225 Jahre Schuhhaus Landwehr. Ein Tippfehler? Nein, bei dieser Zahl ist nicht versehentlich eine zweite 2 hinzugekommen. Inhaber Reinhard Landwehr kann anhand von Aufzeichnungen nachweisen, dass es den Betrieb definitiv seit dem 8. Juni 1800 gibt. Und das soll gebührend gefeiert werden. „Deshalb gewähren wir ab sofort bis zum 14. Juni 25 Prozent Rabatt auf alle Schuhe, die nicht reduziert sind“, sagt der 79-Jährige. Auch hierbei handelt es sich nicht um einen Tippfehler.
Außer den verschiedenen Schuhen für den Alltag zeichnet sich das Schledehauser Schuhhaus auch durch die große Auswahl an Hausschuhen für Kinder und Erwachsene aus. „Aktuell ist alles gefragt, von Sportschuhen über Sneaker bis hin zu Sandaletten und Pantoletten. Weiß ist dabei Trumpf, aber auch bunte Farben stehen hoch im Kurs“, weiß Carla Landwehr. Bei den Marken legen die Landwehrs Wert auf höchste Qualität. Im Sortiment finden sich daher renommierte Hersteller wie Gabor, Waldläufer, Legero, Remonte oder Allrounder.


Apropos Schnäppchen: 1904 kostete ein Paar Maßstiefel 12,50 Reichsmark. Das geht aus alten Geschäftsbüchern hervor, die bis zum Jahr 1832 zurückreichen. 1920 kostete dasselbe Paar schon 250 Reichsmark, und am Jahresende 1923 waren die Stiefel eigentlich nicht zu bezahlen. Reinhard Landwehr hat einen Beleg gefunden, dass die Einnahmen bei 32 Billionen (12 Nullen!) Reichsmark lagen, nach der Währungsreform im Januar 1924 fielen sie auf 59 Reichsmark zurück. Kein Tippfehler.
Familien-Stammbaum sogar bis zum 30. März 1721
Den Familien-Stammbaum kann Landwehr sogar bis zum 30. März 1721 zurückverfolgen. Da ist die Geburt von Joes (Johannes) Landwehr in einem Kirchenbuch der Gemeinde Schledehausen verzeichnet. Den Namen Landwehr trägt die Schuhmacherei aber „erst“ seit 1824. Reinhard und Carla Landwehr führen den Betrieb mittlerweile in siebter Generation.
Reinhards Vater Heinrich Landwehr hatte den Betrieb 1949 von seinem verstorbenen Vater Victor übernommen. Er musste sich entscheiden, ob er den Schuhverkauf ausbauen wollte oder sein Glück stattdessen in der Industrie sucht. Heinrich Landwehr entschied sich für die Schuhe und bezog 1960 ein größeres Ladenlokal in besserer Lage. Zehn Jahre später begann der Bau eines Wohn- und Geschäftshauses – der heutige Standort – an der Neuen Straße, das am 1. Juli 1971 bezogen werden konnte. 1987 wurde die Geschäftsfläche umfangreich umgebaut.
Zusätzlich zum Schuhverkauf und zur Reparatur kam ab 1978 die Orthopädie-Schuhtechnik hinzu. 1987 übergab Heinrich Landwehr den Betrieb an seinen Sohn Reinhard, so dass dieser Geschäftszweig noch einmal mehr an Bedeutung gewann. Denn Reinhard Landwehr hatte neben dem Beruf des Schuhmachers auch den Beruf des Orthopädie-Schuhmachers gelernt – und war in beiden Berufen Prüfungsbester auf Landesebene.
Die Qualität ist ein Grund für das lange Bestehen des Schuhhauses Landwehr. Aber auch die Mitarbeiterinnen Marga Samoray, Gisela Toennes, Corinna Gollup, Edith Neumann und Anke Reker tragen dazu bei. Zwei von ihnen sind seit sogar schon seit den 1980er beziehungsweise 1990er Jahren dort angestellt. Schon wieder kein Tippfehler.
Lars Herrmann
Kontakt:
Schuhhaus Landwehr, Neue Straße 13, 49143 Bissendorf
Tel.: 05402-8136
E-Mail: schuhhaus.landwehr@osnanet.de