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„centrumed“ & Dance Company Osnabrück: Pilotprojekt RV Fit abgeschlossen

Beim gemeinsamen Training.

Ein Jahr Präventionsarbeit für Profitänzer*innen: Diagnostik, individuelles Training und Selbstlernphasen stärken Regeneration, Belastungsmanagement und mentale Widerstandskraft im Tanz.

Vor einem Jahr startete das Pilotprojekt RV Fit für Tänzer*innen der Dance Company Osnabrück. Nun ist es an der Zeit, zurückzublicken. Projektleiter und Physiotherapeuten von „Centrumed“, Franzis Thien und Peter Heilmann, sowie Tänzerin Emanuela Vurro im Interview mit Tanzdirektorin Britta Horwath.

Britta Horwath: Du hast das Konzept für Tänzer*innen entwickelt. Was ist denn RV Fit überhaupt?

Franzis Thien: RV Fit ist ein kostenfreies Präventionsprogramm der Deutschen Rentenversicherung, mit dem Fokus auf Bewegung, Ernährung und Stressmanagement. Ziel ist es, dass Menschen präventiv etwas für sich tun und einen gesunden Lebensstil pflegen.

Britta Horwath: Und wie unterscheidet sich das Konzept für Profitänzer*innen?

Franzis Thien: Tänzer*innen sind großen physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt, denen wir entgegenwirken wollen, um die Gesundheits- und Lebenskompetenz der Tänzer*innen zu fördern und zu stärken. Spezielle Themen sind zum Beispiel Regeneration, Belastungsmanagement, Stressprävention oder innere Widerstandsfähigkeit.

Britta Horwath: Ihr habt die Tänzer*innen eng begleitet, wie lief das Programm ab?

Peter Heilmann: Es hat sich aus drei Phasen zusammengesetzt. Zunächst die Leistungsdiagnostik, bei der wir den Tänzerinnen und Tänzern auf individueller Ebene begegnen wollen, um maximalen Erfolg aus den nachfolgenden Trainingsinterventionen zu gewährleisten. Dann folgt die Trainingsphase. Hier werden Schwachpunkte aufgedeckt und mithilfe individueller Trainings angegangen. Neben klassischen Kraft- und Athletikübungen haben wir auch für sportpsychologische Inhalte sensibilisiert. Zuletzt folgt die mehrmonatige selbstständige Trainingsphase, in der es darum geht, eigenständig weiterzuarbeiten. Am Ende schließt wieder eine Leistungsdiagnostik an, um zu sehen, ob wir den Schwachstellen gerecht werden konnten.

Britta Horwath: Wie war das Programm für dich als Tänzerin?

Emanuela Vurro: Für mich war es eine großartige Möglichkeit, auf einer anderen Ebene mit meinem Körper in Kontakt zu kommen. Die Arbeit mit RV Fit hat mir mit einer Lupe meine Defizite und Potenziale aufgezeigt, aber ich habe eben auch gelernt, dass es viele verschiedene Möglichkeiten gibt, an bestimmten Problemen zu arbeiten. Das motiviert mich auch für die Zukunft.

Britta Horwath: Was hat euch persönlich am meisten Spaß gemacht und welche Erkenntnisse habt ihr erlangt? Was wünscht ihr euch für die Zukunft?

Peter Heilmann: Es war superschön, die Dance-Company als eingespielte Gruppe kennenzulernen. Die offenherzige und motivierte Art hat direkt auf das eigene Team abgefärbt. Außerdem war es eine großartige Herausforderung für die eigene Kreativität, sich in diese neue Perspektive hineinzuversetzen. Ich hoffe, dass wir auch in Zukunft weiter voneinander lernen dürfen. Ich würde mir für alle Berufstänzer*innen wünschen, dass das Augenmerk auf Prävention und Athletik sich vergrößert. Vielleicht dürfen wir hier in Osnabrück eine Art Vorreiterrolle einnehmen. Der Grundstein wurde auf jeden Fall gelegt.

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