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Teilhabe: Das Rezept gegen die Einsamkeit

Teil einer ergotherapeutischen Intervention bei Senioren ist der Blick auf die Teilhabe: Ist der- oder diejenige noch sozial eingebunden? Ein mögliches Ziel: Eine win-win-Situation schaffen für Jung und Alt und dabei alle beteiligten Generationen bereichern.   Foto: SolStock/Deutscher Verband Ergotherapie e.V. (DVE)/obs

Ergotherapeuten geben Impulse für mehr Aktivität im Leben

Mit fortschreitendem Alter summieren sich die Faktoren, die die eigenen sozialen Interaktionen reduzieren: Freunde versterben nach und nach, und eigene Mobilitätsprobleme oder Erkrankungen schränken die Möglichkeiten, das Haus zu verlassen, ein. Es besteht die Gefahr, dass alte Menschen dadurch vereinsamen. 

"Dazu muss es aber nicht kommen“, sagt Merle Böge, DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e. V.), und erklärt: "Das Spektrum für mehr Teilhabe ist groß." Ergotherapeuten haben bei ihren Interventionen immer auch einen Blick auf diesen Aspekt und schauen, inwieweit diese Senioren noch in das Leben anderer eingebunden sind. 

Bei Bedarf geben sie ihnen Impulse, wie sie aktiv werden können, unterstützen sie dabei, Kontakte zu knüpfen, oder zeigen ihnen Optionen und Wege auf, um sich generationsübergreifend zu verbinden. Einsamkeit bleibt nicht ohne Folgen: Die körperliche Gesundheit leidet ebenso darunter wie die psychische. Wer weniger oder gar nicht mehr die eigenen vier Wände verlässt, bewegt sich meist nicht ausreichend. Mangelnde Bewegung beschleunigt den allmählichen Abbau der Muskulatur, beeinflusst den Knochenstoffwechsel negativ, fordert das Herz-Kreislauf-System zu wenig und ist Ursache für viele weitere Erkrankungen - ein Negativkreislauf, der sich zudem auf die Psyche niederschlägt. 

Das kann dazu führen, dass sich bei manchen ein Gefühl der Vereinsamung breitmacht, mit Folgen wie Stimmungsschwankungen oder Depressionen, Unsicherheiten oder einem generell abnehmenden Wohlbefinden. Es gibt also eine Reihe von Gründen, rechtzeitig etwas gegen Einsamkeit im Alter und für mehr Teilhabe zu unternehmen.

In ergotherapeutischen Gruppen Zugehörigkeit und Teilhabe erleben
Führt der Weg von Senioren mit einer ärztlichen Verordnung wegen geriatrischer Probleme zu Ergotherapeuten, lassen diese ihr Wissen um die Folgen von Einsamkeit in die Behandlung mit einfließen: Sie beleuchten außer den physischen und psychischen Schwierigkeiten Gesichtspunkte, die Teilhabe bedeuten. "Viele Menschen fühlen sich durch ihre Kontakte zu anderen Menschen und gemeinschaftliches Erleben bereichert und belebt, daher betrachten Ergotherapeuten Teilhabe als einen wichtigen Faktor für die Gesundheit“, erklärt Merle Böge. Studien untermauern das: Senioren fühlen sich Erkrankungen trotz oder Einschränkungen wohler, wenn sie sich in die Gemeinschaft integriert wahrnehmen. 

Gemeinschaft und Teilhabe können beispielsweise durch Gruppen in der ergotherapeutischen Praxis entstehen. Solche Gruppenangebote eignen sich auch für Menschen mit Demenzerkrankungen, da sie sich durch gemeinsames Backen, Malen oder Singen als Teil einer Gemeinschaft erleben können. "Es ist immer wieder erstaunlich, wie Senior:innen in der Gruppe Freude empfinden und aufblühen oder sich an Liedtexte und Sprichwörter erinnern, die ihnen sonst nicht mehr einfallen", bestätigt die Ergotherapeutin die positive Wirkung von Gemeinschaft und Teilhabe. 

Auch Menschen mit anderen Erkrankungen oder Einschränkungen profitieren von dieser Herangehensweise. Ergotherapeuten fragen ihre Patienten, welche Aktivitäten sie interessieren, was ihnen Freude bereitet oder für welche Hobbys sie sich früher begeistert haben. Sie orientieren sich an der jeweiligen Biografie oder recherchieren gegebenenfalls gemeinsam, welche Angebote es in der Umgebung gibt, was davon sie anspricht und wie es dann gelingen kann, hier einen Zugang zu finden. 

"Es lohnt sich immer, Kontakte zu den Einrichtungen und Vereinen vor Ort zu haben, denn viele Kindergärten und Grundschulen sind dankbar, wenn daraus gemeinsame Projekte entstehen wie beispielsweise Vorlesepatenschaften oder Gartenaktionen“, weiß Böge aus eigener Erfahrung. 

