Osnabrück Fünf Fragen an Thorsten Gerland, Hörakustikmeister, Pädakustiker und Inhaber von Gerland Hörgeräte.
Herr Gerland, warum ist eine möglichst frühe Versorgung der Hörschäden bei Kleinkindern so wichtig?
Ein intaktes Gehör ist die Grundlage für eine altersgerechte Entwicklung - insbesondere für die Sprachentwicklung. Diese beginnt unmittelbar nach der Geburt, und die ersten Lebensmonate sind entscheidend. Deshalb sollten Eltern ihr Kind aufmerksam beobachten und bei Verdacht auf eine Hörminderung umgehend einen spezialisierten HNO-Facharzt oder Pädaudiologen aufsuchen.
Gilt frühe Versorgung auch bei beginnendem Hörverlust im Erwachsenenalter?
Unbedingt, hier gibt es verschiedene wissenschaftliche Studien und Erkenntnisse, die alle mit dem Tenor enden: "Eine regelmäßige und frühzeitige Stimulation der Hörverarbeitung hat positive Effekte, da Menschen mit unbehandeltem Hörverlust ein signifkant höheres Risiko haben, eine Demenz zu entwickeln".

Wie kann man sich diesen Vorgang vorstellen?
Es entsteht eine "Abwärtsspirale“, bei der ein unversorgter Hörverlust zu einer eingeschränkten Sprachwahrnehmung führt. Diese und die daraus entstehende Höranstrengung führen zu einer Vermeidung sozialer Kontakte, insbesondere in schwierigen Hörsituationen, sowie zu einer langsam abnehmenden kognitiven Leistung. Diese Abnahme sozialer Kontakte führt oft zu Stimmungsschwankungen, einer Verschlechterung des körperlichen Zustands und einer nachlassenden Lebensqualität. Viele Teile der Entwicklung sind durch den erhalt der Kommunikation einfach aufzuhalten.
Welche Art der Versorgung ist hier zu bevorzugen?
Das entscheidende Kriterium für die exakte Auswahl des Versorgungsweges ist neben dem Grad des Hörverlustes immer die Rücksprache mit dem Kunden (Patienten): Für welchen Bedarf ist die Versorgung geplant und was wird von ihm am besten akzeptiert? Alle Untersuchungen, aber auch die Logik, zeigen, dass Akeptanz und damit Tragedauer entscheidend für Hörerfolg und Zufriedenheit sind. Viele Kunden tragen lieber ein unsichtbares Im-Ohr-Hörsystem, mit dem sie 90% verstehen, als größere z. B. HdO-Geräte, die zwar minimal bessere Ergebnisse liefern, aber subjektiv als unkomfortabel empfunden werden.
Wie sehen Beratung und Service vor Ort aus?
Wichtig ist, sowohl auf den Rat von Experten zu vertrauen als auch sich selbst umfassend zu informieren. Je nach Diagnose erfolgt eine ärztliche Behandlung entweder mit dem Ziel, das Hörvermögen wiederherzustellen, zeitnah eine Versorgung mit modernen, digitalen Hörsystemen zu beginnen oder auch eine Versorgung mit Hörimplantaten in einer Fachklinik zu überdenken. Eine individuelle und transparente Beratung ist dabei entscheidend.


Was ist das besondere an den aktuellen Hörsystemen?
Es gibt mittlerweile nur noch wenig objektive Gründe, eine Hörversorgung abzulehnen. Aktuelle Hörsysteme sind einfach zu bedienen, oft nahezu unsichtbar und bieten inzwischen viele Möglichkeiten zur einfachen Vernetzung mit Medien, Telefonen und auch TV-Geräten. Sie funktionieren seit dem Einsatz speziell trainierter künstlicher Intelligenz nahezu störungsfrei - auch in schwierigen Hörsituationen - und können daher problemlos ständig getragen werden. Das automatische Filtern der Sprache im Lärm erhöht den Klangkomfort und die Hörqualität maximal. Und ja, es gibt teure Hörsysteme, die viele Vorteile bieten. Aber speziell bei Gerland gibt es - anders als bei vielen bundesweit aktiven Ketten - ein funktionierendes Einstiegssegment, in dem wir z. B. gut ausgestattete Hörsysteme mit Akku, Ladegerät, Maßanfertigung, Bluetooth-Schnittstelle und Upgrade-Optionen für rund 500 Euro Eigenanteil pro Paar anbieten können. Selbst unsere Mini-Nulltarif-Systeme mit Batterie sind als Im-Ohr-Geräte mit Automatik erhältlich.
Die Bereiche Hörimplantate und CI-Beratung erfahren im Raum Osnabrück immer mehr Aufmerksamkeit. Warum?
Gerade im Raum Osnabrück gab es einen Nachholbedarf für die Beratung vor Ort, da viele Kunden für die Beratung bisher in umliegende Orte fahren mussten. Als zertifizierter Servicepartner aller führenden Hersteller von Cochlea-Implantaten beraten die Experten von Gerland umfassend über die Möglichkeiten implantierbarer Hörsysteme, Knochenleitungshörsysteme oder Hörimplantate. Gerland bietet ein umfassendes Leistungsspektrum, das individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt ist. Gerne unterstützen die Hörakustiker von Gerland bei der Beantragung und Anbindung von Zubehör für Ihr Implantat. Bei Gerland finden die Einstellungen direkt vor Ort durch einen festen, kompetenten Ansprechpartner statt. Sämtliche CI-Einstellungen erfolgen nicht anonym per Fernanpassung, sondern immer in persönlichem Kontakt vor Ort durch Ihren dauerhaften Ansprechpartner. Anpassungen von Kindern oder Kleinkindern erfolgen immer in Absprache mit der implantierenden Klinik und in Anwesenheit eines ausgebildeten Pädakustikers.
Vereinbaren Sie jetzt einen Termin für die Jahreskontrolle, Erstberatung, Nachanpassung, Prozessor-Upgrade oder Verlustversorgung: 05901.9610575.
www.gerland.de
Gerland
Gutes Hören beginnt mit der richtigen Wahl
Die Hörakustiker-Checkliste:
- Herstellerunabhängig oder nur verschiedene Modelle eines Herstellers?
Große Vielfalt = optimale Auswahl
- Wird ein ausführlicher Hörtest mit Beratung durchgeführt oder beginnt der Verkauf unmittelbar?
Eine bessere Beratung führt zu einer bedarfsgerechten Versorgung
- Wird das System individuell angefertigt oder mit provisorischen Schirmchen justiert? Deutlich bessere Hörerfolge mit Maßotoplastiken
- Erfolgt die Anpassung mittels Perzentilmessung oder wird geschätzt?
Eine exaktere Anpassung verbessert das Sprachverstehen und den Komfort - insbesondere beim Nulltarif
- Bekommen Sie Zeit zur Gewöhnung oder direkt die Rechnung?
Ein echter Vergleich der Systeme kann erst nach einer Eingewöhnung von 4 bis 8 Wochen erfolgen
- Haben Sie das Gefühl, jederzeit zur Nachkontrolle willkommen zu sein?
Wenn die Filiale oft unbesetzt ist und Sie schon bei der Erstanpassung das Gefühl haben, es müsse schneller gehen, sollten Sie vorsichtig sein. Hörsysteme verdienen regelmäßige Feinanpassungen.