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Trotz Wissen: Zweimal in eine Sperrung gefahren

Man kann sich einfach nicht alles merken - auch nicht als Reporter. Foto: Michael Kierstein

Reisewege, Umleitungen und die Tücken des Erinnerns im Alltag eines Reporters

Als Reporter sollte man genau wissen, was in seiner Region los ist. Bei vielem gelingt mir das recht gut. Aber, wenn es wirklich wichtig ist, dann versagen meine grauen offenbar. Mein Zellen-Arbeitsweg führt mich täglich von Aurich nach Papenburg. Meistens fahre ich über Leer und dann die Bundesstraße B70 runter. Generell fahre ich wirklich gerne Auto. Mit etwas Musik kann man da am besten in den Tag starten. Bei Folmhusen war die Bundesstraße im vergangenen Jahr gesperrt. Lang und breit angekündigt, jeder wusste eigentlich Bescheid. Auch ich habe am Vorabend noch daran gedacht, einen anderen Weg zu nehmen. Es war ja klar, dass man da ansonsten im Stau steht und die elendige Umleitung wird nehmen müssen. Am Morgen war die Erinnerung dann weg.

Und so stand ich in Folmhusen vor einer gesperrten Straße und musste die Umleitung nehmen. Das hat mich viel Zeit gekostet und ich ärgerte mich. „Das passiert mir nicht nochmal“, sagte ich zu mir. Auch da wieder: Den ganzen Tag dachte ich daran, über die Autobahn A31 nach OstM Friesland zu fahren. Bis ich dann im Auto saß. Naja, schlecht gealtert. Ich bog, wie gewohnt vom Parkplatz nach rechts ab und fuhr Richtung B70. Fröhlich, da wir an dem Abend noch etwas vorhatten. In Folmhusen war die gute Laune dann spurlos verschwunden. Ich stand wieder vor der gesperrten Straße. Sie sehen also: Selbst, wenn man sich den ganzen Tag mit Nachrichten beschäftigt. Man kann sich einfach nicht alles merken.


Der Autor

Michael Kierstein

Zwischen Holland und Ostsee bin ich groß geworden. Geboren im schleswig-holsteinischen Eckernförde, ging es als Kleinkind zurück in die väterliche Heimat: das Emsland. Dort wuch sich erst in Wesuwe, dann in Versen auf. Nach dem Abitur am Marianum Meppen ging es zurück in den„echten“ Norden. Studium und Volontariat standen in Schleswig-Holstein an. Heute lebe ich mit meiner Frau und zwei Hunden in der Nähe von Aurich und bin beruflich zurückgekehrt ins Emsland.

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