Die Heimat, Veranstaltungen und Vereine mit einbinden
Ebenso lassen sich Veranstaltungen von Sportvereinen oder öffentliche saisonale Märkte im Frühjahr und Herbst oder an Weihnachten als Begegnungsräume und für mehr Teilhabe nutzen. "Klare Visionen und persönliche Ziele zu haben, ist keine Frage des Alters“, verdeutlicht die Ergotherapeutin. Böge berichtet an dieser Stelle von einer Dame, die sich bei "Omas for Future“ engagiert. Trotz einer Erkrankung mit körperlichen und psychischen Schwierigkeiten ist ihr vieles möglich. Sie nimmt an Veranstaltungen teil, obwohl ihr das Gehen nicht mehr leichtfällt, führt bei Aktionen das sogenannte "Zukunftsquiz“ durch und kommt persönlich oder schriftlich in Kontakt zu verschiedenen Menschen jeden Alters. Derart eingebunden zu sein, sich für die Umwelt einzusetzen und Gutes zu tun, bewirkt bei der Seniorin selbst nur Gutes, vor allem auf mentaler Ebene. Und: Sie bekommt Anerkennung, erlebt Teilhabe und fühlt sich alles andere als einsam. Auch diejenigen, die ihren Lebensabend in einer Pflegeeinrichtung verbringen, erfahren Teilhabe. 

Unternehmen aus der Region

Nicht alle Senioren können noch aktiv an allen Angeboten teilnehmen. Aber auch sie sollten nicht von der Gemeinschaft ausgeschlossen sein. "Sie können auch Freude, Zugehörigkeit und Teilhabe verspüren, wenn sie nur bei etwas anwesend sind.
Wer bei Aktivitäten oder Veranstaltungen nicht alles selbst ausüben kann, ist auch als passiver Teilnehmer willkommen", betont Böge. Hier gilt: Dabei sein ist alles, denn in den Gruppenveranstaltungen geht es nicht nur darum, aktiv zu sein. Gruppentreffen dienen auch als Plattform, um miteinander ins Gespräch zu kommen und Erinnerungen auszutauschen. Zusammenfassend sagt Böge: "Manchmal sind es Kleinigkeiten, die Teilhabe ermöglichen."

Unternehmen aus der Region

Es reicht oft, gemeinsam ein Eis zu essen, sich für Kaffee und Kuchen zu treffen und danach wieder seiner eigenen Wege zu gehen oder eben das zu tun, wozu man in der Lage ist. Selbst mit wenig Zeitaufwand lässt sich oft Großes für ältere und alte Menschen bewirken.



ots


SOS-Maßnahmen

Wenn Pollen und Co. ins Auge gehen

Die Augen jucken wie verrückt, die Lider sind geschwollen, die Bindehaut gerötet und es tränt ohne Unterlass. Das sind typische Begleiterscheinungen von Allergien, die besonders in der aktuellen Heuschnupfensaison verstärkt auftreten.
Im Akutfall sind rasche SOS-Maßnahmen gefragt. Kühle Kompressen oder in kaltem Wasser getränkte Wattepads beruhigen gereizte Lider. Auch ein kurzes Abspülen der Augenpartie mit klarem Wasser kann Allergene entfernen. Betroffene sollten darauf achten, Hände und Gesicht häufiger zu waschen und sich nicht ständig an die Augenpartie zu fassen. Zusätzlich haben sich spezielle Augentropfen zur gezielten Linderung der Symptome bewährt. 

Heuschnupfengeplagte sollten allerdings möglichst schon im Vorfeld den Kontakt mit den Allergenen begrenzen. Große, eng anliegende (Sonnen-)Brillen schützen vor Pollenflug und Wind, Pollenschutzgitter reduzieren die Belastung in Innenräumen und im Auto. Mitunter lohnt sich auch die Anschaffung eines Luftreinigers für zu Hause.


djd


Schlaflos trotz Erschöpfung?

Tipps von Experten für besseren Schlaf in belastenden Phasen

Krisenmeldungen, Arbeitsdruck, ständige Reizüberflutung durch Smartphone und Medien: Vielen Menschen fällt es schwer, abzuschalten. Stress, innere Unruhe und Schlafprobleme gehören deshalb zu den häufigsten Beschwerden im Alltag. "Das Thema begegnet uns sehr oft - quer durch alle Altersgruppen“, sagt Apothekerin Wencke Fink. Der erste Schritt müsse dabei oft nicht gleich ein Medikament sein, sondern der Blick auf die eigenen Gewohnheiten. 

Eine wichtige Rolle spielt die Schlafhygiene. Dazu gehört etwa, abends möglichst wenig Bildschirmzeit einzuplanen, denn das blaue Licht von Smartphone oder Tablet signalisiert dem Körper Wachzeit. Auch ein kühles, dunkles Schlafzimmer ist ratsam. Mit Vorsicht zu genießen sind Schlafmittel mit stark sedierenden Wirkstoffen, erklärt die Expertin. 

Vorsicht bei einer Selbstmedikation
Auch Melatonin ist ein häufig diskutiertes Thema. Fink warnt hier vor unkontrollierter Selbstmedikation aus dem Internet. Neben Arzneimitteln helfen oft einfache Strategien im Alltag. Wer nachts im Gedankenkarussell feststeckt, kann aufstehen und Sorgen aufschreiben. Auch ausreichend Aktivität am Tag ist wichtig. Gerade ältere Menschen bewegen sich manchmal zu wenig oder sind geistig nicht ausgelastet - dann fehlt abends schlicht die Müdigkeit.
Halten Schlafprobleme länger als zwei Wochen an, beeinträchtigen sie die Leistungsfähigkeit am Tag oder treten sie zusammen mit starken psychischen Belastungen auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden.


djd

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