mir gleich eine Passage aus dem Reigen der Geschichten um die Frau von Mundeloh in Erinnerung.
Das ist die Edeldame, die im Mittelalter in der Burg Landegge residiert hat. Und in dieser Passage dreht es sich um einen geheimnisvollen Wald, in dem ein böser Zauberer gehaust haben soll. Dieser steckte laut Legende mit dem historischen Harener Raubritter Bodo von Schwarzenburg, dessen Burg sich nahe der Harener Kirche befand (die Straße „Burggraben“ erinnert noch daran) unter einer Decke.
Bodo gehörte einem streitbaren Geschlecht an und nutzte die Burg Haren als Schlupfwinkel für Raubzüge. Zum Schutz vor den Untrieben der Harener Raubritter wurde dann 1178 die Burg Landegge erbaut.
Doch jetzt zum Zauberer, den ich vor meinem geistigen Auge im Landegger Wald durch das Gehölz wandern sah. In der Legende wohnte Urganus, so hieß der Zauberer, allerdings in einem Wald östlich der Ems, gegenüber dem alten Fähranleger. Nach dorthin machte sich Bodo auf, um den Zauberer zu finden und um Böses gegen die gute Frau Jutta auszuhecken. Dann erblickte er die angsteinflößende Gestalt auf einem Baumstamm sitzend.
Sie war ganz in einen erdfarbenen, verschlissenen Mantel gehüllt. Eine mächtige Kapuze verbarg ihr Gesicht, so wird es in der Legende beschrieben. „Hört gut zu Ritter Bodo. Ich gehe hier meinen Weg, gehe ihn schon lange, seit ich mich erinnern kann und finde doch keinen Weg heraus. Gleich welche Kraft und welchen Willen ich aufbrachte, nie erreichte ich einen“, sagt der Zauberer in der Geschichte.
Nun, wer weiß, vielleicht hat er derweil doch einen Weg gefunden, geriet dabei aber in einen anderen mystischen Wald, ganz in der Nähe der Burg von Landegge, wo die Frau von Mundeloh gewohnt hat, der er mit Hilfe des Harener Raubritters Böses antun wollte.
Also aufgepasst, wenn ihr da mal spazieren geht, ihr Wandersleut!