Die Nachfrage nach Teilzeitpositionen steigt stetig, der Fachkräftemangel verschärft sich und der Arbeitsmarkt hat sich zu einem Arbeitnehmermarkt gewandelt. Es werden Lösungen gesucht, die kurzfristig umsetzbar sind, da man nicht allein auf die langfristige Zuwanderung von Fachkräften setzen kann.
Schauen wir auf die Situation am Arbeitsmarkt. Bereits 53 Prozent aller Unternehmen können heute offene Stellen längerfristig nicht besetzen, weil sie keine passenden Arbeitskräfte für Fach- und Führungspositionen finden (DIHK-Fachkräftereport 2022). Trotzdem gibt es immer noch Unternehmen, die schreiben konsequent in Vollzeit aus. Und wenn dann keiner kommt, dann wird die Stelle nicht besetzt. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen, da die Generation der Babyboomer in den nächsten zehn Jahren in Rente gehen und eine riesige Lücke auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen wird.
Des Weiteren hat sich die Anforderung von Menschen an Arbeit verändert und es bestehen andere Erwartungen an Arbeitgeber. Vereinbarkeit und Familienfreundlichkeit ist gefragt. Ein Viertel der unter 30-jährigen möchten gerne in Teilzeit arbeiten. Eine weitere Gruppe sind die Väter: Fast die Hälfte von ihnen wünschen sich eine partnerschaftliche Aufteilung von Familie und Beruf (Väterreport 2023, bmfsf).
Flexible Arbeitszeitmodelle für eine bessere Work-Life-Balance wie z.B. Jobsharing sind ein strategischer Wettbewerbsvorteil am Arbeitnehmermarkt und bringen entscheidende Vorteile für Unternehmen.
Was ist Jobsharing?
Jobsharing ist mehr als flexibles Arbeiten. Diese Arbeitszeitform hat viele Facetten und bietet Beschäftigten und Unternehmen zahlreiche Mehrwerte. Das liegt an der Tandem-Partnerschaft. Jobsharing (Arbeitsplatzteilung) ist ein flexibles Arbeitszeitmodell, bei dem sich zwei Beschäftigte mindestens eine Vollzeitstelle teilen. In der Regel wird der Begriff Jobsharing heutzutage verwendet, wenn ein Tandem sich die Verantwortung und Aufgaben einer anspruchsvollen Experten- oder Fachfunktion teilt. Bei einer Führungsposition spricht man dann von Topsharing. Dieser Ansatz fördert eine flexible und dynamische Arbeitskultur, die sowohl den Bedürfnissen der Beschäftigten als auch den strategischen Zielen der Unternehmen gerecht wird.
• Fachkräfte mangel entschärfen mit einem größeren Talentpool
• Mit Jobsharing Talente nutzen und entwickeln
• Generationen-Tandems sichern Wissenstransfer
• Jobsharing bietet die Möglichkeit, Stress und Burnout vorbeugen
• Jobsharing fördert die Kollaborationsfähigkeit Mitarbeitenden der
Modelle für den Berufseinstieg: Zur Erläuterung soll hier ein Jobsharing-Modell kurz vorgestellt werden: Das Aufbau-Tandem zum Ein- und Wiedereinstieg in den Beruf.
Unter diesem Begriff werden Jobsharing-Konzepte für den Einstieg und Wiedereinstieg ins Berufsleben verstanden. Es ist ein sehr interessantes Modell für Menschen der Generation Z, die ihre erste Stelle nach Abschluss ihrer Berufsausbildung anstreben. Dieses Konzept bietet eine ständige Begleitung und eine Einarbeitung durch eine Teilzeit-Fachkraft, die nicht nur als Tandempartner:in fungiert, sondern gleichzeitig auch als Coach. Auf diese Weise können Berufseinsteiger bereits frühzeitig in höher qualifizierte Positionen einsteigen, an Entscheidungen mitwirken, ständig Feedback bekommen und an das Unternehmen gebunden werden.
Für den Wiedereinstieg, wie etwa die Rückkehr aus der Eltern- oder Pflegezeit beziehungsweise nach längerer Krankheit, wird der Einstieg erleichtert. Das Jobsharing bietet ihnen die Möglichkeit, qualifizierte Positionen zu besetzen, die weitere Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Dieses Modell unterstützt nicht nur den reibungslosen Übergang zurück in das Berufsleben, sondern fördert auch die kontinuierliche berufliche Weiterentwicklung und die Bindung an das Unternehmen. Jedes dieser Modelle ist zeitlich begrenzt; sie können 6 Monate bis zu einem Jahr betragen.