1. Fehlende oder unklare Gehaltsangaben: Gibt es in der Stellenanzeige keine konkreten Angaben zur Vergütung, kann das auf mangelnde Transparenz hindeuten. Auch vage Formulierungen ohne klare Rahmenbedingungen gelten als mögliches Warnsignal.
2. Eine schwammige Jobbeschreibung: Bleibt unklar, welche Aufgaben tatsächlich übernommen werden sollen, ist Vorsicht geboten. Fehlt eine eindeutige Aufgabenbeschreibung, besteht das Risiko, dass Bewerber später Tätigkeiten übernehmen müssen, die ursprünglich nicht vorgesehen waren.
3. Aussagen wie „Bei uns machen alle alles“: Solche Formulierungen können laut Stephan Megow auf fehlende Strukturen im Unternehmen hinweisen. Unklar geregelte Zuständigkeiten können zu dauerhaften Stressfaktoren für Beschäftigte werden.
4. Häufig neu ausgeschriebene Stellen: Ist eine Position mehrfach im Jahr ausgeschrieben, sollten Bewerber genauer hinschauen. Wird dieselbe Stelle innerhalb eines Jahres dreimal oder öfter gesucht, könnten mit ihr Erwartungen verbunden sein, die kaum zu erfüllen sind.
5. Fehlende Ansprechpartner und Kontaktmöglichkeiten: Enthält die Stellenanzeige keine konkreten Ansprechpartner oder Rückmeldemöglichkeiten, kann das ein weiteres Warnsignal sein. In der Praxis erleben Bewerber immer wieder, dass Unternehmen sich gar nicht auf Bewerbungen zurückmelden – ein Phänomen, das oft als Ghosting bezeichnet wird.
Schon beworben? Das ist jetzt wichtig: Auch der Ablauf des Bewerbungsverfahrens liefert Hinweise. Wirkt dieser wenig organisiert, kommen Gesprächspartner gehetzt zum Termin oder beschäftigen sich erst im Gespräch mit dem Lebenslauf, kann das laut Stephan Megow auf fehlende Prozesse und mangelnden Respekt gegenüber Bewerbern hindeuten.
Werden weder konkrete Ziele noch klare Erwartungen an die Rolle formuliert, steigt das Risiko, dass sich die tatsächliche Tätigkeit stark von der ursprünglichen Ausschreibung unterscheidet. Transparenz im Bewerbungsprozess ist hier entscheidend.
Bewertungsportale und Website checken: Hilfreich können Arbeitgeber-Bewertungsportale sein, auch wenn dort negative Erfahrungen häufig überwiegen. Ergänzend empfiehlt Stephan Megow einen Blick auf die Unternehmenswebsite. Dort fänden sich – sofern vorhanden – unabhängige Auszeichnungen, die Hinweise darauf geben können, ob ein Unternehmen tatsächlich gute Arbeitsbedingungen bietet.
dpa/tmn
Absage nach Bewerbung
„Es tut uns leid …“ Viele Firmen liefern nach Absagen nur Phrasen. Wer für die nächste Bewerbung lernen will, muss sich selbst auf den Prüfstand stellen. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten einen neuen Job zu suchen, dauert oft länger als gewünscht. Hatte man im Vorstellungsgespräch ein gutes Gefühl, bekommt aber trotzdem eine Absage, ist der Frust groß. „Ein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken, ist das aber nicht“, stellt Karriereberaterin Jutta Boenig klar.
Wichtig sei, den Bewerbungsprozess, der nicht zum gewünschten Erfolg geführt hat, genau zu analysieren. Wenig Sinn macht es aus Sicht von Boenig, das Unternehmen, von dem man eine Absage bekommen hat, nach den Gründen dafür zu fragen. „In der Regel ist die Antwort oberflächlich“, sagt Boenig. Nach dem Motto: „Da hat eine Nuance nicht gepasst.“ Das bringe einen auf der Jobsuche nicht weiter. Zielführender sei es, auszuloten, wie man selbst eigentlich auf andere wirkt. Kann ich andere überzeugen – und wenn nicht: Was genau fehlt mir an dieser Stelle? Wie komme ich bei anderen an? Was macht meine Persönlichkeit aus? „Man kann diese Fragen mit dem Partner oder der Partnerin durchgehen oder auch gute Freunde fragen“, so Boenig. Wer nicht weiterkommt, kann sich auch professionelle Hilfe holen.
dpa/tmn