
Am 5. März 1950 nahmen vier Stadtmarker Landwirte an einer Versammlung eines Stierhaltungsvereins teil. Beeindruckt von dieser Gemeinschaft, beschlossen sie, in der Stadtmark einen Schützenverein zu gründen. So trafen sich die Landwirte Anton Brümmer, Heinrich Holt, Josef Robben und Heinrich Wilbers eine Woche später im Hause Brümmer. Auch Heinrich Bölle, Heinrich Kossen und Bernard Vähning nahmen an diesem Treffen teil. Man wurde sich schnell einig und lud zu einer Gründungsversammlung im Haus Kossen ein, in dessen großer Bauernküche versammelten sich am 19. März 1950 etwa 40 Männer. An diesem Tag wurde der „,Schützenverein Haselünne-Stadtmark“ gegründet.

Alle Teilnehmer traten spontan dem Verein bei und es wurde direkt der erste Vorstand gewählt: 1. Vorsitzender war Heinrich Kossen, dessen Vertreter wurde Franz Havers. 2. Vorsitzender war Heinrich Wilbers, sein Vertreter Heinz Holt. Der 3. Vorsitzende war Hermann Weber mit seinem Vertreter Engelbert Tebben. Zum Kassierer wählten die Anwesenden Anton Brümmer, zum Schriftführer wurde Willi Eikens ins Amt gewählt. Fortan begannen die Mitglieder das erste Schützenfest zu planen, welches nur fast zwei Monate später am 21. und 22. Mai 1950 stattfand und ein richtiges kleines Volksfest war. Der 1. Schützenkönig in der Stadtmark wurde Heinrich Holt, zu seiner Königin wählte er Maria Schäfer.
So nahm alles ganz schnell seinen Lauf: Die erste Generalversammlung wurde abgehalten, die Vereinssatzung durch die Mitglieder angenommen und die Anschaffung einer Vereinsfahne beschlossen. In den kommenden Jahren stiegen nicht nur die Mitgliederzahlen, sondern auch die Besucher der Schützenfeste. Im Jahr 1956 wurde die Schießgruppe durch Vorschlag des Schützenbruders Heinrich Sasse gegründet und es wurde zusätzlich beschlossen, zu den Schützenfesten am Dreikönigstag ein Winterfest zu feiern. Dies fand erstmalig am 6. Januar 1964 im Kolpinghaus Haselünne statt. Nachmittags wurde ein Preisschießen veranstaltet und ab 19 Uhr begann das Winterfest mit der Begrüßung und einer großen Verlosung. Dies war die Geburtsstunde des Winterfestes mit der riesigen Tombola, wie wir es heute kennen.

Zum lebendigen Vereinsleben gehört auch die Verpflichtung gegenüber der älteren Generation. So wurden ab 1970 regelmäßig Ausflüge und Veranstaltungen durchgeführt. Die offizielle Gründung der Ü-60 im Haselünne Schützenverein Stadtmark erfolgte jedoch erst im Jahr 2003. 1975 fand das erste große Jubiläum der Stadtmarkschützen statt. Der Schützenverein feierte sein 25-jähriges Vereinsjubiläum mit bis dato fast 200 Mitgliedern. Auch das Jubiläumsschützenfest im Mai 1975 war ein voller Erfolg und man konnte mit Stolz auf die ersten 25 Jahre zurückblicken. Ständig steigende Mitgliederzahlen und immer gut besuchte Veranstaltungen bestätigen das intakte Vereinsleben und die Pflege der Gemeinschaft, ohne die ein solcher Verein nicht existieren könnte.
1980 war ein besonderes Jahr. Ein Grundstücksvorvertrag und schließlich der Kauf von zwei Grundstücken wurde abgeschlossen. Im gleichen Jahr wurde der Verein ins Vereinsregister eingetragen und im Oktober 1980 legte Architekt Hubert Radke die ersten Zeichnungen für ein neues Schützenhaus vor. Nur ein Jahr später begannen die Arbeiten am Neubau. Nach ca. drei Jahren Bauzeit wurde das neue Schützenhaus, das nur in Eigenleistung erstellt wurde, feierlich eingeweiht. 1983 wurde der erste Jugendtanz bzw. Discoabend am Freitagabend des Schützenfestwochenendes gefeiert und wuchs über fast 30 Jahren zu einem Riesenevent im Veranstaltungskalender des Vereins mit immer steigenden Besucherzahlen bis zu fast 1 500 Gästen. Zum zweiten großen Jubiläum im Jahr 2000 konnte der Verein auf mittlerweile 50 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken. Zum Jubiläumsschützenfest wurde erstmalig ein Jugendkönigsschießen in der Stadtmark veranstaltet. Erster Jugendkönig war Mike Havers mit seiner Königin Andrea Berghaus. Im Jahr 2000 zählte der Verein bereits stolze 375 Mitglieder.
Im November 2001 wurde von den Vereinsmitgliedern beschlossen, einen Finanzausschuss für den Schützenverein zu gründen. Der Ausschuss wurde gegründet, um weitere Finanzierungsquellen zu finden und den Verein so langfristig zu unterstützen.

Das Jahr 2015 war ein ganz besonderes für die Stadtmarker und sorgte für eine komplette Neuausrichtung der Mitgliederstruktur. Es wurde eine Satzungsänderung beschlossen und fortan war es auch Frauen möglich, dem Verein beizutreten. Die Mitgliederzahl stieg, auch dank der Schützenschwestern, und betrug am Jahresende 2015 stolze 458 Mitglieder. Im Jahr 2020 wollten die Stadtmarkschützen eigentlich das 70-jährige Vereinsjubiläum feiern, doch das Coronavirus war bis einschließlich 2022 präsent und es konnte nur eingeschränkt oder gar nicht gefeiert werden. Jetzt wird der Schützenverein 75 Jahre alt und die geplanten Festivitäten können wie geplant, mit den aktuell ca. 620 Mitgliedern, darunter etwa 100 Schützenschwestern, und den geladenen Musikkapellen und Gastvereinen durchgeführt werden.