In Groß Hesepe ist der Dorfmitte in einem einzigartigen Projekt neues Leben eingehaucht worden: Es war nicht nur für das Planungsteam aus sieben Personen ein Moment voller Stolz und Erleichterung und vielen Emotionen, als am 2. Mai offiziell das Dorfgemeinschaftshaus eröffnet wurde.
Seit einer Woche herrscht nun wieder Leben im neuen "Heseper Wirtshaus“, und die Resonanz der ersten Gäste zeigt: Der jahrelange Einsatz hat sich gelohnt.
Kraftakt in Eigenleistung
Nach der Schließung der Traditionsgaststätte Germer-Möller ließen die Bürger den drohenden Leerstand nicht zu. Das Ziel war ein gemeinnütziges Projekt zur Sicherung der Lebensqualität.
Über fast 500 Anteilseigner beteiligten sich finanziell, wodurch über 880 000 Euro an Eigenkapital zusammenkamen, um das Millionenprojekt zu stemmen. Doch der wahre Wert liegt in der investierten Zeit: über 20 000 Arbeitsstunden erbrachten freiwillige Helfer beim Entkernen und beim modernen Innenausbau.
Alle freiwilligen Helfer haben enormen Einsatz gezeigt und kommen auf teilweise mehr als 200-300 Arbeitsstunden pro Person. Auch viele Privatspenden wurden getätigt, um die Umsetzung der Vision zu unterstützen. Jeder Winkel des Gebäudes steht damit auch sinnbildlich für die tiefe Identifikation der Heseper mit ihrem neuen Mittelpunkt. Und das in nur 1,5 Jahren Bauzeit!
Multifunktional
Der Neubau ist als multifunktionales Zentrum konzipiert. Während das Restaurant und Hotel Heseper Wirtshaus an einen erfahrenen Fachmann verpachtet ist, bleibt das gesamte Gebäude fest im Besitz der Dorfgemeinschaft. Das Hotel bietet Kapazitäten für bis zu 10 moderne Zimmer. Besonders der großzügige Saal mit ca. 450 Quadratmetern Fläche (auch teilbar für kleinere Veranstaltungen) dient künftig als moderner Dorfgemeinschaftsraum für lokale Vereine und Versammlungen.


Das Projekt wurde zudem durch erhebliche Fördermittel zur Dorfentwicklung unterstützt. Um das Gebäude nachhaltig zu beleben, wurde ein Nutzungsmix angestrebt, der unter anderem auch eine Arztpraxis umfasst, um die medizinische Versorgung vor Ort langfristig zu sichern.
Nach der erfolgreichen Eröffnungswoche blicken die Initiatoren optimistisch in die Zukunft. Das Projekt ist wahrscheinlich einzigartig in Niedersachsen, wenn nicht sogar bundesweit und beweist eindrucksvoll: Wenn ein Dorf gemeinsam an einem Strang zieht, entstehen Orte, an denen Geschichte nicht endet, sondern neu geschrieben wird.
Ein Wunsch ist noch übriggeblieben: ein weiterer Ausbau der Barrierefreiheit. Dafür kann gespendet werden unter IBAN DE58 2666 0060 1137 4250 00.