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Hochzeit planen: Was die Feier wirklich kostet

Die Freude ist groß, die Rechnung unter Umständen auch: Eine Hochzeit kann finanziell schnell ausufern. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

„Ja“ zueinander sagen und heiraten: Wenn zwei Menschen das planen, überlegen sie meist auch, wie und mit wem sie nach der Trauung feiern möchten. Doch egal, ob ausgelassene Party, festliches Dinner oder gemütliches Zusammensitzen im engsten Kreis – stets steht die Frage im Raum, wie teuer die Hochzeit wird.

Immer wieder hört man, eine Hochzeit sei teuer. Aber was heißt das konkret? – Mit welchen Kosten Paare rechnen müssen

Frühzeitig Prioritäten setzen
„Längst überholt ist die im Internet immer wieder zu findende Aussage, dass eine Hochzeit Kosten von um die 13.000 Euro verursacht“, sagt Melanie Goldberg von der „marry me – Hochzeitsagentur“ in Hamburg. Denn so pauschal lässt sich das nicht sagen. Schließlich hängt es von der Zahl der Gäste und den eigenen Wünschen ab – etwa, in welchem Rahmen man feiern möchte.

Unternehmen aus der Region

„Man sollte sich frühzeitig, etwa ein Jahr vorher, zu zweit überlegen, welche Elemente einem bei der eigenen Hochzeit wichtig sind und was verzichtbar ist“, sagt Nicole Straßen vom Hochzeitsportal24. Inspirationen könne man sich holen, indem man andere Hochzeitsfeiern gedanklich durchgeht und festhält, welche Elemente einem so gut gefallen haben, dass man sie auch beim eigenen Fest haben möchte.

Preise vergleichen

Im nächsten Schritt heißt es: Angebote einholen und Preise vergleichen. „Manche Dinge sind preislich schwer zu kalkulieren“, sagt Melanie Goldberg. So liege die Preisspanne für ein Brautkleid zwischen 200 Euro und 2.000 Euro, nach oben ohne Grenzen. Dasselbe gilt für das Outfit des Bräutigams. Hochzeitsanzüge seien ab ein paar hundert Euro aufwärts zu haben.

Dann kommen die Kosten für die Hochzeitsfeier mit Angehörigen und Freunden. Eine Hochzeit im Frühjahr oder Sommer kann man kostengünstig im Garten feiern. Auch Vereinsheime oder Gemeindesäle sind vergleichsweise preiswerte Alternativen zu edlen Restaurants.

Um eine Idee zu bekommen, was finanziell auf einen zukommen kann, haben die Expertinnen drei Beispiele durchgerechnet.

Heirat mit kleinem Budget

Beispiel 1: Angenommen, das Budget ist schmal. Es soll nur eine standesamtliche Trauung und anschließend eine kleine Feier im engsten Familienkreis zu Hause stattfinden – mit viel eigenem Zutun beim Essen, etwa einem Buffet, das die Freunde gemeinsam stellen.

So hoch sollte das Budget sein: Bei zwölf Personen (einschließlich Hochzeitspaar) sollte das Budget laut Nicole Straßen bei einem Mindestbetrag von ungefähr 3.000 Euro liegen.

Und so sieht die Kalkulation im Detail aus (alles Mindestpreisangaben): Gebühren und Unterlagen fürs Standesamt (100 Euro), Brautstrauß (50 Euro), Outfit Braut (200 Euro), Outfit Bräutigam (150 Euro), Blumendeko (100 Euro), Sektempfang/Snacks (15 Euro pro Person); Essen/Kuchen (25 Euro pro Person), Tischdeko (50 Euro), Eheringe (500 Euro), Save-the-Date- und Einladungskarten (100 Euro), Umschläge/Porto für Einladungs- und Dankeskarten (30 Euro), Standesamt-Shooting (500 Euro), Dankesgeschenke für Helfer (50 Euro) sowie Kosten für Namensänderungen (100 Euro) – macht in Summe 2.410 Euro. In dem Budget von 3.000 Euro ist bereits ein Puffer von rund zehn Prozent für unvorhersehbare Ausgaben eingeplant“, so Straßen.

Unternehmen aus der Region

Melanie Goldberg hat diese Faustformel: Bei einer Hochzeit mit schmalem Budget sollte man pro Person zwischen 200 Euro und 250 Euro einplanen. Ergibt bei zwölf Personen 2.400 Euro beziehungsweise 3.000 Euro. In dieser Gesamtsumme sind sämtliche Kosten – auch für Outfits, Standesamt und Co. – enthalten.

