Bis zum letzten Spieltag waren die Entscheidungen an beiden Enden des Tableaus noch nicht gefallen. Und auch für die anstehende Saison sieht es nicht so aus, als wenn sich das ändert, einige Coaches erwarten sogar eine noch engere Rangliste.
Eigentlich wechselten die stark aufgelegten SV Union Lohne und SG Freren sich in der abgelaufenen Spielzeit als Tabellenführer ab. Erst am drittletzten Spieltag übernahm SV Eintracht Nordhorn, der zuvor lange auf Platz drei in Lauerstellung verbrachte, den Platz an der Sonne und gab ihn nicht wieder her. Lohne beendete die Saison auf Platz zwei, einen Punkt vor Freren auf Rang drei.
Damit erschließt sich mit Lohne der erste große Favorit auf die Meisterschaft, zumal sich das Team um Spielertrainer Dennis Brode noch weiter verstärkt hat. Durch die Transfers der Offensivleute Rendi Kildau, Elias Speer (beide SV Olympia Laxten) und Luca Grau (SV Dalum) hofft Brode, „wenigerausrechenbar zu sein“: Erund Dennis Tengen schossen beide mehr als 20 Tore, Patrick Humbert auf Platz drei der internen Liste folgt mit fünf Treffern. „Ich hoffe, dass wir das jetzt ein bisschen besser verteilen können“, so der 44-Jährige.
„Wir haben die Qualität und super Transfers getätigt und wollen ganz oben angreifen“, formuliert Brode das Ziel, ergänzt aber:„Die Bezirksliga ist generell wieder gut aufgestellt.“ Vor allem SG Freren, VfL Weiße Elf Nordhorn und ASV Altenlingen hat der Coach als Konkurrenten auf dem Zettel.
Der lange ärgste Konkurrent der letzten Saison aus Freren verliert mit Bennet Thelen seinen 40-Tore Stürmer an den Oberligisten SV Holthausen Biene.„Das schmerzt natürlich, wir wollen die Offensivpower auf mehrere Köpfe verteilen“, erklärt Spielertrainer Florian Hoff. Mit Christoph Ahrens vom Oberligisten SC Spelle-Venhaus kommt allerdings auch ein Hochkaräter, der aber„ein anderer Spielertyp ist als Bennet“.
„Ich glaube, dass es noch enger wird als in der letzten Saison schon“, vermutet Hoff mit Blick auf die oberen Plätze. Auch er hat neben Lohne auch Altenlingen und die Weiße Elfaus Nordhorn als Konkurrenz auf dem Schirm und ergänzt den Absteiger SV Bad Bentheim.
ASV Altenlingen, Vierter der Vorsaison, hat nach der besten Platzierung der Vereinsgeschichte wenige Veränderungen im Kader zu vermelden und will über einen guten Saisonstart an die Leistung anknüpfen. Auch SC Spelle-Venhaus II kann als Oberligareserve und Sechster der Vorsaison schnell mehr als nur Geheimfavorit sein.
SV Der Vorjahressiebte Olympia Laxten befindet sich mitten im Umbruch, muss den Abgang einiger Stammkräfte hinnehmen und will diese durch jüngere Spieler auffangen. Daniel Holtgers, derzuletzt die eigene A-Jugend coachte, soll dieses Projekt als neuer Trainer vorantreiben.
Seit 19 Jahren erreichte SV Alemannia Salzbergen keinen einstelligen Tabellenplatz mehr in der Bezirksliga, wurde zuletzt aber Neunter und will seinem Weg treu bleiben: „Wir haben uns im Sommer noch weiter verjüngt und drei Salzbergener Jungs geholt“, fasst Trainer André Meiners zusammen. So soll„mithilfe der eigenen DNA langfristig etwas aufgebaut werden“. Erstes Ziel sei der Klassenerhalt, aber: „Wir wollen uns natürlich im besten Fall weiterentwickeln. Die Liga ist jedoch noch ausgeglichener geworden und wir werden um jeden Punkt kämpfen müssen“, weiß Meiners.
Auch für SV Langen, SF Schwefingen, VfL Emslage und die beiden Aufsteiger SV Sparta Werlte und SV Concordia Emsbüren ist der Klassenerhalt das oberste Ziel.
Die Sportfreunde aus Schwefingen verstärken sich mit Chris Veltrup (SV Meppen II) und Robert Bartling (SV Holthausen Biene) durch zwei Oberliga-Spieler, Marc Sulmann (SV Union Meppen) und Matthias Lake (SV DJK Geeste) kommen ebenfalls.„Mehr Punkte holen und damit früher den Klassenerhalt sichern als in der letzten Saison ist das Ziel, die Qualität dazu haben wir allemal“, formuliert SFS-Coach Daniel Vehring.
VfL Emslage machte den Verbleib in der Liga erst am letzten Spieltag fix und verliert nun viele Leistungsträger. „Da fällt Qualität, Erfahrung und Kadertiefe weg. Wir haben aber viele junge, gute Spieler. Das muss sich jetzt erst einmal finden und braucht Zeit“, bilanziert der neue Trainer Oliver Peters, der aus der Jugend des SV Meppen kommt.„Hier weiß jeder die Situation einzuschätzen, weshalb wir immer ruhig weiterarbeiten werden“, führt er fort.
Und auch zwei spannende emsländische Aufsteiger ergänzen das Teilnehmerfeld. Seit dem achten Spieltag belegte Werlte den ersten Platz in der Emslandliga und erreichte so den direkten Wiederaufstieg, Emsbüren sicherte sich den zweiten Aufstiegsplatz am vorletzten Spieltag.„Unsere Situation hat sich geändert und wir sind in dieser Saison der Außenseiter. Wir müssen den Sieg in jedem Spiel mehr wollen als unsere Gegner“, ist sich Werltes Coach Marcel Mertens bewusst. Ziel mit dem jungen Team sei, neben dem Klassenerhalt, die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft in der Bezirksliga zu stellen.
„Alles andere als der Klassenerhalt wäre utopisch“, äußert sich Emsbürens Coach Simon Thiering zum Saisonziel.
Marius Keiser
Bezirksliga
Die Staffeleinteilung
ASV Altenlingen 1965
SC Spelle-Venhaus II
SF Schwefingen 1949
SG Freren 1921
SV Alemannia Salzbergen
SV Bad Bentheim
SV Borussia 08 Neuenhaus
SV Concordia Emsbüren
SV Langen
SV Olympia Laxten
SV Sparta Werlte
SV Union Lohne
SV Veldhausen 07
SV Vorwärts Nordhorn II
VfL Emslage
VfL Weiße Elf Nordhorn