1999 übernahm Peter Gersema den Betrieb offiziell. Sein Vater Egon zog sich zwar aus dem aktiven Geschäft zurück, blieb aber innerlich immer eng mit dem Unternehmen verbunden. Nach der Übernahme durch Peter Gersema wuchs der Betrieb weiter. 2001 wurde die erste hintere Halle gebaut, 2016 kam eine weitere Halle hinzu. Insgesamt verfügt Getränke Gersema heute über drei Hallen mit etwa 1.000 Quadratmetern Lagerfläche und 1.500 Quadratmetern Freifläche.
Parallel dazu entwickelte sich auch das Leistungsangebot des Unternehmens weiter. Aus dem kleinen Hauslieferdienst wurde ein deutlich breiter aufgestellter Getränkefachgroßhandel mit zwei Getränkemärkten, Gastronomie- und Großabnehmerbelieferung, Vereinsgeschäft, Veranstaltungsservice und Schaustellergeschäft.
Auch die nächste Generation rückte nach und nach näher an den Betrieb heran. Eine prägende Phase war das Jahr 2010, als Peter Gersema krankheitsbedingt ausfiel. In dieser Situation musste Sohn Timo mit 19 Jahren sehr kurzfristig in den Betrieb einsteigen.
Er brach seine vorherige Ausbildung ab, machte im Crashkurs den Lkw-Führerschein und half sofort mit, damit das Unternehmen weiterlaufen konnte, während sein Vater in ärztlicher Behandlung war. Diese Zeit war einschneidend, zeigt aber auch, wie stark die Familie in Krisenzeiten zusammen stand.
Im Laufe der Jahre wurde das Unternehmen immer professioneller und größer. Heute arbeiten dort neben Peter und Silvia Gersema zehn Vollzeitkräfte, dazu kommen weitere Kräfte für den Getränkemarkt. Der Fuhrpark umfasst zwei Lastwagen, drei Transporter, acht Ausschankwagen und 15 Kühlwagen in unterschiedlichen Größen.
Das Unternehmen beliefert regelmäßig rund 250 gewerbliche und institutionelle Kunden, also etwa Gaststätten, Vereine und Betriebe. Das Liefergebiet reicht von Ostfriesland über das nördliche Emsland bis ins angrenzende Ammerland, teilweise auch in die Niederlande. Hinzu kommt die Belieferung von Schaustellern, womit Getränke Gersema nicht nur hiesige Volksfeste, sondern auch den Oldenburger Kramermarkt beliefert. Ein Schwerpunkt sind Weihnachtsmärkte, diese werden bis nach Bremen, Rheine und Osnabrück teils per Spedition angeliefert.
Eine harte Zäsur war die Corona-Zeit. Weil die Gastronomie zum Erliegen kam und Veranstaltungen fast komplett ausfielen, traf die Krise das Unternehmen direkt. Viele Beschäftigte waren in Kurzarbeit, und man wusste lange nicht, wie es weitergehen würde. Gleichzeitig entwickelte sich der Getränkemarkt in Weener in dieser Zeit positiv, weil viele Kunden kleinere Einkaufsmöglichkeiten mit weniger Publikumsverkehr schätzten. Dieser Effekt hielt auch nach Corona an.
Bis heute versteht sich Getränke Gersema als eigenständiger Familienbetrieb in einem Markt, der immer stärker von großen Konzernen geprägt ist. Gerade das Persönliche, die kurzen Wege, die Nähe zu Kunden und die starke familiäre Prägung machen den Betrieb aus.
Zum 50-jährigen Jubiläum steht damit nicht nur eine Firmengeschichte mit wirtschaftlichem Wachstum, sondern vor allem eine Geschichte von Familie, Bodenständigkeit, Kundennähe und Generationenwechsel im Mittelpunkt. Melanie und ihr Bruder Timo sehen sich als nächste Generation in der Verantwortung, den von ihrem Vater und Großvater aufgebauten Standard zu erhalten und möglichst weiter auszubauen.
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