Heirat mit mittlerem Budget

Beispiel 2: Angenommen, es ist eine standesamtliche sowie eine kirchliche oder freie Trauung geplant. Anschließend soll es eine kleinere Hochzeitsfeier mit angemieteten Räumlichkeiten und viel eigenem Zutun bei Dekoration, Musik, Essen und Trinken geben.

So hoch sollte das Budget sein: Bei acht Personen (einschließlich Hochzeitspaar) bei der standesamtlichen Trauung mit anschließendem Sektempfang und 25 Personen bei der kirchlichen/freien Trauung mit anschließender Hochzeitsfeier sollte das Budget laut Nicole Straßen bei einem Mindestbetrag von ungefähr 9.000 Euro liegen.

Und so sieht die Kalkulation im Retail aus (alles Mindestpreisangaben): Brautkleid plus Accessoires (760 Euro), Brautfrisur und Make-up (200 Euro), Brautstrauß (80 Euro), Outfit des Bräutigams (390 Euro), Gebühren fürs Standesamt plus Brautstrauß (150 Euro), Sektempfang/Essen/Kuchen/Getränke nach standesamtlicher Trauung (15 Euro pro Person); für die kirchliche Trauung: Spende für die Kirche (100 Euro), Blumendekoration (150 Euro), Ringkissen (15 Euro), Hochzeitskerze (20 Euro), Kirchenheft/Trauheft (50 Euro), Sektempfang/Snacks kirchlicher Trauung (10 Euro pro Person), Antennenschleifen fürs Auto (20 Euro), Miete für Location (1.000 Euro), Menü oder Buffet (25 Euro pro Person), Getränke (20 Euro pro Person), Hochzeitstorte (3 Euro pro Person), Mitternachtssnack (5 Euro pro Person), Musik/DJ und Technik (500 Euro), Dekoration wie Blumen und Kerzen (250 Euro), Tischkarten (1 Euro pro Person), Menükarten (50 Euro), Gastgeschenke (1 Euro pro Gast), Eheringe (500 Euro), Einladungskarten (100 Euro), Danksagungskarten (100 Euro), Umschläge/Porto (30 Euro), Fotograf (1.500 Euro), Dankesgeschenke für Helfer (300 Euro), Kosten für Namensänderungen (100 Euro) – macht in Summe 8.108 Euro, zuzüglich des Zehn-Prozent-Puffers für unvorhersehbare Kosten rund 8.920 Euro. 

Unternehmen aus der Region

Melanie Goldberg hat diese Faustformel für eine Hochzeit im genannten Rahmen: 360 Euro bis 500 Euro pro Person einplanen – die Gesamtsumme von 9.000 bis 12.500 Euro deckt sämtliche Hochzeitskosten ab.

Heirat mit großem Budget

Beispiel 3: Angenommen, es ist eine standesamtliche Trauung mit anschließendem Empfang für acht Personen sowie eine kirchliche/freie Hochzeit mit anschließender Feier für 100 Personen in einer angemieteten Räumlichkeit samt Essen und Trinken sowie Fotograf und DJ geplant.

So hoch sollte das Budget sein: Nicole Straßen geht von einem Budget von mindestens knapp 30.000 Euro aus – wobei die Zahl der Gäste bei der standesamtlichen Trauung bei acht Personen liegt.

In diesem Budget (alles Mindestpreisangaben) enthalten sind: Outfit der Braut (2.320 Euro), Outfit des Bräutigams (880 Euro), standesamtliche Trauung mit Gebühren, Brautstrauß und Sektempfang (980 Euro), kirchliche/freie Trauung mit Blumendeko, Ringkissen, Hochzeitskerze, Trauheft, Sektempfang und Hochzeitsauto (2.180 Euro), Hochzeitsfeier (16.855 Euro), Eheringe (1.000 Euro) und Sonstiges wie Fotograf, Einladungs- und Danksagungskarten (2.800 Euro). Macht in Summe 27.015 Euro. Zuzüglich der Zehn-Prozent-Sicherheit plant man 29.720 Euro ein.

In Großstädten kann eine Hochzeit mit 100 Personen allerdings deutlich teurer sein, wie Melanie Goldberg anmerkt. Dort gelte als Faustformel: 750 Euro bis 1.000 Euro pro Person – auch hier deckt die jeweilige Gesamtsumme sämtliche Hochzeitskosten ab.
dpa/tmn

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