Das Ludwig-Windthorst-Haus in Lingen ist eines der größten Bildungs- und Fortbildungszentren der Region und des Landes Niedersachsen. Dabei hat es sich auch der politischen Aufklärung und Demokratieförderung verschrieben. Das betont Akademiedirektor Marcel Speker-Underbrink.

Was bedeutet Ihnen die Nominierung für den Emsländischen Unternehmenspreis?
Für uns ist die Nominierung eine Bestätigung unserer Arbeit. Ich bin davon überzeugt, dass wir zur vermehrt wahrgenommenen Spaltung der Gesellschaft die Gegenbewegung des Zusammenrückens brauchen. Dass unser Wirken für Demokratie und Nächstenliebe als auszeichnungswürdig bewertet wird, freut uns daher sehr und ermutigt uns, diesen Weg entschieden weiterzugehen.
Welche Projekte sind für Sie besonders wichtig?
Früher hätte ich gesagt: Medien- und Demokratiebildung für junge Menschen. Jetzt würde ich den Zusatz „junge Menschen“ streichen: Der sichere Umgang mit Medien und innerhalb unserer Gesellschaft ist etwas, das wir leider nicht mehr uneingeschränkt unterstellen können. Und es ist keine Frage des Alters – um es mit den ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog und Johannes Rau zu sagen: Es muss ein Ruck durch Deutschland gehen, dass wir wieder versöhnen statt spalten. Und da ist jede und jeder Einzelne gefragt, daran mitzuwirken.
Was sind oder waren die größten Herausforderungen im Emsland?
Die größte Herausforderung im Emsland ist aus meiner Sicht, dass wir die tollen Ausgangspositionen, die wir in vielen Bereichen haben, verteidigen und nicht als gegeben hinnehmen. Dörflicher Zusammenhalt, ein starker ländlicher Raum, gegenseitiges Verständnis und füreinander einstehen sind hier, auch aus der Entwicklungshistorie heraus, besonders stark ausgeprägt. Dies zu bewahren, ist angesichts dessen, was um uns herum passiert, eine große Herausforderung, die wir nicht unterschätzen dürfen.
Matthias Liedtke